Verzögerung

eSIM für Smartphones soll im 2. Halbjahr kommen

Aktuell werden die notwendigen Prozesse zur Nutzung der eSIM definiert, so dass sie in einigen Monaten verfügbar ist. Immerhin gibt es mittlerweile einen endgültigen Standard für die fest integrierte SIM-Karte.
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Zur CeBIT hatte Vodafone im vergangenen Jahr das erste eSIM-Produkt auf dem deutschen Mobilfunk-Markt für Endkunden vorgestellt. Seinerzeit brachte der Düsseldorfer Telekommunikationsdienstleister die eSIM-Variante der Samsung-Smartwatch Gear S2 classic 3G auf den Markt - offiziell zumindest, denn ernsthaft beworben hatte das Unternehmen das Produkt nie.

o2 wollte die Smartwatch mit fest integrierter SIM-Karte einige Wochen später ebenfalls auf den Markt bringen. Der Start wurde aber zunächst verschoben und - ohne offiziell abzusagen - verschwanden die Pläne heimlich, still und leise wieder in der Schublade. Die Deutsche Telekom zeigte sich anfangs interessiert, hatte sich schlussendlich aber gegen den Verkauf der Samsung Gear S2 classic 3G entschieden.

Aktuelle eSIM-Produkte in Europa nicht erhältlich

Vodafone brachte vor einem Jahr die erste eSIMVodafone brachte vor einem Jahr die erste eSIM Auf der CeBIT-Ankündigung, dass es einige Monate später weitere eSIM-Produkte geben wird, ist bis heute nichts geworden. Im Gegenteil: Samsungs aktuelle Smartwatch, die Gear S3, ist zwar beispielsweise in den USA, nicht aber in Europa mit Mobilfunk-Modul und eSIM erhältlich. Weitere eSIM-Produkte sind bislang Fehlanzeige.

Das Nachrichtenmagazin Focus berichtet nun, Hersteller von SIM-Karten seien ebenso wenig an der eSIM interessiert wie die Netzbetreiber. Chip-Produzenten würden befürchten, weniger SIM-Karten abzusetzen, die Provider seien wenig daran interessiert, dass die Kunden durch bloßes Einscannen eines QR-Codes den Anbieter auf ihrem Smartphone wechseln können. Zumindest letzteres Argument erscheint wenig schlüssig, ist doch der Austausch eines Plastik-Chips im Mobiltelefon ebenfalls wahrlich kein Hexenwerk.

Wir haben beim eSIM-Vorreiter, Vodafone, nachgefragt, wann denn nun mit weiteren Produkten mit der fest im Gerät eingebauten Betreiberkarte zu rechnen ist. Das Unternehmen erwartet nicht, dass es zur CeBIT im März - also ein Jahr nach dem Verkaufsstart der Samsung Gear S2 classic 3G - soweit sein wird. Die eSIM könne aber sehr wohl im zweiten Halbjahr 2017 ein Thema werden.

eSIM-Standard mittlerweile verabschiedet

Mittlerweile sei der endgültige Standard für die fest eingebaute Betreiberkarte verabschiedet worden, während die Samsung Gear S2 classic 3G im vergangenen Jahr noch auf Basis eines vorläufigen Standards gearbeitet hat. Nun gelte es, Prozesse für die Aktivierung, die Interoperabilität und ähnliches zu definieren. Damit sei in den kommenden Monaten zu rechnen.

Ob die eSIM vielleicht schon im Spätsommer oder doch erst zum Weihnachtsgeschäft verfügbar sein wird, bleibt derzeit offen. Ferner ist es noch unklar, wann mit Endgeräten zu rechnen ist, die die fest eingebaute SIM-Karte bekommen.

Das iPad Pro verfügt zwar über eine solche eSIM. Diese hat aber nichts mit dem offiziellen Standard zu tun. Vielmehr kann der Tablet-Besitzer diese alternativ zu einer herkömmlichen SIM-Karte für Datendienste nutzen - allerdings nur mit fest von Apple vorgegebenen Providern. Das soll es bei der "offiziellen" eSIM nicht geben. Hier kann der Kunde seinen Anbieter wie bisher selbst wählen und sogar mehrere Profile abspeichern, zwischen denen der Wechsel über die Handy-Software möglich ist.

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