Eingebaut

eSIM von Samsung und Apple im Vergleich

Wir haben uns die Funktionen der eSIM-Karten von Samsung und Apple einmal angesehen und informieren über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den beiden ersten eSIM-Lösungen auf dem deutschen Mobilfunk-Markt.
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Mit der Samsung Gear S2 classic 3G und dem Apple iPad Pro 9.7 sind seit wenigen Wochen die ersten beiden Mobilfunk-Produkte mit fest integrierter SIM-Karte auf dem deutschen Markt verfügbar. Einen endgültigen Standard für eine derartige eSIM gibt es indes noch nicht, so dass wir es sowohl bei der Smartwatch als auch beim Tablet um eingebaute SIM-Karten mit proprietären Standards zu tun haben.

Die beiden Elektronikkonzerne verfolgen mit ihren eSIMs auch völlig unterschiedliche Ansätze. Während sich Samsung recht nahe am künftigen offiziellen Standard orientiert hat, geht Apple einen völlig eigenen Weg. Wir haben uns die eSIMs in der Samsung Gear S2 classic 3G und dem Apple iPad Pro 9.7 einmal genauer angesehen.

So nimmt man die eSIM von Samsung in Betrieb

Vodafone bietet seit März die erste eSIM auf dem deutschen Markt anVodafone bietet seit März die erste eSIM auf dem deutschen Markt an Um das Mobilfunk-Modul der Smartwatch von Samsung in Betrieb zu nehmen, wird ein Android-Smartphone benötigt. Hier installiert der Nutzer die Gear-App. Zudem werden Handy und Uhr per Bluetooth miteinander gekoppelt. Über die App ist es dann möglich, die eSIM und somit auch die Mobilfunk-Schnittstelle in Betrieb zu nehmen.

Vodafone bietet als erster deutscher Mobilfunk-Netzbetreiber die Smartwatch mit eSIM an. Anstelle einer herkömmlichen SIM-Karte bekommen die Kunden eine kleine Plastikkarte mit einem QR-Code. Dieser muss mit der Kamera des Smartphones eingescannt werden. Dabei muss eine Internet-Verbindung gewährleistet sein, so dass das Handy und darüber auch die Uhr Kontakt mit dem Aktivierungsserver von Vodafone aufnehmen können.

Nach wenigen Minuten ist das eSIM-Profil eingerichtet. Nach der Eingabe der PIN-Nummer, die - ähnlich wie bei einer herkömmlichen SIM-Karte auf der Plastikkarte mitgeliefert wird, bucht sich die Samsung Gear S2 classic 3G ins Mobilfunknetz ein, sofern man sich im Bereich der Vodafone-Netzabdeckung aufhält.

o2 setzt auf die Samsung-Lösung

Aktivierung über eine Smartphone-AppAktivierung über eine Smartphone-App o2 will die Samsung Gear S2 classic 3G in Kürze ebenfalls anbieten und wird die SIM-Karten ebenfalls per QR-Code verteilen. Prinzipiell ist es auch vorgesehen, mehrere solcher eSIM-Profile auf dem Endgerät zu speichern, so dass der Kunde die Möglichkeit hat, beispielsweise zwischen seinem hauptsächlich genutzten Vertrag und einer Prepaidkarte etwa aus dem Lieblings-Urlaubsland umschalten kann. Dazu wird über das Menü das gewünschte Profil angesteuert, die jeweilige PIN eingegeben und schon ist der ausgewählte Anschluss aktiv.

Sofern es bei der von Samsung gewählten Lösung keinen SIM- oder Netlock gibt, können die Käufer beliebige eSIMs aller Anbieter registrieren, die solche Kartenlösungen bereits anbieten. Das ist in Deutschland bislang nur Vodafone. o2 folgt in Kürze, während sich die Deutsche Telekom gegen die Einführung der Samsung Gear S2 classic 3G und somit gegen den Einsatz des Vorab-Standard entschieden hat, der allerdings schon sehr nahe an der Lösung ist, wie sie die GSMA auch für den endgültigen Standard der eSIM vorsieht.

Auf Seite 2 berichten wir darüber, wie Apple die Idee der eSIM umgesetzt hat, inwieweit die Kunden durch diese Lösung weniger flexibel als bei Samsung sind und für welche Anwendungsfälle die im iPad fest eingebaute Betreiberkarte dennoch eine Alternative sein kann.

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