Verbreitung

Windows 10 (ARM): Durchbruch der eSIM überhaupt wünschenswert?

Der bevorstehende Release des Windows-10-Updates mit ARM-Support könnte indirekt für den Siegeszug der eSIM sorgen. Doch sollten sich Nutzer darüber freuen?
Ein Kommentar von Daniel Rottinger
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Derzeit halten sich die Mobilfunk­anbieter beim Thema eSIM noch sehr zurück und daran dürfte sich in der nächsten Zeit wohl auch grundlegend nichts ändern. Allerdings ist die virtuelle SIM-Karte durchaus nicht chancenlos, schließlich könnten sich Windows-10-Geräte auf ARM-Basis als viel­versprechende Unterstützer des Modells erweisen. Doch ist ein Markt­erfolg überhaupt wünschenswert? Ein Kommentar.

eSIM-Verbreitung bringt nicht nur VorteileeSIM-Verbreitung bringt nicht nur Vorteile Bereits in der Vergangenheit kamen bei Unterhaltungsprodukten wie etwa dem eBook-Reader Amazon Kindle elektronische SIM-Karten zum Einsatz. Allerdings waren diese vom Nutzer nicht anpassbar, weshalb sich das Gerät bei einem vom Hersteller festgelegten Mobilfunknetz einbuchte. Die neue Generation der eSIM verfolgt den Ansatz, dass Anwender zwischen unterschiedlichen Betreibern wählen können. Allerdings nur, wenn die Provider mitspielen und den Zugang für andere Mobilfunk­anbieter bei ihren selbst vermarkteten Geräten nicht unterbinden.

Doch viel interessanter als Smartphones und Smartwatches sind in diesem Zusammenhang die mit Qualcomm-Chips betriebenen Endgeräte mit eSIM. Auf diesen wird anstelle von Android ein vollwertiges Windows 10 laufen, so das Versprechen von Microsoft. Der IT-Konzern wird mit dem kommenden Feature-Updates zudem eine Möglichkeit zum Erwerb von Tarifen für die virtuelle SIM bereitstellen. Sofern sich ausreichend Hardware-Partner finden, die ARM-Geräte samt Windows-10-Support anbieten, könnte eine größere Verbreitung von eSIM-Hardware die Folge sein. Ein gewichtiges Argument für die ARM-Boliden mit Windows-10-Support stellt im Vergleich zu Produkten mit PC-CPUs der geringe Energieverbrauch dar.

Ist der Durchbruch der eSIM überhaupt wünschenswert?

So stellt sich Microsoft die Tarifplattform unter Windows 10 vorSo stellt sich Microsoft die Tarifplattform unter Windows 10 vor Wenn der eSIM darüber ein Durchbruch gelingt, stellt sich die Frage, ob der Markterfolg überhaupt dem Kunden­interesse dient. Nutzer mit eSIM-Geräten sollen bei Windows 10 künftig über die App "WLAN- und Mobilfunkguthaben" bzw. im Windows Store zwischen unterschiedlichen Anbietern wählen und Datenpakete buchen können. Die Bezahlung erfolgt dabei direkt über die im Microsoft-Konto hinterlegten Zahlungsmethode. Sobald der Nutzer einen Datentarif gebucht hat, kann er sich in der Systemsteuerung im Bereich Data usage über den Verbrauch und die Laufzeit informieren. Doch aus dem Marktplatzmodell, welches etwa bei der eSIM-Lösung von Windows 10 angedacht ist, erwachsen nicht nur Vorteile. So fehlt es dem Konzept im Unterschied zur herkömmlichen SIM an Wettbewerb von außen. Schließlich ist der Marktplatz eine Insellösung und Nutzer können nur darüber einen Datentarif buchen. Ein weiterer Nachteil: Der Plattform­betreiber möchte am Verkauf von eSIM-Tarifen mitverdienenden und die Anbieter werden die Marktplatzgebühren bereits in den Tarifpreis einrechnen. Jedoch gibt es auch gute Gründe für ein einfache Buchung mit wenigen Mausklicks. Nutzer können durch das System schnell die Tarifofferten und Preise der Anbieter miteinander vergleichen und dadurch auf einen aktiven Wettbewerb zumindest innerhalb dieser Plattform hoffen. Ein eindeutiger Mehrwert ergibt sich durch die hohe Flexibilität: So können Kunden spontan einen Tarif ordern und diesen sofort nutzen. Anstelle einer Vertragslaufzeit von mindestens Monat, wie auf dem Mobilfunkmarkt üblich, wird der Nutzer Stundenpässe bzw. Datenvolumenpakete erwerben können.

Doch hat das Modell auch in Deutschland eine Chance? Wie teltarif.de in einem Hintergrundgespräch mit einem hochrangigen Mitarbeiter eines deutschen Providers erfuhr, gibt es eine positive Absichtserklärung für die Bereitstellung von Mobilfunkleistungen auf dem eSIM-Tarifmarktplatz von Windows 10.

Letztendlich dürfte die eSIM die SIM-Karte aus Plastik nicht allzu schnell ersetzen, als flexible Ergänzung könnte sie sich für den Nutzer als durchaus lohnend erweisen.

Weitere Informationen zur eSIM bei Windows 10 haben wir in einem weiteren Artikel für Sie zusammengestellt.

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