Embedded SIM

Die Telekom setzt auf die eSIM

Bei einem Hintergrundgespräch in der Digital Innovation Arena erklärte die Telekom, welche Veränderungen die eSIM für Netzbetreiber, Gerätehersteller und die Kunden mit sich bringen wird.
Von Marie-Anne Winter
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Die Digital Innovation Arena der Telekom in BerlinDie Digital Innovation Arena der Telekom in Berlin Bereit zum Mobile World Congress im Februar verkündete die Deutsche Telekom, dass die programmierbare eSIM im nächsten Jahr auf den Markt kommen werde. Heute gab es im Rahmen eines Hinter­grund­gesprächs in der Digital Innovation Arena in Berlin konkretere Informationen dazu. Inzwischen haben sich die in der GSMA zusammengeschlossenen Netzbetreiber und assoziierte GSMA-Mitglieder wie Apple und Samsung auf einen gemeinsamen Standard für die eSIM geeinigt - was extrem wichtig ist, weil die eSIM ja in möglichst vielen Endgeräten und in allen Mobilfunknetzen funktionieren soll.

Sorgte der Vorstoß von Apple, eine frei program­mierbare in seine Geräte integrieren zu wollen, anfangs durchaus für Unruhe unter den Netzbetreibern, zeigt sich die Telekom inzwischen aber längst überzeugt, dass die embedded SIM, die fest in das Gerät eingebaut ist, viele Vorteile hat. Vor allem für den Kunden werde alles sehr viel einfacher, weil niemand mehr mit der Büroklammer das Fach für die SIM-Karte herausfummeln müsse, um dort die SIM-Karte einzulegen.

Aktivierung überall und jederzeit

Künftig kann die Aktivierung eines Geräts jederzeit über die Luftschnittstelle erfolgen - je nachdem, um was für ein Gerät es sich handelt, erklärt Christian von Reventlow, Innovationschef der Telekom. Auch eine Aktivierung durch das Fotografieren eines QR-Codes oder per App sei möglich.

QR-Code statt Plastik-Karte: So könnte der Telekom-Brief zur eSIM aussehen.QR-Code statt Plastik-Karte: So könnte der Telekom-Brief zur eSIM aussehen. Dass damit auch das Wechseln des Anbieters einfacher wird, ist für die Telekom kein Grund für Skepsis: Auch künftig würden sich die Kunden gut überlegen, warum sie einen Anbieter wählen und sich entsprechend auch langfristig binden - insbesondere, wenn das Benutzungs­erlebnis für den Kunden positiv ist. Und eine einfache und schnelle Aktivierung von Gerät und Vertrag trage dazu bei, ergänzt Ingo Hofacker, SVP Produkte Group Innovation. Natürlich spiele auch die Netzqualität eine wichtige Rolle - hier sehe sich die Telekom aber gut gerüstet.

Mehr Geräte pro Nutzer

Die Telekom gehe davon aus, dass die Kunden künftig viel mehr vernetzte Geräte nutzen werden - hier sei die eSIM besonders praktisch, zum einen weil sie den Herstellern mehr Möglichkeiten eröffne, Mobilfunk-Lösungen auch in sehr kleine und flache Geräte einzubauen. Zum anderen sind ganz neue Dienste Künftig werden viel mehr vernetzte Geräte genutzt.Künftig werden viel mehr vernetzte Geräte genutzt. und Serviceangebote denkbar - etwa die gleichzeitige Aktivierung völlig unterschiedlicher Geräte für einen bestimmten Vertrag. Nach Einschätzung der Telekom wird die eSIM die Vernetzung von Geräten untereinander - das Internet der Dinge - beflügeln.

Der Standard für die eSIM soll 2016 fertig sein - damit werden die technischen Anforderungen an die eSIM und die Regeln für die Profilverwaltung auf der Karte festgelegt. Für die eSIM wird eine andere Netzinfrastruktur als bisher nötig - die Systeme werden derzeit entsprechend ausgerüstet.

Natürlich kann man die vielen Millionen SIM-Karten, die alleine in Deutschland in Benutzung sind, nicht alle auf einmal auswechseln - eine Zeitlang wird es daher Hybridlösungen aus der bisher bekannten SIM-Karte und eSIM geben. Die Telekom erwartet, dass sich die eSIM bereits ab 2017 durchsetzen kann - in zehn Jahren werde es keine herkömmlichen SIM-Karten mehr geben.

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