Prognose

2022 wird es 8,9 Milliarden Handy-Verträge geben

Die Nutzung mobiler Breitband-Zugänge wird laut dem Ericsson Mobility Report in den kommenden Jahren rasant zunehmen. 5G wird sich in den USA am schnellsten etablieren, die Maschinen-Kommunikation wird in Europa stark vertreten sein.
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Prognosen zur Mobilfunk-Nutzung von EricssonPrognosen zur Mobilfunk-Nutzung von Ericsson Ericsson hat den neuen Mobility Report vorgelegt - hierbei handelt es sich um eine Studie, die Auskunft gibt über die weltweite Mobilfunk-Nutzung. Gleichzeitig wagt Ericsson darin einen Ausblick, wie sich mobile Breitband-Zugänge per LTE und 5G bis zum Jahr 2022 durchsetzen werden.

Für das Jahr 2016 fasst der Report zusammen, dass die Zahl der Mobilfunkverträge im Laufe des 3. Quartals weltweit um 84 Millionen auf 7,5 Milliarden anstieg. 3,9 Milliarden davon sind bereits Smartphone-Verträge, also mit einer UMTS- oder LTE-Datenverbindung.

So wird sich mobiles Breitband durchsetzen

Ericsson gibt einen Einblick, welche Länder im Jahr 2016 das stärkste Wachstum zu verzeichnen hatten. Den größten Zuwachs bei neuen Vertragsabschlüssen im 3. Quartal verzeichnete Indien (plus 15 Millionen), gefolgt von China (plus 14 Millionen), Indonesien (plus 6 Millionen), Myanmar (plus 4 Millionen) und den Philippinen (plus 4 Millionen).

In den kommenden Jahren wird der Prozentsatz von Breitbandkunden rasant zunehmen - dies liegt daran, dass in vielen Ländern momentan UMTS- und LTE-Netze aufgebaut werden. Ericsson sieht voraus, dass im Jahr 2022 90 Prozent der dann 8,9 Milliarden Mobilfunkverträge Breitbandzugänge sein werden. Zu diesem Zeitpunkt wird es laut der Einschätzung 6,1 Milliarden einzelne Kunden geben.

Die nächste technische Revolution im Mobilfunkmarkt wird die Einführung des LTE-Nachfolgers 5G sein. Hierzu fand diese Woche die ITU Telecom World 2016 in Bangkok statt, von der teltarif.de live berichtete. Wenn 5G wie geplant wirklich 2020 startet, wird es laut Ericsson 2022 weltweit bereits 550 Millionen 5G-Verträge geben. Bei der Nutzung des 5G-Mobilfunkstandards wird den Prognosen zufolge Nordamerika führend sein. Dort soll im Jahr 2022 voraussichtlich bereits ein Viertel aller Mobilfunkverträge im 5G-Netz funken.

Am zweitschnellsten könnte die Zahl der 5G-Verträge laut Ericsson im Asien-Pazifik-Raum wachsen: 10 Prozent aller User werden hier bis 2022 5G nutzen, prognostiziert der Netzausrüster. Doch nach wie vor gibt es Regionen auf der Welt, wo noch nicht einmal UMTS oder LTE eingeführt wurde: Im Nahen Osten und in Afrika werde sich zwischen 2016 und 2022 ein grundlegender Wechsel vollziehen: Die meisten Mobilfunkkunden verwenden dort bisher ausschließlich GSM-/EDGE-Netze, bis 2022 werden dort aber 80 Prozent aller Verträge im UMTS- und LTE-Standard angesiedelt sein.

Maschinenkommunikation: Europa wird vorne mit dabei sein

Ein großer Vorteil von 5G wird nicht nur die schnellere Geschwindigkeit sein, sondern auch die niedrigere Latenzzeit. Das prädestiniert den LTE-Nachfolger für die automatisierte Kommunikation zwischen Maschinen. Ericsson sieht IoT, Automation, Transport und Big Data als die hauptsächlichen Anwendungsbereiche.

2022 könnte die Zahl der internetfähigen Geräte voraussichtlich bei rund 29 Milliarden liegen, davon würden rund 18 Milliarden auf das Internet der Dinge (IoT) entfallen. Westeuropa wird sich weltweit offenbar zum zweitgrößten Markt für das IoT entwickeln. Ein Viertel aller weltweiten IoT-Verbindungen komme bereits jetzt aus Westeuropa. Politische und gesamteuropäische Regulierungen sieht Ericsson dabei als gute Voraussetzung.

Von der ITU Telecom World 2016 in Bangkok berichten wir momentan zum Beispiel aktuell über die schwierige Suche nach Frequenzen für 5G.

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