Ausblick

Daran arbeitet Ericsson am Eurolab in Deutschland

Ericsson ist seit vielen Jahren in Deutschland aktiv. Im Ericsson Eurolab in Herzogenrath-Kohlscheid bei Aachen werden wichtige Mobilfunk-Techniken der Zukunft entwickelt. In einer Artikel-Serie berichten wir über Zukunfts-Projekte, an denen Ericsson arbeitet.
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Die Netzwerk-Entwicklung ("Evolution") in eine geschäftliche Revolution zu verwandeln, das war der Slogan des "Ericsson Innovation Day", der zum siebten Mal in Herzogenrath-Kohlscheid bei Aachen im Ericsson Eurolab stattfand.

Die "Telefoniebolaget L.M. Ericsson" wurde 1876 von Lars Magnus Ericsson in Schweden gegründet und beschäftigt heute weltweit etwa 118 000 Mitarbeiter, davon 43 500 in Europa, die einen Jahresumsatz von 25 Milliarden Euro weltweit beziehungsweise 5,8 Milliarden in Europa erwirtschaften. Weltweit forschen und entwickeln 25 000 Mitarbeiter, davon 15 500 in Europa. Für Forschung und Entwicklung gibt das Unternehmen jedes Jahr 3,6 Milliarden Euro weltweit oder 2,2 Milliarden in Europa aus. Eine Milliarde Mobil- oder Festnetzkunden werden quasi weltweit (in 180 Ländern) von Ericsson direkt gemanagt, 2,5 Milliarden von Ericsson bei Problemen betreut. Dafür sind 64 000 Service-Techniker im Einsatz.

In einer kleinen Artikelserie geben wir einen Ausblick, wie Ericsson in Deutschland aufgestellt ist und an welchen Zukunftsprojekten der Konzern arbeitet.

So ist Ericsson in Deutschland aufgestellt

Eindrücke vom Ericsson Innovation DayEindrücke vom Ericsson Innovation Day Früh entwickelte Ericsson ein Autotelefon mit Wählscheibe (!), setzte auf Festnetzfernvermittlungstechnik und ist führend bei "ACD"-Telefonanlagen für Call-Center oder Hotlines. Die Deutsche Telekom bezieht einen Großteil ihrer VoIP-Technik im Festnetz von Ericsson.

Seit 60 Jahren ist Ericsson in Deutschland aktiv, beschäftigt hierzulande 2660 Personen, wovon 950 für die Forschung mit Schwerpunkt in Aachen-Herzogenrath (510 Mitarbeiter plus Gäste, also rund 600 Personen) tätig sind, die deutsche Firmenzentrale befindet sich in Düsseldorf.

Ericsson stellte früher auch selbst Handys her, die schon damals etwas klobig wirkten, aber wegen der hohen Stabilität und Qualität von einer Fangemeinde sehr geschätzt wurden. Heute liefert Ericsson das Know-How für viele Handyhersteller.

Während bisher überwiegend klassische Telefongesellschaften, also Netzwerk-Betreiber die Kunden von Ericsson waren, kommen inzwischen auch TV-Stationen und Medienunternehmen, die ihre Programme zum Beispiel über das Internet "ausspielen" wollen, Transportunternehmen, öffentliche Versorgungsunternehmen (Energie, Ver- oder Entsorgung) und öffentliche Sicherheitsunternehmen zu den Schweden. Neben klassischer Infrastruktur (Server, Sendeanlagen, Richtfunk-Verbindungen etc.) werden Dienste und Services immer wichtiger.

Heute liefert Ericsson viel "Ende zu Ende"-Technologie. Ein Mitarbeiter muss sich nicht nur in der verwendeten Technik auskennen, sondern das auch den Kunden allgemeinverständlich erklären können. 45 verschiedene Nationalitäten arbeiten in Aachen, betreuen Kunden, Partner und Universitäten. Inzwischen arbeitet man viel mehr mit anderen Unternehmen und Institutionen als früher zusammen, um die Probleme der neuen Netze und Dienste zu lösen.

Keimzelle Eurolab bei Aachen

Das Ericsson Eurolab in Aachen steuert rund 90 Patente pro Jahr bei, der Ericsson Konzern kommt weltweit auf 1440. Die Erforschung der 5G-Technik, die Zukunft von Maschinen-zu-Maschinen-Kommunikation (M2M) und Cloud-Technologien, die für große wichtige Telekommunikationsfirmen gedacht sind, stehen in Aachen ebenfalls auf dem Programm. Durch eine Partnerschaft mit dem Router-Pionier Cisco werden Cisco-Produkte in die Ericsson Landschaft integriert, vieles wird in Aachen getestet und entwickelt.

Das Labor in Aachen sieht sich als Schnittstelle, um die 5G Technologie, das Internet der Dinge (IoT) und die Cloud zusammen zu bringen. Dabei sind Fehler ausdrücklich erlaubt, "denn wir müssen aus Fehlern lernen", heißt es in Aachen.

Vor 25 Jahren hatte Ericsson den richtigen Riecher, als in Deutschland der erste private Netzbetreiber Mannesmann Mobilfunk mit seinem "D2 Privat"-Netz (heute Vodafone) fast alle Komponenten bei Ericsson bestellt hatte. Dazu bot die RWTH-Universität in Aachen interessanten Nachwuchs, und die Grenzlage zu Belgien und den Niederlanden macht den Standort auch europäisch sehr interessant. Heute beliefert Ericsson längst alle drei deutschen Netzbetreiber, also Telekom, Vodafone und Telefónica.

Im zweiten Artikel dieser Serie über die Entwicklungen bei Ericsson geht es um ein 5G-Testnetz in Deutschland und um die Vorteile des 5G-Standards. Außerdem erläutern wir, was unter Network-Slicing zu verstehen ist.

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