Zukunft

Ericsson kündigt 5G New-Radio-Lösung an

Wir berichten über neue Ericsson-Hardware für die 5G-Zukunft. Dabei sollen die Komponenten schon kommendes Jahr lieferbar sein. Leistung und Effizienz der Mobilfunknetze sollen verbessert werden.
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Ericsson startet die Vermarktung des weltweit ersten 5G NR-Funkmoduls für Massive MIMO. Das kündigte der schwedische Telekommunikationskonzern jetzt an. Schon im kommenden Jahr soll die Lösung erstmals zum Einsatz kommen. Zusammen mit den neuen 5G-Plug-Ins von Ericsson, die im Juni diesen Jahres vorgestellt wurden, und dem bereits kommerziell verfügbaren Baseband-System 5216, das Bestandteil des Funksystems von Ericsson ist, wird das Unternehmen damit nach eigenen Angaben der erste Netzausrüster sein, der alle für ein 5G-Zugangsnetz benötigten Komponenten bereitstellt. Das Funkmodul AIR 6468 vereint nach Angaben des Herstellers fortschrittliche Antennentechnologien mit einer großen Zahl steuerbarer Ports. So soll es möglich sein, Beamforming-Technologien sowie Massive MIMO zu nutzen und - darauf aufbauend - Multi-User MIMO (MU-MIMO). Durch Einsatz dieser Technologien werde eine verbesserte Nutzererfahrung erreicht. Gleichzeitig ließe sich hiermit die Kapazität sowie Abdeckung der Netze verbessern sowie Interferenzen reduzieren. Das neue Funkmodul unterstützt auch LTE, wodurch es ebenfalls in bestehenden Mobilfunknetzen einsetzbar ist.

Daneben will Ericsson eine Reihe neuer Ergänzungen des Ericsson Radio System einführen, die ebenfalls auf zentrale 5G-Anforderungen in aktuellen Netzen ausgerichtet sind. Drei neue Funkmodule unterstützen Gigabit-Geschwindigkeiten für LTE und bieten zusätzliche Flexibilität beim Netzdesign. Dazu will der Hersteller eine komplett im Ericsson Radio System integrierte Micro-Lösung für unlizenziertes Funkspektrum anbieten.

Lösungen für Netzverdichtung

Weltweit erstes kommerzielles 5G New-Radio-FunkmodulWeltweit erstes kommerzielles 5G New-Radio-Funkmodul Einen weiteren Schwerpunkt legt Ericsson auf Produkte, die den steigenden Bedarf bei der Netzverdichtung unterstützen. Diese Module nutzen das Ericsson Rail System zur Montage, so dass sie den flexiblen Aufbau von Funkstandorten unterstützen. Mit einem weiteren Baseband-Modul will es Ericsson Netzbetreibern ermöglichen, an technisch anspruchsvollen Standorten neue Frequenzbänder zu aktivieren und die Gefahr passiver Intermodulation zu minimieren.

Da die Optimierung des Spektrums zunehmend an Bedeutung gewinnt, will Ericsson zudem den sogenannten Uplink Spectrum Analyzer anbieten. Dabei handelt es sich um eine Software-Lösung, mit der per Ferndiagnose externe Interferenzen aufgespürt werden können. Ein Alleinstellungsmerkmal sei die sofortige Teilung der Ausgangsleistung, die das Wideband-Modul "Radio 2422" biete. Damit könne die Leistung ohne Zeitverzögerung zwischen Trägern, Standards und Frequenzbändern aufgeteilt werden, wodurch sich die Ausnutzung der verfügbaren Funkressourcen optimieren lässt.

Arun Bansal, Leiter der Business Unit Network Products bei Ericsson: "Wir führen die neue Hardware ein, auf der die neuen 5G-Plug-Ins, die im Juni 2016 vorgestellt wurden, laufen werden. Damit können die ersten Netzbetreiber beginnen, die 5G-Infrastruktur einzuführen. Und gleichzeitig führen wir Neuheiten für vorhandene Netze ein, die auf Konzepte setzen, die sich hin zu 5G entwickeln werden, wodurch sich sowohl die Leistung als auch Effizienz heutiger Mobilfunknetze verbessern."

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