Stressfrei Parken

Garantiert einen freien Parkplatz im Umkreis von 250 Metern finden

Das tschechische Startup eParkomat sagt aufgrund von Mobilfunkdaten mit einer Treffergenauigkeit von 93,3 Prozent freie Parkplätze voraus.
AAA
Teilen (26)

Startup-CEO Pavel Vrba erklärt uns am Rande des MWC wie der eParkomat funktioniert Egal, ob in Barcelona, Berlin oder New York: In praktisch jeder Großstadt gestaltet sich die Parkplatzsuche schwierig. Das kostet Zeit, Geld und Nerven. Im Durchschnitt soll so jeder Großstädter 80 Minuten Freizeit und 25,75 Euro für Sprit und entgangene Arbeitszeit pro Woche verlieren und dabei 5 Kilogramm unnötiges CO2 produzieren. Damit soll nun Schluss sein, verspricht das tschechischen Startup eParkomat aus Prag. Das Unternehmen schaffte es mit seiner Problemlösung im vergangenen Jahr unter die Top 12 des ChallengeUp!-Wettbewerbs des Internet-of-Things (IoT)-Akzelerators von Cisco, Intel und der Deutsche Telekom und stellt jetzt hier auf dem MWC in Barcelona aus.

Wir haben uns deshalb mit dem CEO und Mitgründer des Startups Pavel Vrba am Plaça d'Espanya getroffen, um mit ihm über die Funktionsweise von eParkomat, Smart Cities, Datenschutz und "mobility as a service" zu sprechen.

eParkomat findet einen freien Parkplatz im Umkreis von 250 Metern

Big-Data und künstliche Intelligenz sind die Zauberwörter, mit dem das Problem mit der Parkplatz­suche ein für alle Mal gelöst werden soll. "Wir haben einen selbstlernenden Algorithmus entwickelt, der in Echtzeit die Bewegung von Geräten in Mobilfunk­netzen auswertet, um mit hoher Wahrscheinlichkeit die Parksituation vorherzusagen", erklärt Pavel Vrba, der zusammen mit dem Mitgründer der Firma Petr Hais zuvor bei T-Mobile gearbeitet hat. Und das klappt ziemlich gut: "Unsere Vorhersagen treffen in 93,3 Prozent der Fälle zu", sagt der Startupper. Diesen Wert habe man im Rahmen eines Pilotprojekts in Prag ermittelt, bei dem man einen Computer zufällig Ziele generieren lassen hat. Die Vorhersagen für diese Ziele wurden anschließend vor Ort überprüft. Auf Grundlage der Ergebnisse dieses Pilot­versuches könne man auch garantieren, dass man mithilfe von eParkomat innerhalb eines Radius von 250 Meter einen freien Parkplatz finde. Berücksichtigt wurde bei diesem Wert, dass es in vielen Großstädten wie Prag Anwohnerzonen gibt, welche die Parkplatzsuche noch weiter erschweren.

"Zunächst hatten wir an eine Art soziales Netztwerk à la waze gedacht"

Auf die Idee gekommen, sich mit der Vorhersage von Parkplätzen zu beschäftigen, sind Pavel Vrba und Petr Hais noch während ihrer Zeit bei T-Mobile: "Wir hatten einen Kollegen, der ständig zu spät zu Sitzungen gekommen ist und sich immer wieder mit der schlechten Parkplatz­situation herausredete. Zunächst hatten wir an eine Art soziales Netztwerk à la waze gedacht, in dem sich die Leute auf freien Parkraum gegenseitig aufmerksam machen. Das würde aber erfordern, dass die Menschen mitmachen und dazu fehlt oftmals die Bereitschaft. Deshalb überlegten wir uns ein System, das ohne ihre konkrete Mitwirkung auskommt. Weil wir im Bereich der Telekommunikation tätig waren, überprüften wir daher, ob nicht eine Korrelation zwischen Mobilfunkdaten und Parkplätzen besteht und stellten dabei fest, dass wir auf dieser Grundlage theoretisch mit einer Genauigkeit von 96 Prozent vorhersehen können, in welchem Bereich sich ein freier Parkplatz befindet."

eParkomat plant Pilotversuch in Deutschland

Screenshot von eParkomat Screenshot von eParkomat Seit Dezember vergangenen Jahres ist eParkomat im Rahmen des Dienstes "Chytré auto", einer SmartCar-Lösung von T-Mobile in Tschechien verfügbar. Ab April wird der Dienst auch als Standalone-App in der Tschechischen Republik verfügbar sein. "Wir haben außerdem für dieses Jahr einen Pilotversuch in Deutschland geplant", verrät Pavel Vrba, denn man wolle in engerer Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom nach und nach den gesamten europäischen Markt abdecken. Nachfragen seien darüber hinaus auch aus den USA, China und von der arabischen Halbinsel verzeichnet worden.

Tesla hat es vorgemacht, wie „mobility as a service“ vermarktet wird

Interesse bestehe auch seitens der Automobil­industrie, die den Dienst direkt in die eigenen Smartcar-Systeme implementieren und vermarkten könnten. Elon Musk habe es mit Tesla vorgemacht, wie man "mobilty as a service" vermarkte. Das Auto fährt. Wer zusätzliche Funktionen haben wolle, müsse die Funktionen nachkaufen. Deshalb erwartet Pavel Vrba, dass sich immer mehr Software­entwickler auf die Entwicklung von Anwendungen für Autos konzentrieren würden, die direkt über App-Stores der Autohersteller bezogen werden können, weil in diesem Bereich die Bereitschaft der Kunden größerer sei, mehr Geld für eine App auszugeben.

Datenschutz und Smart Cities: Google würde es in kein deutsches Rathaus schaffen

Die Software von eParkomat kann noch mehr als einfach nur freie Parkplätze vorhersehen. Sie kann auch einen Beitrag zu Entwicklung von Smart Cities leisten. "Wir können zum Beispiel Städten bei der Planung von Parkraum helfen und genau sagen, wo noch Bedarf besteht", führt Pavel Vrba weiter aus. Auch die Realisierung dynamischer Preise zur Regulierung der Parkplatz­situation sei möglich. Dies könnte vielerorts sinnvoll sein, um die Parkplatz­situation zu entspannen. Oftmals stünden jedoch politische Gründe solchen Maßnahmen entgegen.

Einiges, was eParkomat kann, könnte auch Google leisten, da es über Android-Geräte ebenfalls umfangreiche Bewegungsdaten sammelt. "Wir können jedoch die Einhaltung des deutschen Datenschutzes gewährleisten", sagt Pavel Vrba und dies sei wichtig, wenn man es mit einer digitalen Dienstleistung in ein deutsches Rathaus schaffen möchte.

Teilen (26)

Mehr zum Thema Auto