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emporia Elegance im Handy-Test

Senioren-Handy ist zielgruppengerecht, hat aber ein großes Manko
Von Lars Hessling
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Einfache Handys wurden in den vergangenen Jahren immer kleiner, während ihr Funktionsumfang gewachsen ist. Kleine Tasten und Bildschirme sowie viele komplizierte Funktionen sind aber nicht jedermanns Sache. Geräte wie das Dualband-Handy emporia Elegance wollen zeigen, dass es auch anders geht: Sowohl die große Darstellung auf dem Bildschirm als auch die Eingabe über die großen Tasten sollen das Handy vor allem für Menschen mit körperlichen Einschränkungen tauglich machen. Dazu gehört auch, dass der Lautsprecher des Handys hörgerätetauglich ist.

Für das Elegance verlangt emporia im günstigsten Fall 119 Euro ohne Vertrag und einschließlich Versandkosten. Dies ist im Vergleich zu Standard-Handys nicht gerade preiswert, weshalb das Gerät hohe Erwartungen in die Basisfunktionen und die Bedienfreundlichkeit weckt. Ob das emporia Elegance diesen gerecht wird und wie stimmig das Gesamtbild des Geräts ist, zeigt der folgende teltarif.de-Handytest.

Elegante Verpackung versteckt ihre Öffnung

Das emporia Elegance in einer Hand.Das emporia Elegance empfiehlt sich mit großen Tasten und großer Display-Darstellung für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Die Verpackung des emporia Elegance passt zum Namen, aber nicht zu dem Ansatz, alles möglichst einfach zu gestalten: Während der eigentliche Karton noch leicht aus einem Schieber gleitet, sucht man bei der Verpackung selbst aufgrund des gleichmäßigen Erscheinungsbildes vergeblich nach einer Öffnungsmöglichkeit. Nach einigem Betrachten und Probieren erschließt sich erst, dass eine Seite einfach aufklappbar ist, da der Verschluss lediglich aus zwei Magneten besteht. Erst nach dieser Erkenntnis zeigt sich der Inhalt des Kartons. Das emporia Elegance selbst liegt in einer mit Samt überzogenen Plastikschale, darunter befinden sich Handbuch, Akku und Ladegerät.

Leichte Inbetriebnahme, ungewöhnlicher Ladestecker

Das Handy besitzt die Abmessungen 109 mal 50 mal 14 Millimeter und liegt gleich beim ersten Anfassen gut in der Hand. Zunächst fällt das Design ins Auge: Bis auf einen umfassenden metallenen Ring in der Mitte wirkt das ansonsten schwarz glänzende Handy wie aus einem Guss. Das äußere Erscheinungsbild wirkt sich allerdings in einigen Punkten negativ aus: Das Elegance nimmt schnell Fingerabdrücke an, das Gehäuse ist etwas glatt und versteckt den Akkufachdeckel so gut, dass man ihn zunächst nicht sieht.

Der Blick ins zielgruppengerechte und übersichtliche Handbuch verrät aber, wo der Akkufachdeckel liegt und wie man ihn öffnet. Danach gleitet die SIM-Karte leicht ins entsprechende Fach, wo sie von einem Metallbügel gehalten wird. Eine Abbildung, wie herum die SIM-Karte eingelegt werden muss, hätte dem Akkufach allerdings gut gestanden.

Der Akku mit einer Kapazität von 1100 mAh passt aber ohnehin nur in der korrekten Ausrichtung. Mit dem Energiespeicher schafft das Elegance Herstellerangaben zufolge 4 Stunden Gesprächsdauer oder 300 Stunden Standby. Das Ladegerät kommt allerdings mit einem Stecker, der am Handy in der 3,5-Millimeter-Buchse Platz findet. Dies verhindert nicht nur die gleichzeitige Verwendung von dem Ladegerät und einem optionalen Headset: Was aber genau passiert, wenn der Ladestecker versehentlich in die Headset-Buchse eines anderen Handys gelangt, wollten wir lieber nicht ausprobieren.

Tasten an der Seite ermöglichen Direktzugriff

Der geöffnete Akkufachdeckel mit dem Akku.Der Akkufachdeckel und das restliche Gehäuse wirken wie aus einem Guss. Nach dem ersten Einschalten verlangt das emporia Elegance nach der PIN-Nummer der SIM-Karte. Die Eingabe gelingt über die großen und gut getrennten Tasten mit klarem Druckpunkt problemlos. Jeden Tastendruck bestätigt das Handy auch akustisch. Nach der Eingabe der PIN legt der Nutzer die Sprache, die Uhrzeit und das Datum fest.

Der Startbildschirm zeigt den Akkufüllstand, den Mobilfunkanbieter, die Empfangsstärke, die Uhrzeit und das Datum. Die Darstellung der Symbole, Buchstaben und Ziffern auf dem 4,57 Zentimeter-OLED-Display ist groß und kontrastreich. Beleuchtete Tasten an den Seiten des Geräts führen zu Funktionen, die bei anderen Handys nur über das Menü erreichbar sind. An der linken Seite handelt es sich dabei um den Lautlos-Modus, die Lautstärke, einen Schieber die Tastensperre, auf der rechten Seite um die integrierte Taschenlampe, die SMS-Funktion, das Menü sowie einen Schieber für den Wecker. Die Tasten sind zielgruppengerecht mit größtmöglichen, eindeutigen Symbolen beschriftet.

Eine Taste für die Direktwahl einer oder mehrerer Notruf-Nummern fehlt allerdings ebenso wie ein Schnellzugriff auf das Telefonbuch. Zumindest letzteres ist jedoch – leider unbeschriftet – über die "Nach unten"-Taste erreichbar. Zum Ein- oder Ausschalten gibt es ebenfalls keine Schnellzugriff-Taste, stattdessen muss der Nutzer wie bei vielen anderen Handys auch üblich die Auflegen/Zurück-Taste zwei Sekunden lang drücken.

Was den Spaß am Telefonieren mit dem emporia Elegance einschränkt, lesen sie auf der zweiten Seite.

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