Elektrosmog

UMTS und LTE: Weniger Strahlung als bei GSM

Beim Telefonieren mit UMTS und LTE ist die Strahlenbelastung geringer als bei GSM, teilt das Bundesamt für Strahlenschutz mit und gibt weitere Tipps für die Handynutzung.
Von Marie-Anne Winter

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt: Besser mit Headset telefonieren. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt: Besser mit Headset telefonieren.
Bild: bfs.de
Smartphones verwenden genauso wie klassische Mobiltelefone hochfrequente elektromagnetische Felder für die Übertragung von Sprache und Daten. Neben Mobilfunkverbindungen können Smartphones in der Regel auch WLAN nutzen, wodurch auch eine gewisse Strahlung entsteht. Diese ist in der Regel aber geringer als beim herkömmlichen Mobilfunk.

Das gilt auch für Tablets, die ebenfalls hochfrequente Felder für WLAN-Verbindungen nutzen und oftmals noch ein Mobilfunk-Modul eingebaut haben.

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt: Besser mit Headset telefonieren. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt: Besser mit Headset telefonieren.
Bild: bfs.de
Die gute Nachricht ist: Mobilfunkanrufe über LTE oder UMTS setzen beim Verbindungsaufbau weniger Strahlung frei als ein Verbindungsaufbau über den älteren GSM-Standard. Darauf weist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf seiner Internetseite hin. Wer seine Strahlenbelastung beim mobilen Telefonieren verringern möchte, sollte also nach Möglichkeit ein Gerät mit UMTS- oder LTE-Funk nutzen und entsprechend LTE auch für Sprachanrufe aktivieren. Allerdings ist das bisher nur bei Geräten möglich, für die die jeweiligen Netzbetreiber entsprechende Profile bereitgestellt haben. Eine weitere Voraussetzung ist, dass ein LTE-Tarif gebucht wurde und das Smartphone die hierzulande genutzten LTE-Frequenzen unterstützt. Ähnliches gilt für die mobile Telefonie per WLAN, das so genannte Wifi Calling.

Langzeitwirkung noch unbekannt

Die geringere Strahlenbelastung beim Gesprächsaufbau ist auf die Funktionsweise der verschiedenen Technologien zurückzuführen. Beim GSM-Standard sendet das Telefon zunächst mit maximaler Leistung und fährt dann auf die tatsächlich benötigte Sendeleistung herunter. Über UMTS oder LTE wird zunächst mit der geringsten Leistung gesendet und wenn die Verbindung steht, falls nötig, die Sendeleistung erhöht. In welchem Netz sich das Smartphone gerade befindet, erkennt man am Symbol oder Buchstabenkürzel neben der Signalstärkeanzeige auf dem Handydisplay. Wenn sich dort ein "3G", "4G", "LTE", "H" oder "H+" befindet, ist das Telefon in ein UMTS- oder LTE-Netz eingebucht.

Man kann die Strahlenbelastung aber auch durch einen größeren Abstand zum Körper senken, etwa indem mit einem Headset telefoniert wird und man beim Telefonieren nicht noch zusätzlich E-Mails abruft oder andere Anwendungen nutzt, bei denen Datentraffic anfällt.

Zwar geht nach derzeitigem Stand von Wissenschaft und Technik vom Mobilfunk keine gesundheitliche Gefahr aus - für eine abschließende Beurteilung von Langzeitwirkungen ist die Technologie aber noch zu jung. Auch bei der Auswirkungen auf Kinder sind noch nicht alle offenen Fragen abschließend beantwortet. Deshalb rät das Bundesamt für Strahlenschutz zur Vorsorge.

Weitere Informationen rund um das Thema Mobilfunk-Strahlung finden Sie in unserem Ratgeberbereich.

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