Recycling

Elektroschrott: Wegwerf-Alternativen im Überblick

Der Elek­tro­schrott-Berg wächst und wächst. Ein unum­kehr­barer Trend? Nicht unbe­dingt: Auch ältere Geräte können oft weiter gute Dienste leisten - oder sogar noch die Haus­halts­kasse klin­geln lassen.

Nicht jedes Altgerät muss Elektroschrott sein Nicht jedes Altgerät muss Elektroschrott sein
Bild: picture alliance/Christian Charisius/dpa
Ob groß oder klein: Natür­lich gehören Elek­tro­ge­räte am Ende ihre Lebens­zy­klusses nicht einfach in den Müll­eimer oder an den Stra­ßen­rand. Schließ­lich stecken wert­volle Rohstoffe drin, oft eben aber auch Schad­stoffe.

Recy­cling und fach­ge­rechte Entsor­gung sind hier gefragt. Nach­hal­tiger ist es aber, Elek­tro­schrott zu vermeiden, indem man repa­riert, weiter­ver­wendet, verschenkt oder verkauft. Nach­fol­gend lesen Sie Wegwerf-Alter­na­tiven im Über­blick.

Repa­ratur

Nicht jedes Altgerät muss Elektroschrott sein Nicht jedes Altgerät muss Elektroschrott sein
Bild: picture alliance/Christian Charisius/dpa
Ob Kaffee­ma­schine, Note­book, Toaster oder Handy: Geht ein Gerät nach Gewähr­leis­tungs- und Garan­tie­zeit kaputt und erscheinen die Repa­ra­tur­kosten beim Hersteller oder in der Fach­werk­statt zu hoch, ist Selbst­hilfe immer eine Option. Offene Werk­stätten gibt es seit Jahrz­enten.

Relativ neu ist aber der Trend, etwas gemeinsam im Rahmen einer öffent­li­chen Veran­stal­tung zu repa­rieren - "im Austausch mit anderen und als bewusstes Zeichen wider den Wegwerf­wahn", wie es jene Stif­tung formu­liert, die hinter dem Netz­werk Repa­ratur-Initia­tiven steht, das online Termine für Repa­ratur-Events veröf­fent­licht.

Darunter sind auch die als Repair-Cafés bekannt gewor­denen Treffen, bei denen versierte Laien oder Profis schrau­benden Verbrau­chern zur Seite stehen. Ein Bastler-Dorado sind zudem Video­platt­formen wie YouTube oder Seiten wie Ifixit, wo es Schritt-für-Schritt-Anlei­tungen für die Repa­ratur aller mögli­chen Schäden und Geräte gibt.

Weiter­nut­zung

Auch wenn es schon wieder ein neues Smart­phone-Topmo­dell gibt und im Elek­tronik­markt ein noch größerer Fern­seher als daheim zum Kampf­preis lockt: Verbrau­cher sollten immer sehr genau über­legen, ob sie ein neues Gerät wirk­lich brau­chen oder ob das alte nicht noch genügt. Denn schon der ökolo­gi­sche Fußab­druck an Rohstoffen und Energie, die neue Geräte durch Produk­tion und Trans­port hinter­lassen, ist meist enorm.

Gemessen an der Ener­gie­bi­lanz für Herstel­lung und Betrieb müssten Wasch­ma­schinen wenigs­tens 17 Jahre genutzt werden, bis sich ein Neukauf aus Umwelt­sicht annä­hernd lohnt, wie aus einer Studie des Euro­päi­schen Umwelt­büros (EEB) hervor­geht, dem Dach­ver­band von mehr als 140 Umwelt­or­ga­ni­sa­tionen aus ganz Europa. Bei Note­books sind es sogar mindes­tens 20 und bei Smart­phones sogar mindes­tens 25 Jahre.

Teilen

Zum Vermeiden von Elek­tro­schrott ist auch das gemein­same Nutzen von Geräten sinn­voll - egal, ob man sie tauscht, verleiht oder teilt. Viele Geräte nehmen daheim nur Platz weg und werden höchst selten benutzt. So wie etwa eine Bohr­ma­schine.

Nach Schät­zungen des Natur­schutz­bundes Deutsch­land (NABU) ist so ein Gerät während seiner Lebens­zeit nur 45 Stunden in Gebrauch, obwohl 300 Stunden durchaus möglich wären. Daher lohnt die Über­le­gung, ob man bestimmte Geräte nicht auch ausleihen kann oder sie gleich gemeinsam zum Teilen mit Freunden oder Nach­barn anschafft.

Umnutzen

Auch wenn man fest­stellt, dass Handy, Computer oder Note­book viel­leicht nicht mehr die persön­li­chen Anfor­de­rungen an die ursprüng­liche Nutzung erfüllen, ist krea­tives Um- und Weiter­nutzen immer noch eine Möglich­keit. Ein alter Rechner - egal ob PC oder Note­book - kann oft zum Zweit­gerät, Netz­werk­spei­cher oder Medi­en­server werden.

Und ein ausge­mus­tertes Smart­phone kann eine ältere Anlage mit Strea­ming-Musik aus dem Internet versorgen oder mit Hilfe von Apps als Baby­phon oder Webcam fungieren. Und ein alter Router lässt sich viel­leicht noch zum ohnehin drin­gend benö­tigten WLAN-Repeater umfunk­tio­nieren.

Weiter­geben

"Prüfen Sie, ob Ihr ausge­mus­tertes Gerät nicht für eine Zweit­nut­zung infrage kommt", rät das Umwelt­bun­desamt (UBA). Das kann zum einen die Weiter­gabe an Menschen sein, die das jewei­lige Gerät noch gebrau­chen können: Tablets sind etwa für ältere Menschen, die gerade mit Computer und Internet starten, eine gute Alter­na­tive zu klas­si­schen Rech­nern, können aber mit alters­ge­rechten Apps auch für Kinder inter­es­sant sein.

Ebenso gilt es zu prüfen, ob sich der Verkauf per Klein­an­zeige auf einem Online­markt­platz oder Ankauf-Dienst­leister noch lohnen könnte. Umge­kehrt kann man anschlie­ßend mit einem Gebraucht- statt mit einem Neukauf viel für die Umwelt tun. Und: "Wenn es nicht das neuste Gerät sein muss, können Sie mit einem gebrauchten Smart­phone viel Geld sparen", gibt das UBA zu bedenken. Das gilt natür­lich auch für andere Geräte vom Rasen­mäher über den Fern­seher bis hin zum Rechner.

Entsorgen

Hilft alles nichts mehr, müssen ausge­diente Geräte fach­ge­recht entsorgt werden. Allge­mein gilt: Alles mit Kabel, Akkus oder Batte­rien hat im Haus­müll nichts verloren. E-Schrott kann in jedem Fall bei kommu­nalen Sammel­stellen wie auf Wert­stoff­höfen oder beim Schad­stoff­mobil kostenlos abge­geben werden. An manchen Sammel­plätzen finden sich auch spezi­elle Elek­tro­schrott-Container. Die Seite Elektroschrott.de bietet eine Sammel­stellen-Über­sicht.

Aber auch große Händler, egal ob stationär oder im Netz tätig, müssen kleine Geräte bis 25 Zenti­me­tern Kanten­länge selbst dann annehmen, wenn sie nicht bei ihnen gekauft worden sind, erklärt das UBA die gesetz­liche Rege­lung. Ist ein Elek­tro­gerät größer als 25 Zenti­meter, sind Händler verpflichtet, dieses beim Neukauf eines gleich­ar­tigen Gerätes kostenlos zurück­zu­nehmen.

Wer sein Altgerät bei Liefe­rung eines Neuge­rätes mitnehmen lassen möchte, muss dies dem Händler aller­dings bereits bei Abschluss des Kauf­ver­trags mitteilen. Die Kampa­gnen­seite Drop it like E-Schrott versucht sich darin, Entsor­gungs­fragen etwas bunter zu beant­worten.

In einer Bilder­news erfahren Sie 10 Dinge, die das alte Handy noch kann.

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