Onlinediagnose

Digitale Medizin braucht schnelleres Internet

Breitbandausbau für medizinische Anwendungen nötig
Von dpa / Jennifer Buchholz

Mit Verdacht auf Schlagan­fall wird ein Patient in ein Kranken­haus ein­geliefert. Er kann seine Arme nicht mehr gleich­zeitig bewegen: Während er den rechten ohne Pro­bleme hebt, bleibt der linke liegen. Schlaganfall, urteilt ein Neurologe - ohne den Patienten jemals in natura gesehen oder berührt zu haben. Die Diagnose fällt er per Videokonferenz. Vor Ort assistiert ihm ein Arzt, der auf Schlag­anfälle allerdings nicht spezialisiert war. Er schaltete den Spezialisten einer größeren Klinik ein und schickte ihm nach der Vor­unter­suchung die Daten des Patienten.

Was nach Zukunfts­musik klingt, könnte einer der ersten Schritte zur Digitali­sierung der Medizin sein. Online Diagnosen stellen und Ärzte per Videochat unterstützen, das könnte nach Meinung von Vertretern der Telemedizin eine Lösung gegen den Mangel an Ärzten in ländlichen Regionen sein. "Wir können dadurch ärztliche Expertise dorthin bringen, wo sie nicht vorhanden ist, aber benötigt wird", sagt Wolfgang Loos von der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin. Diagnosen aus dem Netz sind unter Ärzten und Kassen jedoch umstritten.

Mediziner aus der Ferne

Dem Ärztemagel kann mit eHealth entgegengewirkt werden Dem Ärztemagel kann mit eHealth entgegengewirkt werden
Bild: dpa
Unter dem Oberbegriff eHealth [Link entfernt] werden alle medizinischen Anwendungen zusammengefasst, mit denen Patienten mit Hilfe moderner Kommu­nikations­technologien behandelt und beraten werden. Durch eine Digi­talisierung der Medizin soll es Ärzten erleichtert werden, der Behandlung einer zunehmenden Zahl von älteren und chronisch kranken Menschen Herr zu werden - vor allem auf dem Land.

Zu eHealth zählt in erster Linie die Telemedizin. Laut Bundes­gesund­heits­minis­terium soll sie "vor allem für den ländlichen Raum wichtiger Bestand­teil der medi­zin­ischen Ver­sorgung" werden. Heißt im Klartext: Da nicht überall Fach­ärzte ein­gesetzt werden können, sollen Mediziner aus der Ferne helfen. Spezialisten können bei­spiels­weise von Ärzten in ländlichen Regionen [Link entfernt] per Video­konferenz bei der Diagnose bei Schlag­anfall­patienten zu Hilfe gezogen werden.

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