Gembird

Test: WLAN-Steckdose per Internet und App schalten

EG-PMS2-WLAN mit großen Problemen bei der Inbetriebnahme
Von Thorsten Neuhetzki

Eine Steck­dose, die sich von überall auf der Welt per Internet schalten lässt - für viele Fans der Heimvernetzung ist das ein Traum. Die Kaffee­maschine morgens schon mal aus dem Bett zu starten ist dabei nur eine der recht abgenutzten Klischee-An­wendungen. Vielmehr lässt sich beispiels­weise die externe Fest­platte oder der Server zu Hause schnell anschalten, wenn man Daten benötigt - und danach wieder ausschalten. Und wer vor dem Urlaub vergessen hat, seine HiFi-Ecke vom Stromn­etz zu trennen, kann das ebenfalls nachholen - voraus­gesetzt sie ist an eine fern­steuerbare Steckdose angeschlossen. Ein Premium-Modell in dieser Kategorie ist die EG-PMS2-WLAN von Gembird. Wir haben uns die Steckdose, die per WLAN angesprochen wird, angesehen und getestet. Dabei kam es zu uner­warteten Problemen, die uns dann auch der Hersteller bestätigte. EG-PMS2-WLAN: Die vier mittleren Steckdosen sollen sich per Internet und WLAN schalten lassen EG-PMS2-WLAN: Die vier mittleren Steckdosen sollen sich per Internet und WLAN schalten lassen
Foto: teltarif.de / Thorsten Neuhetzki

Stolze 149 Euro soll die Mehrfachsteckdose kosten, die dem Nutzer insgesamt sechs Eurostecker-Plätze bietet. Vier von diesen Steckdosen sind fernsteuerbar, die beiden äußeren sind normale, dauerbeschaltete Steckdosen. Die komplette Steckdose lässt sich über einen Masterschalter manuell ausschalten. Die erste Überraschung kommt mit dem Auspacken und dem Anschauen der kurzen Bedienungsanleitung. Um die Kontrolle über die Steckdose übernehmen zu können, muss eine Software auf dem Windows-Rechner installiert werden. Unterstützt werden immerhin alle üblichen Versionen (2000/XP/Vista/7/8), jedoch keine anderen Systeme wie Linux oder Apple. Ebenfalls enttäuschend: Die Software kommt auf CD daher. Ein CD-Laufwerk ist jedoch am Ultrabook des testenden Redakteurs nicht vorhanden. Das dürfte inzwischen auch auf viele andere Heimanwender zutreffen. Immerhin bietet Google nach einigem Suchen eine Alternative: Die Software gibt es auf der Webseite des Herstellers zum Download - kein Wort davon in der Bedienungsanleitung.

Massive Probleme bei der Einrichtung der WLAN-Verbindung

Die WLAN-Konfiguration Die WLAN-Konfiguration
Foto: teltarif.de / Thorsten Neuhetzki
Doch das sollte nicht die einzige Hürde beim Start sein. Nach dem Installieren der Software soll laut Anleitung alles ganz einfach gehen. Nur schnell die WLAN-Antenne an die Steckdose schrauben und den manuellen Schalter auf "on" stellen. Außerdem muss ein USB-Kabel zwischen Steckdose und Rechner verlegt werden, um die Steckdose erstmals anzusprechen. Die Software verlangt dann die manuelle Eingabe der WLAN-Daten (SSID, Passwort, Kanal). Per USB werden diese an die Steckdose überspielt, so dass diese sich auf den WLAN-Router einloggen kann. Beim ersten Versuch, die Steckdose in Betrieb zu nehmen, scheiterten wir und gelangten nur mit einigen Tricks in die Web-Konfigurations-Überfläche. Dies war über das Herausfinden der IP-Adresse über den verwendeten Router und deren Eingabe möglich. Das notwendige einfache Passwort findet sich in der Anleitung. Einige Zeit später versuchten wir es noch einmal von vorne. Jetzt klappt die Kontaktaufnahme der Software problemlos. Nach der Eingabe der WLAN-Daten lief die Konfiguration durch.

An dieser Stelle hörte unser Test jedoch leider im ersten offiziellen Testablauf auch. Mit einem Klick auf "Go to Device" soll der Nutzer auf die Weboberfläche der Steckdose kommen. Das jedoch gelang bei uns in zwei unabhängigen Testumgebungen nicht. Über die vom Router zugewiesene IP-Adresse sollte der Nutzer eigentlich auf die Admin-Oberfläche kommen. Zwei verschiedene Rechner und zwei verschiedenen Netzwerken verweigerten jedoch, die Seite aufzurufen. Dabei war die IP-Adresse im Router vergeben, das Gerät also angemeldet. Bei unserer ersten kurzen Inbetriebnahme nach dem Eintreffen der Steckdose, bei der wir den Zugang zur Steckdose bekamen, konnten wir die Oberfläche jedoch aufrufen.

Wie der Hersteller auf unsere Probleme reagierte und wie das Schalten der Steckdosen per Internet klappt, lesen Sie auf der nächsten Seite.

1 2

Mehr zum Thema Heimvernetzung