Einfach rules

Editorial: Endlich einfacher, aber bei weitem nicht für jeden

o2 o - ein Meilenstein für o2, aber auch für den Kunden?

Der Geschäftsführer von o2 Germany, Jaime Smith Basterra, bezeichnete heute Mittag die Einführung von o2 o als wichtigsten Meilenstein in der Unternehmensgeschichte seit der Einführung von Genion, die seinerzeit noch unter dem Unternehmensnamen Viag Interkom 1999 stattfand. In der Tat ist es ein mutiger und für einen Netzbetreiber geradezu revolutionärer Schritt, quasi in einem Zug das gesamte bestehende Tarifkonzept zu verändern und dann noch mit einem bisher unbekannten Tarifkonzept an den Start zu gehen. Zwar werden mit den Tarifen o2 Mobile&Flat und o2 Inklusivpaket die Konzepte der beiden Top-Seller weitergeführt, ansonsten setzt man in München aber komplett auf o2 o.

War es seit der Einführung von Flatrates und dem Markteintritt der Mobilfunk-Discounter (No-Frills) im Bereich der mobilen Telefontarife lange ruhig, so gelang o2 heute mit o2 o ein neues großes Achtungszeichen. Ob daraus auch für den Markt ein wahrer Meilenstein wird, werden wir in den kommenden Monaten wissen. o2 hat sicherlich alle Chancen, mit dem neuen Tarifkonzept viele Pluspunkte zu sammeln - sofern wirklich alles so umgesetzt wird, wie heute dargestellt und natürlich andere grundlegende Hausaufgaben hinsichtlich Netzverfügbarkeit, Servicequalität etc. zur Zufriedenheit erledigt werden.

Wie immer gilt: Es kommt auf das Nutzungsverhalten an

o2 will in den Presseunterlagen vermitteln, dass o2 o der ideale Tarif für alle Nutzungsszenarien ist, egal ob man sich zum Wenig-, Normal- oder Vieltelefonierer zählt. Jedoch gilt auch hier das schon seit über zehn Jahren gelernte Prinzip, dass ein Tarif zum persönlichen Nutzungsverhalten passen muss.

o2 o ist zweifelsfrei ein hoch innovatives und spannendes Konzept. Mit einer Quasi-Flatrate von 60 Euro für alle deutschlandweiten Fest- und Mobilfunkgespräche sowie SMS ist er insbesondere für Vieltelefonierer attraktiv. Derzeit gibt es hier kein vergleichbares Produkt am Markt. Zudem kann der Vielnutzer in der Variante als Laufzeitvertrag mit nur minimaler Mindestlaufzeit viele Zusatzangebote für Datennutzung, vergünstigte Roaming-Telefonate oder Multicard nutzen.

Doch trotz des Lobes muss auch relativiert werden, dass gerade Normal- und Wenignutzer, die überwiegend telefonieren und SMS schreiben wollen und auf weitere Serviceleistungen wie z.B. persönliche Betreuung im Shop verzichten können, bei anderen Wettbewerbern weitaus billigere Angebote finden können. Je nach Vorliebe zu einem bestimmten Mobilfunknetz sind das etwa Congstar, Bildmobil, simyo oder Fonic. Kommt man beispielsweise mit 400 Nutzungseinheiten (Telefonminuten oder SMS) pro Monat aus, berechnet jeder dieser Anbieter etwa 40 Euro pro Monat. Für die gleiche Leistung müsste man bei o2 o 60 Euro bezahlen. Steckt man die Differenz von 20 Euro monatlich in ein Sparschwein, kann man locker hin und wieder Monate mit deutlich höherer Nutzung finanzieren. Kostenkontrolle liefern die genannten Anbieter auch mit, da die Abrechnung über ein Prepaid-Konto abläuft, bei dem man naturgemäß die Aufladungshöhe selbst bestimmen kann.

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