Ja - Nein

Editorial: Wege aus der digitalen Spaltung?

Die digitale Spaltung bedroht unsere Gesellschaft.Unaufhaltsam. Wenn wir uns nicht damit beschäftigen.
AAA
Teilen (7)

Gelingt der Kontakt zwischen analoger und digitaler Welt? Können wir die Gefahr einer Spaltung überwinden?Gelingt der Kontakt zwischen analoger und digitaler Welt? Können wir die Gefahr einer Spaltung überwinden? Von der digitalen Spaltung der Gesellschaft kann man ab und zu lesen: Im Internet oder ganz analog in der gedruckten Zeitung. Diese "Spaltung" besagt, dass es Mitmenschen gibt, die sich für Handy, Internet und Computer nicht die Bohne interessieren oder diese "moderne" Technik nicht (mehr) verstehen (wollen), weil sie ihnen unheimlich ist oder einfach nur unheimlich vorkommt, weil sie diese nicht kennen.

Spaltung nach Alter? Jung gegen Alt?

Die Spaltung kann eine altersmäßige Spaltung sein. Die "Jugend" wächst mit digitalen Dingen auf, sie sind die "Digital Natives". Die Älteren unter uns müssen sich mit Computern und Handys erst einmal "anfreunden". Es ist aber auch eine Spaltung der digitalen (Aus)Bildung. Am Handy, Tablet oder dem Laptop oder PC elektronische Spiele zu spielen, ist das eine. Die digitalen Geräte für den praktischen Alltag (sinnvoll) einsetzen das andere.

  • Wie schalte ich den Computer ein?
  • Wie fahre ich ihn hoch?
  • Wo sind die Programme, die ich brauche?
  • Wo bekomme ich diese Programme her und was kostet das?
  • Wie komme ich ins Internet?
  • Ist mein Anschluss dafür überhaupt geeignet?
  • Wie bekomme ich notwendige Informationen im Internet?
  • Wie zuverlässig sind diese Informationen?
  • Wikipedia oder Google? Oder gibt's noch andere Suchmaschinen?
Der Fragenkatalog ist lang und länger und laufend kommen neue Fragen dazu.

Die digitale Verwaltungsbehörde

In einer digitalen Gesellschaft sollen Behördengänge digitalisiert werden. Klingt eigentlich ganz vernünftig. Aber wie ist die Realität? Die jährliche Steuererklärung bitte nur noch per Elster-Formular. Die EU-Bürokratie für Landwirte: Anträge nur noch online!
Die Fragen sind grundsätzlicher.

  • Wie stelle ich einen Antrag auf dem Amt?
  • Was brauche ich dafür?
  • Geht das überhaupt?

Und täglich grüßt das Murmeltier. Es heißt Update!

Mein Computer, mein Laptop, mein Smartphone, mein Auto, meine Waschmaschine? Und die Kette hört nicht auf. Laufend neue Updates. Brauche ich diese Updates überhaupt? Will ich die überhaupt? Wie sicher ist, ob mein mühsam konfigurierter Computer nach dem Update auf die "neueste Version" noch so funktioniert, wie ich das will? Wie viele unnötige Werbeprogramme sind danach auf meinem Gerät, die ich mühsam wieder entfernen muss?

Digitales Geld?

Wie verwalte ich mein Bankkonto "digital"? Was brauche ich dafür? Handy, Lesegerät, TAN-Listen, Foto-TAN, SMS-Tan, Push-Tan, was ist sicher? Wie gehe ich digital einkaufen? Bezahlen mit dem Handy ist vielen noch unheimlich, viele kleine Firmen haben viel Geld und Zeit in Bezahlsysteme investiert, oft vergebens. Dann kamen die großen wie Google und zeigten der verblüfften Zielgruppe, wie einfach das geht. Apple Pay steht in den Startlöchern, nach vier Jahren Verhandlungen, Spekulationen, Gerüchten und Umweglösungen, könnte es dieser Tage soweit sein.

Digitale Sicherheit?

Wie schütze ich mich vor Gefahren im Internet? Welche "Gefahren" sind wirklich "Gefahren" und welche dienen nur als Alibi für die Verkäufer von elektronischer "Sicherheit"? Viele Fragen wenig Antworten.

Digitale Schule - digitale Ausbildung

In den Schulen stehen vielleicht schon Computer. Gibt es genügend? Laufen diese - wenn sie laufen - noch unter Windows XP ? Oder schon unter Windows 7 oder gar Windows 10 ? Oder etwa unter Linux? Wer kümmert sich darum, dass die Computer lauffähig bleiben? Wird den Schülern da was beigebracht oder kennen sie das schon von zu Hause oder von Schulfreunden?

Das "böse" Handy

Handys in der Schule? Sind sie erlaubt, werden sie trotz aller Verbote heimlich genutzt, werden sie geduldet? Oder wird alles digitale von überlasteten Lehrern und ratlosen Eltern erst einmal grundlos verboten, weil sie es selbst nicht mehr verstehen?

Digitale Analphabeten

Vermutlich werden all diese digitalen "Analphabeten", denen diese Technik "unheimlich" ist, dieses Editorial gar nie lesen. Vielleicht sollten Sie, die Sie zu den digital Weitergebildeten gehören, Geduld üben und ihrer noch nicht digitalen Umwelt ein klein wenig Hilfestellung leisten. Zeigen, wie es geht. Zeigen, wo gute Informationen zu finden sind. Was ein Newsletter bedeutet - vielleicht den von teltarif.de?

Denn die digitale Welt kommt - so oder so. Eigentlich sind wir sogar schon mittendrin. Aufzuhalten oder gar umzudrehen ist diese Entwicklung nicht mehr. Ja: Viele sind daher sogar schon genervt, wenn die Themen des Alltags noch nicht elektronisch oder online erledigt werden können.

Was also tun?

Sich mit der digitalen Welt anfreunden. Diese neue Welt spielerisch entdecken. Anderen zeigen, was jetzt schon möglich ist. Je eher wir uns und unser Umfeld damit anfreunden, umso einfacher wird es. Wenn wir uns in der digitalen Welt immer besser darin auskennen, ist diese Welt gar nicht mehr so unheimlich. Dann macht sie auf einmal Spaß und fördert Kreativität und Zufriedenheit und am Ende sogar ein wenig Glück.

Teilen (7)

Mehr zum Thema Editorial