Clevere Tinte

Edding Code: Digitale Tinte als Ersatz für den QR-Code?

Sogar die Tinte wird nun digitalisiert, möglich macht es ein neues Verfahren eines zu Edding gehörenden Start-Ups. Verbraucher sollen von schlauen Verpackungen und Prüfung der Marken-Echtheit profitieren.
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Permanent-Marker-Spezialist Edding sieht die Digitalisierung als Chance und nicht als Gefahr. Mit smarter Tinte sollen neue Möglichkeiten innerhalb der Industrie 4.0 geschaffen werden. Nutznießer sei der Verbraucher, denn an einer Produktverpackung angebracht übermittelt der sogenannte Edding Code Daten an das kapazitive Smartphone-Display.

Anstatt mit einer Kamera QR-Codes einzulesen, könnten Kunden also in Zukunft Informationen über einen Artikel durch ein auf dem Bildschirm abgelegtes Etikett erhalten oder den Touchscreen auf einen auf einer Verpackung aufgedruckten Code halten. Entwickelt wurde die Technologie der leitfähigen Tinte vom sächsischen Start-Up Prismade Labs.

Schlaue Tinte für die Industrie 4.0

Der Edding Code in Aktion
Der Edding Code in Aktion
Seit 59 Jahren stellt die Ahrensburger Firma Edding AG allerlei Schreibutensilien für den Privat-, Büro-, und Schulalltag zur Verfügung. Heutzutage wird aber ein Großteil des Schriftverkehrs digital abgewickelt, sei es über das Smartphone, das Tablet oder den Computer. Wo findet da die altgediente Tinte noch Platz? Wenn es nach der Vision des Marker-Profis geht, lautet die Antwort: Digital erweitert bei interaktiven Verpackungen.

Die neuartige Flüssigkeit enthält eine unsichtbare, leitfähige Substanz mit digital lesbarem Code. Sie wurde von Prismade Labs ausgeklügelt, das sich zu 50 Prozent im Besitz der Edding AG befindet. Der Code kann auf Papier, Label oder Verpackungen gedruckt werden und Angaben wie das Mindesthaltbarkeitsdatum, eine Marken-Verifizierung, Seriennummern oder Promotion-Aktionen beinhalten. Solche Verpackungen könnten einen innovativen Ansatz schaffen und Neugierde bei den Kunden wecken. Gemeinsam mit Elried Markierungssysteme wurden kompatible Drucker entwickelt.

Wachablösung für den QR-Code?

Der Quick Response Code, kurz QR-Code, existiert bereits seit 25 Jahren und erfreut sich vor allem im Zusammenspiel mit Smartphones großer Beliebtheit. Viele Hersteller haben von Haus aus eine QR-Reader-Funktion im Mobilgerät integriert, alternativ gibt es eine Fülle an Apps, welche das Feature nachrüsten. Gänzlich wird der QR-Code sicherlich nicht verschwinden, vor allem da der Edding Code vornehmlich für physische Produkte konstruiert ist. Eine interessante Erweiterung oder Alternative im Einzelhandel, dem Vertrieb und der Pharmaindustrie könnte der Edding Code allerdings werden. Ob das Verfahren in einer angepassten Form als spezielle Marker auch für Privatanwender denkbar ist, bleibt abzuwarten.

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