Notruf-System

eCall: Automatischer Notruf wird ab April Pflicht

Nach einem Crash setzt das Auto selbständig europaweit einen Notruf an die 112 ab: Dieses eCall-System wird ab April in allen Neuwagen Pflicht.
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Schon seit den 1980er-Jahren gibt es Ideen für ein einheitliches Notrufsystem in Fahrzeugen, über das die Rettungskräfte deutlich schneller alarmiert werden können als bislang. Ab April wird es nun ernst: Laut einer Vorgabe der EU müssen alle nach dem 31. März neu typgeprüften Fahrzeugmodelle über das eCall-System verfügen (Hinweis: In einer älteren Variante des Artikels stand hier fälschlich "alle nach dem 31. März zugelassenen Neuwagen").

eCall soll nach einem Crash selbständig einen Notruf absetzen können, beispielsweise auch dann, wenn alle Fahrzeuginsassen bewusstlos oder anderweitig nicht ansprechbar sind. Denn nicht immer ist es den Insassen möglich, ein Handy in die Hand zu nehmen oder das Fahrzeug zu verlassen und zur nächsten Notrufsäule zu gehen.

Basisversion ist für alle Bürger kostenlos

eCall ab April in allen Neuwagen PflichteCall ab April in allen Neuwagen Pflicht Nach einem Unfall baut das eCall-System also zunächst eine Verbindung über die Notrufnummer 112 zur nächstgelegenen Leitstelle auf. Zunächst überträgt das System im Auto einen minimalen Datensatz an die Leitstelle, dieser Datensatz beinhaltet auch die genaue Position des Fahrzeugs. Außerdem wird der Unfallzeitpunkt und die bei Autobahnen wichtige Fahrtrichtung übertragen. Darüber hinaus erfahren die Mitarbeiter der Leitstelle, ob der Notruf manuell oder automatisch ausgelöst wurde.

Nach der Übertragung dieses Datensatzes wird dann eine Sprachverbindung aufgebaut, um zu testen, ob die Insassen ansprechbar sind und weitere Angaben zum Unfall machen können. Über einen Knopf im Auto können aber nicht nur die Insassen, sondern auch Zeugen des Unfalls den Notruf auslösen.

Der eCall in seiner Basisversion soll datenschutzrechtlich unbedenklich sein. Allerdings wird es vermutlich Autohersteller, Versicherungsunternehmen oder Diensteanbieter geben, die über das System weitere Zusatzservices bereitstellen. In der Basisversion dürfen die Daten nur im Falle eines tatsächlichen Unfalls und nur an die Notdienste weitergegeben werden. Ein komplettes Aufzeichnen des Fahrtenverlaufs soll über eCall also nicht möglich sein.

Die Basisversion von eCall wird für alle Bürger kostenfrei sein. Die EU geht davon aus, dass durch das System jährlich mehrere Tausend Menschenleben gerettet werden können.

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