Teurer

easybell erhöht VDSL-Preise bei einigen Bestandskunden

Bis zu 10 Euro monatlich mehr müssen künftig einige Kunden des Providers easybell bezahlen. Betroffen davon sind einige Kunden mit einem VDSL-Anschluss.
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VDSL bei easybell wird teurerVDSL bei easybell wird teurer Es ist ein unschönes Weihnachtsgeschenk, das einige VDSL-Kunden des Berliner Internetproviders easybell in diesen Tagen bekommen: Der Anbieter sieht sich gezwungen, die Preise für seinen VDSL-Anschluss zu erhöhen. Diese Preiserhöhung betrifft nicht nur Neu-, sondern auch Bestandskunden. Dabei kann die Erhöhung je nach ursprünglichem Tarif bei 5 oder 10 Euro monatlich liegen. Hintergrund der Preisanpassung ist der Wechsel des Netzbetreibers im Hintergrund. easybell selbst hat keine eigene Technik, sondern kauft lediglich Vorleistungen ein.

Bereits Anfang des Jahres hatte easybell begonnen, im konventionellen DSL-Geschäft Anschlüsse von Telefónica zu QSC zu migrieren. Für den Kunden sollte sich dabei preislich nichts ändern. Hintergrund des Wechsels ist der Rückbau der Telefónica Festnetz-Infrastruktur in den Vermittlungsstellen. Telefónica selbst kauft ebenfalls künftig bei der Telekom ein, kann diese Leitungen aber offenbar nicht an Dritte weitergeben. easybell ist daher gezwungen, den Lieferanten zu wechseln. Bei VDSL kommt zusätzlich noch die Entscheidung der Bundesnetzagentur zur VDSL Vectoring im Nahbereich ins Spiel. Diese hat zur Folge, das Telefónica sogar regulatorisch gezwungen wird, seine eigene Technik abzubauen.

Höhere Vorleistungspreise bedeuten höhere Preise für die Kunden

Für easybell-Kunden bedeutet das, dass sie künftig VDSL-Leitungen der Telekom oder anderer Netzlieferanten bekommen. "Für VDSL nutzt easybell künftig die Deutsche Telekom sowie verschiedene regionale Anbieter als Vorleister", bestätigt uns Andreas Bahr, Geschäftsführer von easybell, auf Nachfrage. "Diese [Vorleister] berechnen jedoch deutlich höhere Preise für VDSL als die Telefónica bisher", erklärt er weiter. Seine Firma habe betroffene Kunden gefragt, ob sie eher eine Preiserhöhung oder eine Reduzierung der Bandbreite akzeptieren würden. Dabei haben sich die Kunden eher für die Preiserhöhung ausgesprochen. In einer E-Mail an die Kunden heißt es: "Die Preiserhöhung deckt nur teilweise die höheren Kosten, die uns der Vorleistungslieferant Deutsche Telekom zukünftig berechnen wird."

"Wir hoffen, dass möglichst viele Kunden unser Angebot annehmen, den Vertrag bei einer höheren Grundgebühr fortzusetzen. Die Preiserhöhung erhalten nur Kunden, deren Anschlüsse in absehbarer Zeit umgestellt werden", sagt Bahr gegenüber unserer Redaktion. Rechtlich hat der Anbieter in diesem Fall ohne Probleme die Möglichkeit, die Konditionen zu ändern. Die Mindestlaufzeit der Verträge mit easybell beträgt nur vier Wochen. Weitere Änderungen an den Konditionen, etwa eine Datenvolumen-Drossel, gibt es nicht.

VDSL 100 in ersten Regionen

Für Neukunden und Kunden die von einer Umstellung des Netzes betroffen sind, kostet ein easybell-VDSL-Anschluss samt Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz somit nun 34,95 Euro. Aktionsweise hatte easybell diesen Anschluss für 24,95 Euro vermarktet. In einigen wenigen Regionen vermarktet easybell auch VDSL mit 100 MBit/s im Downstream, was weitere 5 Euro monatlich kostet. Derzeit handelt es sich dabei um die Vorleistung von innogy (ehem. RWE Fibrenet). "Kurzfristig werden weitere regionale Netze freigeschaltet, sodass unser Komplett Speed Angebot deutlich an Relevanz gewinnen wird", heißt es von easybell.

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