Anschlusswechsel

Gekündigt von easybell: So klappt die DSL-Weiterversorgung

easybell kündigt momentan mit Monatsfrist Kunden, weil die Telefónica-Vorleistung nicht mehr zur Verfügung steht. Doch wie kann easybell die gesetzlich geforderte Weiterversorgung beim Wechsel gewährleisten? Wir haben nachgefragt.
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Der Jahreswechsel bringt für einige easybell-Kunden die KündigungDer Jahreswechsel bringt für einige easybell-Kunden die Kündigung. Momentan erhalten wieder einige easybell-Kunden die Kündigung ihres DSL-Vertrags. Als Grund gibt easybell an, dass die Vorleistung von Telefónica nicht mehr zur Verfügung steht. Und das ist korrekt: Telefónica baut nach und nach die eigene DSL-Infrastruktur ab und mietet für sein eigenes o2-DSL-Angebot die Leitung bei anderen Netzbetreibern wie beispielsweise der Telekom. Telefónica hat also kein Netz mehr, das an Reseller wie easybell vermietet werden könnte.

Das Problem dabei sind die kurzen Mindestvertragslaufzeiten bei easybell-DSL-Verträgen von nur vier Wochen. teltarif.de liegt der Fall eines Lesers vor, der am 3. Januar die Kündigung seines Anschlusses zum 1. Februar erhielt. Daran ist juristisch nichts auszusetzen - doch was passiert, wenn der Kunde bis dahin keinen Schaltungstermin bei einem neuen Anbieter bekommt? Denn in manchen Regionen können vier bis sechs Wochen vergehen, bis der nächste Schaltungstermin beim Techniker frei ist. Kann easybell die gesetzlichen Vorgaben zur Weiterversorgung in diesem Fall überhaupt einhalten?

Kündigung innerhalb von vier Wochen ist rechtens

In der E-Mail an die eigenen Kunden schreibt easybell in diesen Tagen:

Wir bedanken uns herzlich dafür, dass Sie einen DSL-Anschluss von easybell an der Adresse [...] nutzen. Bei der Lieferung von DSL an Ihrem Standort setzt easybell auf Vorleistungen der Telefónica. Leider hat uns die Telefónica mitgeteilt, Ihren Standort in der Zukunft nicht mehr mit Internet versorgen zu können.

Der betroffene Leser schreibt dazu an unsere Redaktion:

Auch wenn ich die Beweggründe durchaus nachvollziehen kann, bin ich über die Abwicklung doch ein wenig erbost. Nach Rücksprache mit einigen Anbietern werde ich so kurzfristig wohl zum 1.2.2017 keinen neuen VDSL-Anschluss mehr geschaltet bekommen. Somit kann ich mich sicherlich schon auf einige Wochen ohne Internet- und Telefonanschluss einstellen. Außerdem ist easybell die Einstellung der Telefónica-Vorleistungen auch nicht erst seit Silvester bekannt. So hätte man die Kündigung zum 1.2.2017 auch schon z.B. im November 2016 ankündigen können und mir mehr Zeit gegeben, mich um einen reibungslosen Anbieterwechsel zu kümmern.

Die Bundesnetzagentur schreibt auf ihrer Internetseite zum Anbieterwechsel ganz klar, dass der bisherige Anbieter nach der Vertragsbeendigung nicht einfach seine Leistung einstellen darf. Er muss den Kunden solange weiter versorgen, bis alle vertraglichen und technischen Details für den Wechsel zum neuen Anbieter geklärt sind. Am Tag der Umschaltung auf den neuen Anbieter kann es zwar zu einer kurzen Versorgungsunterbrechung kommen, diese darf jedoch nicht länger als einen Kalendertag dauern. Doch wenn die Vorleistung seitens Telefónica gar nicht mehr zur Verfügung steht - wie kann easybell diese Vorgabe dann einhalten?

easybell kann bis zu zwei Monate weiter versorgen

Um diese Frage zu klären, unterhielten wir uns mit einem Sprecher von easybell. Er bedauerte den recht kurzen, aber immer noch vertraglich korrekten Kündigungszeitraum für die betroffenen Kunden. Bei zukünftigen Kündigungen werde easybell eine zumindest zweimonatige Frist zwischen Kündigungsschreiben und Vertragsbeendigung anstreben, auch wenn easybell dazu nicht verpflichtet ist.

Gleichzeitig erklärte uns der Sprecher, was passiert, wenn der Schaltungstermin für den neuen Anschluss nach dem 1. Februar liegt: easybell kann sicherheitshalber noch bis Ende März, also zwei volle Monate, auf die Vorleistung von Telefónica zugreifen, wenn diese benötigt wird. In den meisten Fällen dürfte also ein nahtloser Übergang zum neuen Anbieter gewährleistet sein.

easybell weist allerdings darauf hin, dass es trotzdem in seltenen Fällen zu einer Versorgungsunterbrechung kommen kann. Und das ist dann der Fall, wenn der neue DSL-Provider keine Vertragsübernahme von easybell anbietet. Dies ist offenbar bei 1&1 der Fall. Bestellt der ehemalige easybell-Kunde also den neuen Anschluss bei 1&1, muss er damit rechnen, Ende Januar vielleicht längere Zeit bis zur Neuanschaltung offline zu sein.

Das empfiehlt easybell bei der Neubestellung

In seinem Kündigungsschreiben empfiehlt easybell den Wechsel zu o2-DSL. Man wolle zwar keine Werbung für die Konkurrenz machen, wisse aber, dass die Vertragsübernahme von easybell zu o2-DSL gut funktioniere. easybell rät auch davon ab, den neuen DSL-Vertrag über Preisvergleichsseiten wie Check24 oder Verivox zu bestellen, denn da habe es nach Kundenrückmeldungen auch Probleme mit der direkten Vertragsübernahme gegeben. Bei der direkten Vertragsübernahme vereinbaren alter und neuer Provider einen Umschaltungstermin, der meist irgendwann in der Nacht liegt, sodass der Kunde von der kurzen Unterbrechung im besten Fall nichts mitbekommt.

Auf jeden Fall ist es laut easybell ganz wichtig, dass sich alle Kunden, die keinen Schaltungstermin vor dem Kündigungsdatum erhalten, an die Kundenbetreuung von easybell wenden und die Weiterversorgung explizit beauftragen. Denn nur dann werde die Weiterversorgung auch funktionieren. Erfährt easybell durch den Kunden nichts von einer drohenden Versorgungsunterbrechung oder wird kein Auftrag zur Vertragsübernahme vom neuen Provider eingereicht, könnte das ja auch bedeuten, dass der Kunde gar kein DSL mehr möchte und zu einer anderen Zugangstechnik wechselt.

Auf jeden Fall sollten gekündigte Kunden, die weiterhin DSL nutzen möchten, keine wertvolle Zeit verstreichen lassen und möglichst bald einen Anschluss bei einem neuen Provider beauftragen. Bei der Suche nach einem neuen DSL-Tarif ist der Tarifrechner von teltarif.de eine wichtige Hilfe.

Alles Wichtige zum Anschlusswechsel lesen Sie auf unserer speziellen Ratgeberseite.

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