Durchgefallen

EasyAcc Dolcer im Test: Bluetooth-Box ist ihr Geld nicht wert

Der Bluetooth-Lautsprecher EasyAcc Dolcer erweckt mit seiner guten Verarbeitung, dem Preis von 60 Euro und guten Amazon-Bewertungen Interesse. Beim Klang-Test versagt er allerdings.
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Schon in den 1980er-Jahren, als der Kassetten-Walkman noch das Statussymbol für mobile Musikhörer war, gab es batterie­be­triebene Lautsprecher, die an die Klinken­buchse des mobilen Kassetten­re­corders an­ge­stöpselt wurden. Und auch bei den heutigen Smartphones ist es so geblieben: Echten Musikgenuss ohne Kopfhörer gibt es nur mit separatem Lautsprecher - die im Smartphone eingebauten Lautsprecher klingen einfach zu mickrig.

Die Flut an Bluetooth-Lautsprechern auf dem Markt ist unübersehbar geworden. Neben Newcomern und etablierten Lautsprecherfirmen tummeln sich auf dem Markt auch immer mehr asiatische Unternehmen, die ursprünglich mit Powerbanks begonnen hatten. Einer dieser Hersteller ist EasyAcc, von dem wir den Bluetooth-Lautsprecher Dolcer DP300 zum Test erhalten haben. Doch kann er im Test wirklich klanglich überzeugen?

Die Verpackung des EasyAcc Dolcer
Die Verpackung des EasyAcc Dolcer

Technische Daten und Funktion des Dolcer DP300

Der EasyAcc Dolcer DP300 ist bei Amazon erhältlich und kostet dort rund 60 Euro. Im Rahmen einer Aktion erhält der Käufer 15 Prozent Rabatt auf den Kaufpreis, wenn er im Amazon-Warenkorb den Aktionscode EASDP300 eingibt. Diese Rabattaktion ist befristet bis zum 30. Dezember.

Optisch wurde der Stil moderner Lautsprecher seinerzeit stark von Sonos geprägt und das sieht man auch dem EasyAcc Dolcer DP300 an. Der schwarze Lautsprecher wirkt puristisch und ist von einer Metallgitterabdeckung umgeben. Ein Leichtgewicht ist er mit 780 Gramm Gewicht und den Abmessungen von 81,2 mal 81,2 mal 151 Millimeter nicht gerade - in der Jackentasche kann er also nicht transportiert werden. Auf seinem Gummifuß steht der Lautsprecher solide und rutschfest.

Lautsprecher mit Verpackung und Zubehör
Lautsprecher mit Verpackung und Zubehör
Auch der Lieferumfang ist recht spartanisch: Außer einem Micro-USB-Kabel, einem Klinkenkabel und einer Kurzanleitung gibt es kein weiteres Zubehör. Der Lautsprecher muss also entweder an der USB-Buchse eines Computers oder mit dem Ladegerät des Smartphones aufgeladen werden. Die beiden Akkuzellen haben 2600 mAh, also insgesamt 5200 mAh Kapazität. EasyAcc verspricht, dass dies für rund sieben bis zehn Stunden Spielzeit reicht, geladen ist der Akku in rund drei bis vier Stunden.

Auf der Rückseite des Lautsprechers befinden sich die Micro-USB-Buchse zum Laden sowie eine Klinkenbuchse für analoge Audioquellen. Das Bedienelement auf der Oberseite des Lautsprechers wird dominiert von der runden Powertaste in der Mitte, die gleichzeitig auch als Play- und Pausenknopf dient. Um sie herum befindet sich ein LED-Ring, der entweder weiß (Bluetooth getrennt) oder blau (Bluetooth verbunden) leuchtet. Außerdem gibt es zwei Touch-Buttons für die Lautstärkesteuerung sowie zwei für den vorherigen bzw. nächsten Titel.

Die Bluetooth-Koppelung mit unserem Smartphone klappte reibungslos, kurz nach dem Einschalten blinkt der LED-Ring, um zu signalisieren, dass eine Bluetooth-Kontaktaufnahme möglich ist. Die Koppelung per NFC beherrscht der Lautsprecher nicht.

Der Lautsprecher hat ein schlichtes Design
Der Lautsprecher hat ein schlichtes Design

Langweiliger Klang mit Rauschen und Aussetzern

Im EasyAcc Dolcer DP300 sind zwei Lautsprecher mit jeweils 10 Watt Ausgangsleistung integriert. Das rundum angebrachte Metallgitter vermittelt allerdings den falschen Eindruck, dass der Lautsprecher den Klang im 360-Grad-Winkel abstrahlt, ganz im Gegenteil: Der Klang wird in einem sehr schmalen Winkel nach vorne ausgegeben und wenn man den Lautsprecher nicht gerade aufstellt, sondern nur leicht dreht, klingt die Musik sofort dumpfer.

Schon beim Start der Musikwiedergabe fiel uns auf, dass der EasyAcc Dolcer DP300 der Musik ein recht starkes Rauschen beifügt, das insbesondere bei leisen Stellen die Musik sehr stark stört. Leise Musik ist ohnehin eine echte Schwäche des EasyAcc Dolcer DP300, mitunter franste leise Streichermusik regelrecht aus, auch echte Aussetzer bei leisen Stellen haben wir mehrmals erlebt.

Bedienelemente auf der Oberseite
Bedienelemente auf der Oberseite
Im Test haben wir diverse Musikrichtungen getestet und waren klanglich eigentlich fast immer enttäuscht. Insbesondere klassische Musik klingt sehr flach, gedämpft und farblos. Für Rockmusik und Metal ist der Bass zu schwach, was uns sehr wundert, denn bei Lautsprechern dieser Größenordnung von anderen Lautsprecherherstellern rummst der Bass deutlich satter.

Noch einigermaßen ordentlich klang der Lautsprecher bei seichter Popmusik und Schlagern, wenn die Songs klanglich eindimensional und nicht allzu artifiziell instrumentiert sind. Aber selbst hier war der Klang menschlicher Stimmen unnatürlich.

Wir stellen uns also die Frage, wie man für einen Lautsprecher mit diesem Klang 60 Euro verlangen kann, eigentlich dürfte er mit diesem Sound maximal 20 Euro kosten. Ebenfalls nicht nachvollziehen können wir die zahlreichen guten Bewertungen auf Amazon. Entweder haben die Rezensenten noch nie gehört, was 60-Euro-Lautsprecher anderer Hersteller an Sound bieten oder die Produktbewertungen wurden im Auftrag erstellt.

Klinkenbuchse und Micro-USB-Ladeanschluss
Klinkenbuchse und Micro-USB-Ladeanschluss

Auch Telefonie per Bluetooth möglich

Ist der EasyAcc Dolcer DP300 mit dem Smartphone gekoppelt, dient er auch gleichzeitig als Freisprecheinrichtung fürs Telefonieren. Hierzu hat er ein Mikrofon eingebaut. Dieses hat allerdings keine große Reichweite, EasyAcc empfiehlt, sich beim Telefonieren maximal 20 Zentimeter vom Lautsprecher zu entfernen.

Auch während unserer Test-Telefonate rauschte der Lautsprecher deutlich, die Sprachqualität war ansonsten aber gut und es gab im Test keinerlei Aussetzer.

Fazit: Solide verarbeitet - aber klanglich sein Geld nicht wert

Wie man für einen Lautsprecher wie den EasyAcc Dolcer DP300 60 Euro verlangen kann, ist uns ein Rätsel, klanglich ist er das jedenfalls auf gar keinen Fall wert. Der Sound ist dumpf und langweilig und von einem steten Rauschen begleitet. Immerhin ist die Box solide verarbeitet, lässt sich einfach bedienen und das Design ist zeitlos. Das schaffen andere Hersteller aber auch - und bieten zu diesem Preis einen besseren Sound.

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