analysiert

Übernimmt E-Plus die 1&1-Mutter United Internet?

Analysten gehen für 2011 von Übernahmen im Markt aus
Von Thorsten Neuhetzki

Die Übernahme von HanseNet durch Telefónica wird nicht die letzte große Übernahme auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt bleiben, davon sind fast alle Marktbeteiligten überzeugt. Konsolidierung heißt das Zauberwort, das seit Monaten, gar Jahren durch die Branche wabert. Auf der Euroforum-Veranstaltung "Telecom Trends" in Düsseldorf hat Frank Rothauge, Head of Telecom & Technology Research der Privatbank Sal. Oppenheim einige aus Sicht der Analysten mögliche Übernahmen skizziert.

So zeigte er einige strategische Optionen für den Mobilfunkanbieter E-Plus auf, der die Marktteilnehmer in Sachen schnelle Datennetze hat davon ziehen lassen. Demnach hat E-Plus vier Optionen. Dazu gehört, sich auf den Markt für Sprachtelefonie zu konzentrieren oder sich von der Muttergesellschaft KPN an Telefónica verkaufen zu lassen. Beides keine neuen Hypothesen.

4G-Joint-Venture mit Telefónica

Für Verwunderung sorgte Rothauge aber mit der Option, E-Plus-Zentrale Übernimmt E-Plus
United Internet?
Foto: E-Plus
E-Plus solle sich auf den Ausbau als Festnetz-Breitband-Anbieter konzentrieren. Hier könnte der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter durch die Akquise von United Internet oder Kabel Deutschland mit einem Schlag zu einem großen Festnetznetzanbieter werden. In der Folge könnten sich die Düsseldorfer dann an weitere Stadtnetzanbieter oder Festnetzanbieter wie Versatel wagen. Durch derartige Übernahmen wäre es E-Plus möglich, attraktive Festnetz- und Mobilfunkangebote zu bieten - aktuell ist E-Plus der einzige Netzbetreiber ohne einen Festnetz-Partner.

Eine vierte Option besteht darin, bei der Auktion der Frequenzen aus der Digitalen Dividende mindestens 10 MHz zu ersteigern und dadurch Telefónica in eine Kooperation beim 4G-Ausbau zu drängen. Aus Sicht von Sal. Oppenheim sind jedoch die Fokussierung auf reinen Sprachdienst oder der Verkauf von E-Plus die wahrscheinlichsten Optionen.

United Internet zwischen DSL-Rückzug und Expansion

Auch für die 1&1-Mutter United Internet haben die Privat-Bankiers Analysen gestartet. Anders als Vodafone sieht Sal. Oppenheim im Resale-Bereich, also einem Dienste-Angebot ohne eigenes Netz, sehr wohl eine Zukunft. Denn kein Netzbetreiber könne bundesweit ein VDSL- oder FTTx-Netz aufbauen und ein Resale-Anbieter hier als bundesweite Marke tätig werden könnte.

Doch auch ein Rückzug der United Internet vom DSL-Markt scheint denkbar, wie ja schon die angedeutete mögliche Übernahme durch E-Plus zeigt. Die Aktiengesellschaft könnte sich dann auf das Webhosting-Geschäft konzentrieren.

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