Jahrestag

Telefónica übernimmt E-Plus: Vor einem Jahr wurde die Fusion besiegelt

Wir blicken zurück auf das erste Jahr nach der Übernahme der E-Plus Gruppe durch Telefónica. Netztechnisch und tariflich hat sich seitdem einiges für die Kunden von E-Plus und o2 verändert.
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Vor einem Jahr, am 1. Oktober 2014, wurde die Übernahme der E-Plus Gruppe durch Telefónica besiegelt. Mit dieser Fusion der bislang eigenständigen Telefongesellschaften entstand der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber. Drillisch nutzt als virtueller Mobilfunk-Netzbetreiber die Funkmasten von Telefónica mit. Darüber hinaus hat das Maintaler Unternehmen auch die Marke Yourfone und zahlreiche bisherige Shops von E-Plus bzw. o2 übernommen.

Andere bisherige E-Plus-Marken wie Base oder simyo gibt es nach wie vor. Blau hat gerade erst einen Relaunch vollzogen und bietet seit Mitte September ein komplett neues Tarif-Portfolio an. o2 hat sich bei Base die Daten-Automatik abgeguckt, die für viele Kunden eine Kostenfalle sein kann. Fairer wäre ich die bisherige Praxis der Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit mit der Möglichkeit für die Kunden, auf eigenen Wunsch Highspeed-Datenvolumen nachzubuchen.

National Roaming startete im Januar

Ein Jahr E-Plus/o2-FusionEin Jahr E-Plus/o2-Fusion Besonders interessant ist es zu beobachten, was sich netztechnisch seit dem Zusammenschluss der beiden Betreiber verändert hat. So wurde bereits im Januar ein erster Test für Netzroaming durchgeführt. Im Grenzgebiet von Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz bekamen o2-Vertragskunden die Möglichkeit eingeräumt , das UMTS-Netz von E-Plus mitzunutzen.

Auf dem Mobile World Congress (MWC) kündigte Telefónica Anfang März schließlich an, National Roaming offiziell einzuführen. Im Laufe des Frühjahrs wurden alle Regionen Deutschlands schrittweise freigeschaltet. Mittlerweile haben alle Kunden im o2-Netz die Möglichkeit, UMTS von E-Plus mitzunutzen. Umgekehrt können sich E-Plus-Kunden ins 3G-Netz von o2 einbuchen.

Für das kommende Jahr hat Telefónica bereits die Zusammenschaltung seiner LTE-Netze angekündigt. Die Integration der GSM-Netze ist dagegen ein Prozess, der sich über mehrere Jahre erstreckt. Erste Tests dafür werden bereits durchgeführt. Längerfristig will Telefónica so auf einen Großteil seiner Sendeanlagen verzichten - nämlich dort, wo sowohl o2 als auch E-Plus eine Parallelversorgung bieten.

Pannen bei der Netzintegration

Nicht immer verläuft die Netzintegration allerdings so, wie es aus Kundensicht sicher sinnvoll wäre. In einem der teltarif.de-Redaktion bekannten Einzelfall kam es vor, dass Kunden quasi über Nacht ohne Netz dastanden. Grund: Eine GSM- und UMTS-Anlage von E-Plus wurde abgeschaltet, während o2 am gleichen Standort nur GSM bietet. Das 2G-Netz von o2 ist aber für die E-Plus-Kunden noch nicht zugänglich, so dass diese nicht einmal mehr telefonieren können. o2-Kunden haben wiederum den schnellen UMTS-Internet-Zugang verloren und müssen sich wieder mit GPRS/EDGE-Performance begnügen.

Auch tariflich ist die E-Plus-Übernahme durch Telefónica mittlerweile sichtbar, wie das Beispiel des zu Monatsbeginn eingeführten Tarifs o2 Blue Smart zeigt. Hier gelten nicht nur Telefonate innerhalb des o2-Netzes, sondern auch Gespräche zu E-Plus-Kunden als netzinterne Verbindungen.

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