Netztest

Mobiles Internet im Netz von E-Plus im Test

Unser E-Plus-Netztest war in diesem Jahr besonders spannend, zumal erstmals auch das LTE-Netz zur Verfügung stand. Lesen Sie in unserem Erfahrungsbericht, wo E-Plus einen guten Eindruck hinterlassen hat und wo es noch Probleme gibt.

Die LTE-Freischaltung für alle nutzt Kunden, die kein 4G-taugliches Handy besitzen, natürlich nichts. Dazu ist die Netzabdeckung dank des späten Starts und aufgrund der fehlenden Frequenzen im Bereich von 800 MHz bei weitem noch nicht mit den Mitbewerbern vergleichbar. Demnach genießt das UMTS-Netz von E-Plus nach wie vor einen hohen Stellenwert.

Unsere Erfahrungen waren überwiegend positiv. So erreichten wir in Frankfurt am Main bis zu 21 MBit/s. Allerdings war die Performance in der Main-Metropole stark schwankend. Am gleichen Standort kamen wir kurze Zeit später nur noch auf 4 MBit/s, um einige Minuten später wieder bei 12 MBit/s zu landen. Uploads waren im Test mit 2,3 bis 3,5 MBit/s möglich und die Pingzeiten lagen zwischen 60 und 70 ms.

GPRS fast ohne Datendurchsatz GPRS fast ohne Datendurchsatz
Foto: teltarif.de
In Bensheim erreichten wir während des Hessentags, einer Großveranstaltung, 5 bis 8 MBit/s im Downstream und rund 1 MBit/s im Upstream, während die Ansprechzeiten bei 60 ms lagen. Einen "Ausreißer" nach unten gab es schließlich beim Test im rheinland-pfälzischen Worms, wo wir im UMTS-Netz von E-Plus nur auf 350 bis 400 kBit/s bei Downloads kamen, während Uploads mit 860 bis 1 700 kBit/s möglich waren. Auch die Pingzeiten waren mit 77 bis 116 ms eher schlecht.

Datenverbindungen über GPRS teilweise nicht möglich

Im GSM-Netz beobachteten wir bei der Internet-Nutzung über GPRS und EDGE zum Teil ähnliche Effekte wie im Vodafone-Netz. Vor allem in ländlichen Gebieten, in denen UMTS und LTE nicht verfügbar sind, kamen während unseres Tests Datenverbindungen zum Teil gar nicht erst zustande. Netztest-Apps meldeten lediglich "Probleme mit der Netzwerkkommunikation" zurück.

Besser sah es in Gegenden aus, in denen die 2G-Technik lediglich als Fallback für den Fall dient, dass UMTS oder LTE gerade nicht verfügbar sind - beispielsweise innerhalb von Gebäuden, die von der Basisstation abgeschattet liegen. In Obertshausen im Landkreis Offenbach am Main konnten wir immerhin 160 bis 210 kBit/s im Downstream über EDGE messen, Uploads waren mit rund 130 bis 180 kBit/s möglich und die Ansprechzeiten waren mit 240 bis 350 ms durchaus akzeptabel.

In Mannheim kamen wir auf 190 bis 230 kBit/s über EDGE im Up- und Downstream. Die Pingzeiten waren mit 300 bis 410 ms etwas schlechter als in Obertshausen, aber immer noch akzeptabel. In Bensheim stand anstelle von EDGE während unseres Tests nur GPRS zur Verfügung. Hier erzielten wir aber immerhin rund 50 kBit/s im Download. Der Upstream lag bei 30 kBit/s. Das sind für GPRS ohne EDGE-Erweiterung gute Werte. Die Pingzeiten waren zwischen 375 bis 550 ms.

Breitband-Netzlücken als größtes E-Plus-Problem

Während unserer Tests kristallisierten sich die Lücken im LTE- und UMTS-Netz als größtes Manko von E-Plus heraus. Wo eine der beiden Breitband-Technologien zur Verfügung steht, haben die Kunden meistens auch einen - je nach Standort - brauchbaren bis sehr guten Internet-Zugang zur Verfügung. Allerdings sind die Versorgungslücken größer als in den D-Netzen und immer dann, wenn nur 2G verfügbar ist, müssen die Nutzer damit rechnen, den Internet-Zugang kaum oder überhaupt nicht nutzen zu können.

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