Netzausbau

E-Plus will ländliche Regionen ans UMTS-Netz anschließen

Laut FAZ will der Netzbetreiber HSPA+ auf 900 MHz umsetzen

Sendemast E-Plus will UMTS auf 900 MHz realisieren
Foto: E-Plus
E-Plus will sein UMTS-Netz künftig auch auf Frequenzen um 900 MHz betreiben. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) unter Berufung auf den Geschäftsführer des Düsseldorfer Unternehmens, Thorsten Dirks. Damit will Deutschlands drittgrößter Mobilfunk-Netzbetreiber schnelle mobile Internet-Anschlüsse in ländlichen Regionen ermöglichen.

Sendemast E-Plus will UMTS auf 900 MHz realisieren
Foto: E-Plus
Wie es im Bericht weiter heißt, will E-Plus zunächst drei Dutzend Gemeinden in der Pfalz, in Mecklenburg und in der Uckermark mit UMTS auf 900 MHz versorgen und dabei einen Internet-Anschluss auf Basis der HSPA+ Technologie ermöglichen. Ob sich die Pläne realisieren lassen, hängt vor allem von einer entsprechenden Genehmigung durch die Bundesnetzagentur ab.

Zunächst 15 Standorte für UMTS 900 geplant

Zunächst will E-Plus 15 Senderstandorte mit der neuen Technik ausstatten. Allerdings sind die vorgesehenen Frequenzen bislang für GSM-Mobilfunktechnik reserviert. Daher hängt die Umsetzung der Pläne von der Genehmigung durch den Regulierer ab. E-Plus rechnet sich laut FAZ unter anderem deshalb gute Chancen aus, da eine EU-Richtlinie eine technologieneutrale Frequenzvergabe vorsehe.

E-Plus versorgt die Regionen, die mit UMTS auf 900-MHz-Frequenzen versorgt werden sollen, bereits in seinem "klassischen" Frequenzband um 1800 MHz mit Mobilfunk. Daher werden die dem Unternehmen ebenfalls zur Verfügung stehenden Kanäle im alten "D-Netz-Bereich" nicht für die Sprachtelefonie benötigt.

HSPA+ statt LTE

Im Gegensatz zur Telekom, zu Vodafone und o2 setzt E-Plus für sein mobiles Internet als DSL-Ersatz nicht auf die neue LTE-Technik, sondern auf UMTS mit der HSPA+ Erweiterung. Damit will E-Plus perspektivisch Übertragungsraten von mehr als 20 MBit/s im Downstream realisieren - mehr als das, was klassische ADSL-Anschlüsse im Festnetz derzeit bieten.

Bereits in den letzten Monaten hat E-Plus sein Datennetz drastisch ausgebaut. So werden über HSDPA - derzeit noch im klassischen UMTS-Frequenzbereich um 2100 MHz - inzwischen Downloadraten von bis zu 7,2 MBit/s erreicht. Zudem berichten Leser von einem UMTS-Netzausbau auch in Gegenden, in denen E-Plus bislang nur GSM/GPRS-Performance angeboten hatte. Schon 2009 hatte E-Plus rund 90 Prozent seines GSM/GPRS-Netzes mit EDGE erweitert.