Geschäftsergebnis

E-Plus gewinnt mehr Kunden, macht aber weniger Umsatz

Starke Zuwächse bei mobilen Daten, Verluste bei Sprache und SMS
Von Marie-Anne Winter
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Deutschlands nach Kundenzahlen drittgrößter Mobilfunkanbieter E-Plus hat im dritten Quartal erneut zahlreiche Neukunden gewonnen und kräftige Umsatzzuwächse im Datengeschäft verbucht. Insgesamt sind Umsatz und Gewinn aber gesunken - setzte E-Plus im 3. Quartal des Vorjahres insgesamt noch 839 Millionen Euro um, waren es im 3. Quartal dieses Jahres nur noch 799 Millionen Euro, was einem Rückgang von 4,8 Prozent entspricht. Bei den Service-Umsätzen aus dem Mobilfunk war der Rückgang mit 7 Prozent von 809 auf 752 Millionen Euro im abgelaufenen Quartal noch stärker. Das EBIDTA ist von 323 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 229 Millionen in diesem Quartal geschrumpft - das ist ein Rückgang von 29 Prozent.

Die E-Plus-Gruppe gewinnt Kunden, macht aber weniger Umsatz.Die E-Plus-Gruppe gewinnt Kunden, macht aber weniger Umsatz. Von Juli bis September 2013 gewann die E-Plus Mobilfunk GmbH & Co. KG ("E-Plus Gruppe") 207 000 neue Vertragskunden hinzu. Zum fünften Mal in Folge erhöht das Unternehmen seine Vertragskundenzahl um jeweils über 200 000. Die Umsätze mit mobilen Daten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr 60 Prozent - ihr Anteil am ARPU, also am monatlichen Durchschnittsumsatz pro Kunde - beträgt nun 46 Prozent. Darin spiegelt sich laut E-Plus die Investitionsoffensive mit einer weiteren Verbesserung der Netzqualität für die Kunden wider.

"Damit ist unsere Strategie, als Angreifer verstärkt in den Markt und den Netzausbau zu investieren, voll aufgegangen. Der für das kommende Jahr geplante Zusammenschluss von E-Plus mit Telefónica Deutschland ändert nichts an unserer Strategie. Wir werden im Interesse der Kunden unser ambitioniertes Investitionsprogramm fortsetzen und den Wettbewerb zum Vorteil der Verbraucher vorantreiben", erklärt E-Plus-CEO Thorsten Dirks.

Umsatz pro Kunde sinkt

Allerdings konnte diese Strategie nicht verhindern, dass die durchschnittlichen Umsätze pro Kunde weiterhin sinken - der ARPU betrug im abgelaufenen Quartal nur noch 10 Euro, im Vorjahresquartal waren es noch 11 Euro. Bei den Vertragskunden ging der ARPU von 22 auf 20 Euro zurück, bei den Prepaid-Kunden von 6 auf 5 Euro. Insbesondere bei SMS und Sprachservices sinken die Umsätze, hier ist das Prepaid-Segment besonders betroffen, während das Vertragskundengeschäft insgesamt eine positive Umsatzentwicklung aufzeige. Dies sei auch eine Folge des Trends auf Kundenseite, durch gezielte Tarifauswahl und bewussteres Nutzungsverhalten die eigenen Aufwendungen zu optimieren - hier dürfte natürlich auch der Trend zur günstigen Allnet-Flatrate eine wichtige Rolle spielen. Immerhin ist vor diesem Hintergrund tröstlich, dass durchschnittliche Kundenumsatz mit Diensten abseits der Telefonie von 40 auf 46 Prozent angestiegen ist.

Der Ausbau mobiler Breitbandangebote mit Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro in 2013 läuft laut E-Plus weiter auf Hochtouren. Im Fokus stehen neben dem HSPA+-Standard auch die Vorbereitungen für den Start von schnellen LTE-Services. Dank der laufenden Umstellung auf die Dual-Cell-Technologie sollen im HSPA-Netz Geschwindigkeiten von bis zu 42 Mbit/s möglich sein.

Verkauf von Smartphones läuft gut

Im Jahresverlauf legte die E-Plus Gruppe beim Verkauf von Smartphones kräftig zu. Die Hardware-Verkäufe erhöhten sich in den ersten neun Monaten des Jahres im Vorjahresvergleich um über 60 Prozent. Hiermit verbesserte die E-Plus Gruppe ihre Vermarktungschancen für steigende Erlöse im strategisch wichtigen Datengeschäft. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist es E-Plus gelungen, insgesamt 1,4 Millionen neue Kunden zu gewinnen. Gegen Ende September belief sich die Zahl der Kunden im E-Plus Netz auf insgesamt 24,8 Millionen.

Weitere Informationen zur Übernahme von E-Plus durch o2-Mutter Telefónica finden Sie in unserem News-Archiv.

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