2G-3G-4G

LTE von E-Plus: Telefónica schaltet Netz sukzessive ab

Telefónica hat erste LTE-Sender von E-Plus in Berlin abgeschaltet. Dafür steht National Roaming bei o2 zur Verfügung. Die Kunden klagen allerdings über technische Probleme.
AAA
Teilen (32)

LTE von E-Plus ist bald GeschichteLTE von E-Plus ist bald Geschichte In Köln, Augsburg, Chemnitz und Dresden haben Kunden aus dem bisherigen E-Plus-Netz schon seit einigen Wochen die Möglichkeit, das LTE-Netz von o2 mitzunutzen. Das bisherige 4G-Netz von E-Plus wurde - dort wo es bislang vorhanden war - zumindest in Teilbereichen dieser Testregionen bereits abgeschaltet. Nun ist mit Berlin der nächste Ballungsraum an der Reihe, wie Leser beobachtet haben.

Zumindest in Teilen der Bundeshauptstadt haben E-Plus-Kunden nun die Möglichkeit, sich ins LTE-Netz von o2 einzubuchen. Im Gegenzug wurden erste eNodeBs des bisherigen E-Plus-Netzes abgeschaltet. Bereits vor einigen Tagen hatte Telefónica damit begonnen, sein LTE-Netz im Bereich der Berliner U-Bahn umzubauen. Zum einen wird nun die Netzkennung 262-07 von o2 anstelle des Netzcodes 262-03 von E-Plus verwendet. Außerdem wird nun nicht mehr der bisherige LTE-1800-Frequenzblock von E-Plus, sondern eine der von Telefónica neu ersteigerten Frequenzen eingesetzt.

E-Plus-Frequenzen werden zum Monatsende abgegeben

Telefónica hat zum 30. Juni auf die Nutzung des bislang für LTE von E-Plus genutzten Frequenzbereichs verzichtet. Daher wird vom 4G-Netz der Düsseldorfer Telefónica-Marke nicht mehr viel übrig bleiben. Dafür bekommen die Kunden aus dem E-Plus-Netz die Möglichkeit, das deutlich weiter ausgebaute LTE-Netz von o2 mitzunutzen.

Damit steht unter dem Strich ab Juli bundesweit ein einheitliches Mobilfunknetz für alle Telefónica-Kunden zur Verfügung. Das gegenseitige UMTS-Roaming der beiden früher eigenständigen Netze wurde bereits im Frühjahr 2015 eingeführt. Vor wenigen Wochen kam nun das bundesweite GSM-Roaming hinzu. Zudem steht den E-Plus-Kunden das LTE-Netz von o2 offen.

Manche Kunden beklagen Verschlechterung

Grundsätzlich sollte sich so die Netzabdeckung für die Kunden deutlich verbessern, aber es gibt auch Ausnahmen. So beklagen manche Nutzer, dass sich ihr Smartphone teilweise ins schwächere der beiden Telefónica-Netze am jeweiligen Aufenthaltsort einbucht, so dass sich der Handyempfang unter dem Strich verschlechtern.

Andere Nutzer beklagen, dass sie mit einer SIM-Karte aus dem E-Plus-Netz teilweise keine Anrufe tätigen können, wenn das Smartphone im LTE-Netz von o2 eingebucht ist. Unklar ist, warum die automatische Umschaltung ins GSM- oder UMTS-Netz nicht funktioniert. Voice over LTE gibt es für Kunden aus dem bisherigen E-Plus-Netz derzeit noch nicht.

Zudem gibt es aus Köln und Berlin bereits Hinweise von Kunden, die nach der Abschaltung des 4G-Netzes von E-Plus nun überhaupt keinen oder nur noch sehr schwachen LTE-Empfang haben. Das ist nachvollziehbar, zumal die Netze der beiden früher eigenständigen Betreiber nicht deckungsgleich sind.

Grundsätzlich bietet das vor allem auf 800 MHz ausgebaute LTE-Netz von o2 eine deutlich höhere Flächendeckung als 4G von E-Plus. Es gibt aber durchaus aus Orte, an denen E-Plus das mobile Breitbandnetz besser als o2 ausgebaut hatte. Hier müssen die Kunden nach der drohenden zumindest vorübergehenden Abschaltung von LTE auf 1800 MHz unter Umständen vorerst mit GSM- und UMTS-Versorgung vorlieb nehmen.

Teilen (32)

Mehr zum Thema National Roaming