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Kommentar: LTE für E-Plus-Kunden abschaffen

Für E-Plus-Kunden sollte LTE abgeschaltet werden, bis die Kapazitäten im Netz ausreichend dimensioniert sind. Derzeit kommt es punktuell zu massiven Überlastungserscheinungen.
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Zum 1. Juli ist das bisherige LTE-Netz von E-Plus Geschichte. Die Kunden können fortan das 4G-Netz von o2 mitnutzen, das deutlich weiter ausgebaut ist. Base-Nutzer haben von vor Monaten den Hinweis auf der Webseite ihrer Mobilfunk-Marke den Hinweis erhalten, dass sie ab Juli im LTE-Netz von o2 surfen. Offenbar läuft der 4G-Zugang aber auch für die Kunden anderer Marken wie Aldi Talk und simyo, blau und Ortel Mobile weiter, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die früheren E-Plus-Verträge - und erst recht die Prepaid-Produkte - sehen eigentlich gar keine LTE-Nutzung vor. So wurde das mobile Breitbandnetz auch nur im Rahmen einer Aktion mit der Bezeichnung Highspeed für Jedermann freigegeben. Diese Aktion wurde immer wieder verlängert - zuletzt bis zum 30. Juni 2016, also bis zum theoretisch letzten Tag des LTE-Netzes von E-Plus in seiner jetzigen Form.

LTE von o2 mit enormen Performance-ProblemenLTE von o2 mit enormen Performance-Problemen In der Praxis ist vom 4G-Netz von E-Plus schon jetzt nicht mehr viel übrig. In immer mehr Regionen können die Kunden im LTE-Netz von o2 surfen. Doch wie wir bereits vor einigen Tagen berichtet haben, kommt es dadurch auch zu enormen Performance-Engpässen. Kein Wunder, denn das o2-Netz war nie dafür konzipiert, plötzlich doppelt so viele Kunden aufzunehmen wie bisher.

LTE von o2 erinnert punktuell eher an GPRS als an 4G

Bei Datenübertragungsraten von zum Teil weniger als 100 kBit/s fühlt man sich an die Zeiten der Aktion Wir sind Einzelfall erinnert. Seinerzeit hatte o2 den UMTS-Ausbau verschlafen, so dass die Kunden trotz bestem 3G-Empfang oft keinen oder nur einen sehr langsamen Internet-Zugang zur Verfügung hatten. Der Netzbetreiber gelobte damals Besserung und in der Tat wurden sukzessive Kapazitäten ausgebaut, so dass das Netz wieder sinnvoll nutzbar war.

Vermutlich wird es jetzt ähnlich laufen. Die aktuellen Engpässe im mobilen Datennetz wurden sukzessive durch einen Ausbau der Kapazitäten minimiert. Dabei fragt man sich allerdings, warum Telefónica die Kunden aus dem bisherigen E-Plus-Netz überhaupt schon jetzt ins LTE-Netz von o2 lässt, anstatt für ebendiese Nutzer den LTE-Zugang mit Ende der Aktion Highspeed für Jedermann zumindest vorübergehend abzuschalten.

Zugegeben: Nach einer mehrjährigen Aktion wäre die Stimmung unter den Kunden nicht die beste, wenn LTE von heute auf morgen nicht mehr nutzbar wäre. Aber andererseits hat von der jetzigen Situation auch niemand etwas. Der Imageschaden für Deutschlands nach Kundenzahlen größten Mobilfunk-Netzbetreiber ist enorm und Nutzer, die auf den mobilen Internet-Zugang angewiesen sind, werden vermutlich schneller Anbieter und Netz wechseln, als Telefónica das eigene Netz optimieren kann.

LTE für E-Plus-Kunden begrenzen

GPRS-Speed im LTE-Netz am Berliner HauptbahnhofGPRS-Speed im LTE-Netz am Berliner Hauptbahnhof Sinnvoll wäre es gewesen, für Kunden aus dem E-Plus-Netz LTE entweder vorübergehend ganz abzuschalten oder auf Regionen zu begrenzen, wo Telefónica ruhigen Gewissens sagen kann, dass keine Kapazitätsprobleme zu erwarten sind - etwa weil neben LTE 800 auch schon ein Ausbau auf 2600 MHz erfolgt ist. Ganz sicher keine gute Idee war es aber, scheinbar planlos die Nutzer ins Netz zu lassen - mit der Folge, dass dieses zumindest punktuell kaum noch sinnvoll nutzbar ist.

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