Kundenzahlen

E-Plus gewinnt viele Kunden, die weniger Umsatz machen

Etwa 1 000 Verträge pro Tag haben Kunden in den vergangenen drei Monaten bei E-Plus/Base abgeschlossen. Gleichzeitig sind deutlich mehr Prepaid-Karten verkauft worden. Doch die Umsätze der Kunden gehen zurück.
Von Thorsten Neuhetzki
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Neben dem künftigen Eigentümer o2 hat heute auch die zu übernehmende E-Plus-Gruppe ihre Quartalszahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Dabei wächst der Anbieter nach Kunden und Umsatz weiter stark, verliert aber beim Umsatz pro Kunde weiter deutlich. Erholungseffekte sind hier nicht zu sehen. Dennoch sehen sich die Düsseldorfer entgegen dem Markttrend kräftig wachsen.

Demnach gewann E-Plus von April bis Juni netto rund 400 000 neue Kunden. Die anhaltend starke Geschäftsentwicklung schlug sich im zweiten Quartal auch im operativen Ergebnis nieder. Das EBITDA liegt auf bereinigter Basis um 26 Prozent über dem Vorjahreswert. "Nach dem starken ersten Quartal haben wir im abgelaufenen unser hohes Tempo gehalten. Das untermauern die erneut deutlichen Zuwächse bei Serviceumsatz und EBITDA der vergangenen drei Monate", erklärt Thorsten Dirks, CEO der E-Plus Gruppe und designierter Vorstandsvorsitzender der Telefónica Deutschland Holding AG.

303 000 Prepaid-Kunden, 89 000 Vertragskunden binnen drei Monaten

E-Plus scheint auf dem richtigen Weg, nur beim ARPU könnte es besser laufenE-Plus scheint auf dem richtigen Weg, nur beim ARPU könnte es besser laufen Von April bis Juni entschieden sich netto 392 000 Neukunden für die Angebote von E-Plus. Damit hat die E-Plus-Gruppe mit ihren Marken die Kundenzahl seit Jahresanfang um insgesamt 899 000 gesteigert. Zugleich baute E-Plus mit einem Plus von 303 000 Prepaid-Abschlüssen im zweiten Quartal seine Position als Marktführer in dem Segment weiter aus. Im eigentlich attraktiveren weil umsatzstärkenen Vertragskundensegment setzte das Unternehmen 89 000 neue Verträge um. Das sind etwas weniger als 1 000 abgeschlossene Verträge pro Tag.

Angetrieben durch ein starkes Datengeschäft und höhere Kundenzahlen erhöhten sich der Umsatz im ersten Halbjahr um knapp 2 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 3,8 Prozent auf 488 Millionen im Vergleich zum Vorjahreswert. Allerdings haben diese scheinbar guten Zahlen auch Schattenseiten. Zwar wachsen Kundenzahlen und Umsatz, aber der einzelne Kunde macht im Schnitt weniger Umsatz. So ist binnen Jahresfrist der ARPU (Durchschnittlicher Umsatz pro Kunde und Monat) im Prepaid-Segmet von 6 auf 5 Euro gefallen (Minus 17 Prozent). Gegenüber dem Vorquartal blieb der ARPU gleich. Das gilt auch für Vertragskunden, die derzeit 19 Euro Umsatz generieren, während es vor einem Jahr noch 20 Euro waren. Der ARPU aller Kunden liegt derzeit bei 10 Euro.

Partnerschaften als zentrales Vermarktungsargument

E-Plus setzt derzeit stark auf Partnerschaften mit anderen Unternehmen. So schloss E-Plus Anfang April die weltweit erste Kooperation eines Mobilfunkanbieters mit dem marktführenden mobilen Kommunikationsdienst WhatsApp ab. Darüber hinaus vereinbarte E-Plus-Partnerschaften mit den Streaming- und Video-Plattformbetreibern 7TV, Zattoo und Watchever. Damit können die Kunden jederzeit mobil ihre Lieblingsserien, TV-Programme oder Filmangebote genießen. E-Plus profitiert in Folge des erhöhten Datenkonsums von steigenden Umsätzen sowie dem zunehmenden Wechsel datenaffiner Kunden in leistungsstärkere Tarifangebote. Denn der Traffic für die Datenübertragung ist in diesen Angeboten nicht enthalten.

Die nun vorgelegten Zahlen werden die letzten der E-Plus-Gruppe als eigenständiges Unternehmen gewesen sein. Die Düsseldorfer waren bislang eine Tochterfirma der niederländischen KPN. Anfang Juli hatte die EU-Kommission den Zusammenschluss mit Telefónica Deutschland genehmigt. Im dritten Quartal werden die Unternehmen ihre Geschäftszahlen dann erstmals gemeinsam präsentieren. Alle Details zur Übernahme und die Folgen für die Kunden haben wir für Sie in den vergangenen Wochen zusammengestellt.

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