Sicherheit

Web.de und GMX führen E-Mail-Verschlüsselung mit PGP ein

Die Webmailer Web.de und GMX führen ab sofort eine geräteübergreifende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein. Damit können die Nutzer der beiden Dienste mit der gleichen Technologie ihre E-Mails verschlüsseln, die auch Edward Snowden nutzt: PGP.
Von dpa / Dimitri Ries
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Nutzer von GMX und Web.de können ihre E-Mails ab heute Ende-zu-Ende-verschlüsselt versenden. Die E-Mail-Anbieter setzen für ihre rund 30 Millionen aktiven Nutzerkonten dabei auf die PGP-Technologie, die sicherstellt, dass nur Sender und Empfänger in der Lage sind, den Inhalt einer Mail zu lesen. PGP ist die Abkürzung für Pretty Good Privacy, was frei ins Deutsche übersetzt heißt "Ziemlich gute Privatsphäre". Die Verschlüsselung funktioniert über die kostenlose Software Mailvelope im Internet-Browser, die Smartphone-Apps für iOS und Android können ebenfalls verschlüsselte Mails versenden.

So kommen Sie an Ihre erste verschlüsselte E-Mail

Web.de und GMX führen E-Mail-Verschlüsselung mit PGP einWeb.de und GMX führen E-Mail-Verschlüsselung mit PGP ein "Wir haben versucht, die Komplexität komplett herauszunehmen", erklärt Sprecher Martin Wilhelm. Auch Nutzer ohne große technische Kenntnisse sollen die Verschlüsselung leicht einrichten können [Link entfernt] . Die bislang für Laien recht komplizierte Erstellung der PGP-Schlüssel übernimmt das Programm Mailvelope automatisch. Der Einrichtungsassistent zeigt auch Wege, die Schlüssel sicher auf Smartphones zu übertragen.

PGP-Verschlüsselung stößt bei Experten auf positive Resonanz

Die neue E-Mail-Verschlüsselung ist zum Start von Experten positiv aufgenommen worden. Vor allem die einfache Bedienung falle auf, urteilte Axel Kossel vom Fachmagazin "c't". Es genügten drei Schritte für die Einrichtung, durch die ein Assistent leite.

Die Web-Oberflächen der Mail-Dienste und ein weiterentwickeltes Plug-in arbeiteten reibungslos zusammen, lautete das Urteil der "c't". Stets sei erkennbar, welche Aktionen lokal und welche auf dem Server abliefen. Die öffentlichen Schlüssel, die zum Verschicken der sicheren Mails nötig sind, werden in einem Verzeichnis gespeichert, das von GMX und Web.de gepflegt wird. Das erleichtert das Auffinden von Empfängern, die bereits verschlüsselte Mails empfangen und öffnen können. Bei herkömmlichen PGP-Lösungen lässt sich der öffentliche Schlüssel über die Datenbank des MIT abrufen, sofern andere Nutzer die E-Mail-Adresse des entsprechenden Kontakts kennen. Im Vergleich dazu werden bei dem Angebot von United Internet die öffentlichen Schlüssel in einer dezentralen Datenbank abgespeichert, die nur für Kunden von Web.de und GMX zugänglich ist.

Wir haben gestern schon darüber berichtet, dass GMX und Web.de noch in diesem Jahr auf neue Verschlüsselungstechnik setzen wird. Mehr dazu lesen Sie in unserer separaten Meldung.

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