Statistik

2017: Deutsche senden 24 500 E-Mails pro Sekunde

2017 haben die Deutschen 771 Milliarden E-Mails versendet und empfangen. Doch offenbar steht die persönliche Mail-Kommunikation nicht mehr im Vordergrund. Die E-Mail wird hauptsächlich für ganz andere Zwecke genutzt.
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Obwohl die Deutschen vermehrt Messenger nutzen, steigt das E-Mail-Aufkommen weiterhin: Laut einer Erhebung von Web.de und GMX, den beiden größten deutschen E-Mail-Anbietern, haben die Deutschen 2017 insgesamt 771 Milliarden E-Mails verschickt und empfangen. Diese Zahl kann man sich nur schwer vorstellen - es handelt sich um rund 24 500 E-Mails pro Sekunde. Spam-Mails sind dabei übrigens nicht mitgerechnet.

Statistik zur Mail-Nutzung 2017Statistik zur Mail-Nutzung 2017 Das sind laut der Studie 145 Milliarden mehr als 2016, was einem Plus von 23 Prozent entspricht. 2016 lag die Wachstumsrate noch bei 15 Prozent. Die Statistik zeigt aber auch: Die meisten E-Mails sind gar keine persönlich geschriebenen Nachrichten mehr. Doch woher kommt dann die Masse an E-Mails?

Shopping wird wichtiger, soziale Netzwerke unwichtiger

Laut der Erhebung wird die E-Mail verstärkt von Unternehmen zur Kundenansprache genutzt. Die meisten E-Mails erhielten die Deutschen offenbar von Newsletter-Versendern, gefolgt von Online-Shops und sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Twitter und Xing.

Doch der Blick in die Postfächer zeigt: Die sozialen Netzwerke und deren E-Mail-Benachrichtigungen verlieren an Bedeutung. Denn erstmals haben die Deutschen mehr E-Mails von Online-Shops erhalten als von sozialen Netzwerken. Jan Oetjen, Geschäftsführer Web.de und GMX, sieht dies als direkte Auswirkung des aktuellen E-Commerce-Booms, während die Nutzung sozialer Netzwerke eher stagniert.

Für Online-Shops sei die E-Mail einer der wichtigsten Kommunikationskanäle. Per E-Mail werde der Kunde regelmäßig über den Stand seines Online-Einkaufs informiert. Außerdem versenden Shops nach dem Kauf speziell auf das Verhalten des Kunden zugeschnittene Angebote und Gutscheine sowie Newsletter. Auch soziale Netzwerke versuchen ihre Nutzer durch regelmäßige E-Mails zum Einloggen zu animieren, beispielsweise wenn Freunde neue Bilder hochgeladen haben oder eine Freundschaftsanfrage eingeht. Auch wenn der Nutzer sich lange nicht mehr eingeloggt hat, senden soziale Netzwerke oft eine Erinnerungsmail.

Statistik zu Mail-Nutzung seit 1994
Statistik zu Mail-Nutzung seit 1994
Laut der Studie steht allerdings die Business-Kommunikation per E-Mail erst am Anfang. In der privaten Kommunikation habe die E-Mail den klassischen Brief weitgehend ersetzt, in der Geschäftswelt gebe es da noch erhebliches Potenzial. Die EU-Verordnung über "Electronic Identification, Authentication and Trust Services" (eIDAS) zur elektronische Identifizierung und zu Vertrauensdiensten für elektronische Transaktionen würde rein theoretisch die Möglichkeit eröffnen, dass 80 Prozent des Briefverkehrs digital abgewickelt werden können. Doch davon ist die Geschäftswelt noch weit entfernt.

Für das Jahr 2018 prognostizieren die beiden E-Mail-Provider einen weiteren Anstieg des E-Mail-Volumens in Deutschland auf 917 Milliarden Nachrichten. Dies würde eine erneute Steigerung um 146 Milliarden E-Mails in diesem Jahr bedeuten. Die Prognose stützt sich auf Statistiken der Radicati Group, der ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 sowie auf Marktdaten auf Basis der 38 Millionen E-Mail-Postfächer bei GMX und Web.de.

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