Ständige Erreichbarkeit

E-Mail nach Feierabend: Politik muss Mail-Stress Einhalt gebieten

Ständige Erreichbarkeit ist in vielen Unternehmen bereits ein Thema. Die Lösungsvorschläge sind jedoch unterschiedlich. Die IG Metall macht sich für schärfere Vorschriften zum Schutz von Mitarbeitern stark.
Von dpa / Paulina Heinze
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E-Mail abrufenPolitik muss Mail-Stress Einhalt gebieten Mitarbeiter müssen nach Ansicht der IG Metall besser vor Mails und SMS nach Feier­abend geschützt werden. "Wir brauchen strengere Regeln", sagte IG-Metall-Vorstands­mitglied Christiane Benner der Nachrichten­agentur dpa. "Ich könnte mir vorstellen, dass man Eckpunkte formuliert, die am Ende in ein Gesetz fließen könnten. Es geht darum, das Recht auf Abschalten zu verankern und der Entgrenzung der Arbeit Einhalt zu gebieten." Bereits im November hatte IG-Metall-Chef Detlef Wetzel sich für Regelungen gegen E-Mails und SMS nach Feierabend stark­gemacht.

Die technischen Möglichkeiten hätten sich rasant weiter­entwickelt, so Benner. "Entsprechende Regeln zum Schutz geraten immer stärker aus dem Blickfeld. Die Debatte muss bei den Bedürfnissen der Arbeitnehmer ansetzen und sich nicht an technischen Details abarbeiten", forderte die Gewerk­schafterin. Vereinbarungen auf betrieblicher Ebene wie zuletzt beim Autobauer BMW seien zu begrüßen. "Voraussetzung sind aber oft ein bereits gutes Arbeits­klima und eine gute Unternehmenskultur." Daher gebe es auch einen generellen Handlungs­bedarf.

Recht auf Unerreich­barkeit im Feierabend

Der Arbeitgeber­verband Gesamt­metall lehnte den Vorschlag ab: "Es gibt für die Politik nichts zu regeln. Auf betrieblicher Ebene gibt es längst unzählige Verein­barungen dazu, und nur dort können sie auch sinnvoll getroffen werden", teilte der Verband mit.

Die Erreichbarkeit nach Feierabend ist bei vielen Unternehmen inzwischen ein Thema. Etliche haben dazu mit der Arbeit­nehmer­vertretung entsprechende Regelungen getroffen. So hat etwa der Autobauer BMW mit dem Betriebsrat vereinbart, dass Büromit­arbeiter in Deutschland ein Recht auf Unerreich­barkeit im Feierabend haben. Auch andere Konzerne versuchen, ihren Beschäftigten nach Feierabend auf die eine oder andere Weise Funkstille zu verordnen, beispielsweise Volkswagen, Daimler oder die Deutsche Telekom.

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