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Probleme beim E-Mail-Abruf? Vier große Anbieter stellen Übertragung um

Wenn Outlook & Co heute beim Abrufen von E-Mails Probleme macht und Sie als E-Mail-Provider freenet, GMX, web.de oder Telekom nutzen, so müssen Sie Einstellungen im Programm ändern. Denn ab heute erfolgt der Transport von E-Mails bei diesen Anbietern für die ersten Kunden nur noch verschlüsselt. Wir zeigen Ihnen, was Sie tun müssen.
Von Thorsten Neuhetzki
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Klappt bei Ihnen heute der Abruf von E-Mails über Outlook oder ein anderes E-Mail-Programm nicht? Dann sind Sie vermutlich Nutzer einer E-Mail-Adresse bei GMX, web.de, freenet oder der Telekom (T-Online). Diese vier Anbieter stellen ab heute ihr System um und erlauben ab sofort nur noch den verschlüsselten Zugriff auf E-Mails. Bis zum 29. April soll diese Umstellung für alle Kunden erfolgen. Dabei handelt es sich zwar "nur" um eine Transportverschlüsselung, doch macht diese das Abgreifen von E-Mails für Unbefugte schon schwerer.

Der Weg vom Endgerät zum E-Mail-Server sei bereits heute für alle Kunden verschlüsselt, die eine E-Mail-Anwendung der E-Mail-Provider einsetzen. Das beziehe sich sowohl auf Smartphone-Apps als auch auf PC-Software. Nur wer unabhängige Software einsetzt und die Zugangsdaten selbst einträgt, konnte noch unverschlüsselt auf seine E-Mails zugreifen. Der Übergang soll für diese Nutzer "so problemlos wie möglich gestaltet werden", wie GMX als einer der Provider mitteilte. Bis zur Abschaltung der unverschlüsselten Verbindungen werden diese Kunden per E-Mail darüber benachrichtigt, dass sie die Einstellungen am Computer oder ihrem mobilen Gerät ändern müssen, um mit ihrem E-Mail-Programm weiterhin Mails empfangen und versenden zu können. Am 29. April läuft dann auch die allerletzte Schonfrist ab und die unverschlüsselte Übertragung ist Geschichte.

Wichtig dabei: Es werden nicht die E-Mails selbst verschlüsselt, sondern lediglich der Übertragungsweg. So ist es mit einer Transportverschlüsselung nicht mehr möglich, durch bloßes "Mithören" von WLAN-Datenverkehr E-Mails mitzulesen, die nicht für einen selbst bestimmt sind. Gleiches gilt im Internet auf Backbone-Ebene, wo eine unverschlüsselte E-Mail mit einer Postkarte vergleichbar wäre: An jeder Station, also jedem Router und Server, könnte die E-Mail gelesen werden. Die Transportverschlüsselung entspricht nun einem Brief, der Inhalt kann also nicht gelesen werden, da der Umschlag geschlossen ist. Wäre die E-Mail selbst verschlüsselt, so wäre der Inhalt des Briefes auch codiert und nur der Empfänger kennt den Schlüssel um ihn zu lesen. Das setzt aber einen vorherigen Austausch voraus, weswegen verschlüsselte (im Sinne von codierte) E-Mails an Fremde nur begrenzt sinnvoll sind.

So stellen Sie auf verschlüsselte Übertragung um

E-Mail-Programme müssen umgestellt werdenE-Mail-Programme müssen umgestellt werden Alle vier E-Mail-Provider haben für ihre Kunden eine Schritt-für-Schritt-Anleitung online gestellt, die die Umstellung speziell für den jeweiligen Dienst und das Endgerät sowie die Software des Kunden zeigt. Dabei wird den Nutzern nicht nur gezeigt, wo sie die entsprechenden Einstellungen finden, sondern auch, welche Daten sie eintragen müssen. Hier geht es direkt zu den Anleitungen von GMX, web.de, Telekom und freenet.

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