Gerichtsurteil

DWD-Wetter-App ab jetzt kosten­pflichtig

Ein Urteil des Landgerichts Bonn sorgt dafür, dass die vollwertige Version der Wetter-App des DWD ab jetzt 1,99 Euro kostet.
Von dpa / Paol Hergert
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WarnWetter ab jetzt kostenpflichtigWarnWetter ab jetzt kostenpflichtig Der Deutsche Wetterdienst (DWD) schränkt die kostenlos verfügbaren Funktionen seiner App WarnWetter ein. Die Vollversion mit Niederschlagsradar, Blitzdaten, aktuellen Satellitenbildern und anderen präzisen Prognosedaten kostet mit der neuen Version 1.8 der App nun 1,99 Euro für Android und iOS. Nutzer können die erweiterten Funk­tionen per In-App-Kauf freischalten.

Auch nach der Änderung bleiben allerdings viele hilfreichen Wetterdaten kostenlos verfügbar. Dazu gehören zum Beispiel Warnlagen bis auf Gemeindeebene oder einstellbare Alarme bei Wetterereignissen. Grund für die Einschränkungen ist nach Angaben des DWD ein Urteil des Landgerichts Bonn (Az.: 16 O 21/16), das ein privater Wetterdienst erwirkt hat. Demnach sei es dem Wetterdienst untersagt, die App in ihrer bisherigen Form kostenlos weiter zu betreiben.

Grund für das Urteil des Landgerichts ist eine wettbewerbliche Unzulässigkeit der App. Mit den vielen kostenfreien Funk­tionen habe diese sich einen unfairen Vorteil über die kostenpflichtige oder Werbe-finanzierte Konkurrenz geschafft, welche nicht auf die Datenbanken zurückgreifen könne, die dem DWD vorliegen.

Zahlreiche gestrichene Funktionen

Zu den nun kostenpflichtigen Funktionen der App gehören individuell konfigurierbare Warnelemente, Push-Notifications zu drohenden Unwettern, Videos von Unwettern des DWD-TV-Studios, das sogenannte Blitz-Radar und eine Vielzahl weiterer Funktionen, die essentiell für die Benutzung der App sind. Nutzer der bisherigen App müssen sich nun entscheiden, ob sie entweder einmalig 1,99 Euro für die App bezahlen möchten, um auch in der Zukunft das gesamte Spektrum sowie alle Updates der App nutzen zu können, oder auf die deutlich abgespeckte kostenfreie Version zurückgreifen möchten.

Alternativen gibt es zahlreich. So erfreut sich zum Beispiel die App RegenRadar der Kläger-Firma WetterOnline bei Smartphone-Nutzern höchster Beliebtheit. Diese App wird durch Werbung finanziert, kann allerdings auch auf die Pro-Version umgeschaltet werden. Wetter.com bietet eine weitere Alternative.

Nun hat sich auch einer der führenden Metereologen des Landes - Jörg Kachelmann - erzürnt zu dem Gerichtsurteil geäußert.

Wir hatten bereits im vorigen Monat über das Gerichtsurteil berichtet, welches in der Endkonsequenz einen Nachteil für die Nutzer der App bedeutet.

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