Abgeschaltet

Radiosender per DVB-T in Berlin nicht mehr empfangbar

Radio über DVB-T ist in Berlin offenbar Geschichte. Die zuletzt noch ausgestrahlten Sender sind nicht mehr empfangbar. Das Ende war absehbar. Wir werfen einen Blick zurück.
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Im Großraum Berlin war es bislang möglich, über den digitalen terrestrischen Empfangsweg DVB-T nicht nur Fernsehprogramme zu Empfangen, sondern auch Radiosender. Doch damit scheint es nun vorbei zu sein, die letzten noch verbleibenden Sender sind offenbar abgeschaltet worden. Dabei hat der Übertragungsweg in Berlin eine große Reichweite - doch das Ende von DVB-T-Radio in Berlin war absehbar. Ohnehin waren Radiosender in Deutschland nur in der Hauptstadt über diesen Standard zu empfangen.

Ganze fünf Sender waren es wohl zum Schluss noch, die per DVB-T auf Kanal 39 übertragen wurden. Drei von ihnen gehören zur RTL-Sendergruppe: 104.6 RTL, Spreeradio und The Wave. Die RTL-Gruppe hatte vor einem Jahr angekündigt, bundesweit für ihre Fernsehprogramme auf DVB-T verzichten zu wollen. Eine Radioabschaltung scheint hier nur konsequent. Die beiden übrigen Sender waren sunshine live, eigentlich in Baden-Württemberg beheimatet, und Radio Horeb. Beide Radiosender gelten aufgrund ihrer Ausrichtung mit Techno bzw. religiösen Sendungen nicht gerade als Massenmarkt-Sender.

Von einst 30 Sendern waren zuletzt nur noch fünf übrig

Blick auf ein Radio-Mischpult - in Berlin gibt es kein Radio mehr über DVB-TBlick auf ein Radio-Mischpult - in Berlin gibt es kein Radio mehr über DVB-T Die jetzt abgeschalteten fünf Sender waren nur noch ein Bruchteil dessen, was zu Hochzeiten per DVB-T empfangbar war. Zeitweise waren es an die 30 Sender, die ihre Radioausstrahlung parallel zu anderen Wegen per DVB-T vornahmen. Nach und nach wurden es jedoch weniger. Auch der Durchbruch von DAB+, nach vielen Anläufen ein digitaler Übertragungsstandard für das Radio, der nach und nach den Massenmarkt erreicht, dürfte zum Ende von Radio per DVB-T beigetragen haben.

Die Radioübertragungen per DVB-T waren in dieser Form bundesweit einzigartig. In Hamburg und Schleswig-Holstein wurden ausgeschrieben Kapazitäten mangels Nachfrage nicht vergeben. Zum Erfolg in Berlin beigetragen hatte auch die Landesmedienanstalt mabb, die als besonders innovativ gilt. So gab es in Berlin sogar Versuche, Internet über DVB-T anzubieten. Hier blieb es jedoch bei einem Messe-Test, die mabb lehnte die Pläne ab. Berlin war es auch, wo damit begonnen wurde, ein DVB-H-Signal für Handyfernsehen zu senden. Nach einigen Anläufen in ganz Deutschland sind derzeit sämtliche Handy-TV-Projekte, die nicht auf ein Mobilfunknetz zurückgreifen, gescheitert.

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