Fernsehen

Wechsel zu DVB-T2: Mehrheit der Nutzer macht mit

Nur rund drei Prozent der bisherigen DVB-T-Zuschauer sind zu Streamingdiensten wie Zattoo, Magine oder waipu.tv gewechselt. Den größten Zuwachs gab es beim Satellitendirektempfang.
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Streamingdienste wie Zattoo, Magine oder waipu.tv erhofften sich von der Umstellung des Antennenfernsehens von der alten DVB-T-Norm auf den neuen DVB-T2-HD-Standard zahlreiche Neukunden. Die Idee war, die Nutzer zu einem Wechsel des TV-Empfangswegs zu bewegen. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt, wie eine Studie von Kantar TNS zeigt, die kurz nach der Umstellung Ende März durchgeführt wurde.

Den Angaben zufolge ist mehr als die Hälfte der betroffenen Zuschauer (51,2 Prozent) zu DVB-T2 HD gewechselt. Die Kunden nutzen demnach ihre vorhandene Infrastruktur weiter und haben bestenfalls einen neuen Receiver angeschafft, sofern das bisher genutzte Gerät nicht für die neue Übertragungsnorm geeignet ist. Nur ein knappes Viertel der Befragten (23,4 Prozent) ist auf einen neuen Empfangsweg umgestiegen, wie die Studie weiter zeigt.

Sat-Empfang mit größtem Zulauf

Zattoo-Studie zur DVB-T2-UmstellungZattoo-Studie zur DVB-T2-Umstellung Anders als von Zattoo und Co. erhofft ist aber nicht etwa ein Großteil der früheren DVB-T-Nutzer auf IPTV umgestiegen. Vielmehr hat der Satellitendirektempfang mit 11,5 Prozent den größten Anteil. Hintergrund könnte sein, dass der Empfang der privaten Programme - etwa von RTL und ProSiebenSat.1 - auf diesem Weg in den kommenden Jahren noch kostenfrei ist, sofern sich die Zuschauer mit Standard-Auflösung zufriedengeben.

Weitere sieben Prozent der Befragten nutzen jetzt Kabel-TV, während nur drei Prozent zu einem Streaming-Anbieter umgestiegen sind. Nur IPTV, beispielsweise EntertainTV von der Deutschen Telekom oder das IP-basierte Fernsehen von Vodafone, hat mit zwei Prozent einen noch kleineren Anteil.

1,5 Prozent kehren dem Fernsehen den Rücken

16,9 Prozent gaben wiederum an, einen ohnehin bereits parallel zum digitalen Antennenfernsehen im Haushalt vorhandenen Empfangsweg einzusetzen, während eine Minderheit von 5,5 Prozent noch für die eigene Fernsehzukunft plant. Immerhin 1,5 Prozent gaben an, überhaupt kein TV mehr zu nutzen. Stattdessen könnten Video-Plattformen wie Netflix oder YouTube das lineare Fernsehen abgelöst haben.

Die Befragung zeigte allerdings auch, dass viele DVB-T2-Interessenten das Bezahlmodell von freenetTV kritisch sehen. Nur 36,2 Prozent der Kunden gaben an, bestimmt oder wahrscheinlich für die privat-kommerziellen Programmangebote zahlen zu wollen. Fast ebenso viele - 33,3 Prozent - lehnen die kostenpflichtigen Dienste ab. Eventuell erwägen 20 Prozent der Befragten ein freenetTV-Abonnement. In einer weiteren Meldung lesen Sie, wie viele Zuschauer schon jetzt freiwillig für die verschlüsselten DVB-T2-Programme zahlen.

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