Terrestrisches Antennenfernsehen

DVB-T2 HD: Firmware-Upgrade bei vielen Geräten möglich

Wer sich noch keine neue Hardware für DVB-T2 HD besorgt hat, erlebt möglicherweise eine Überraschung: Viele TV-Geräte und USB-TV-Sticks ab Modelljahr 2014 sind nach Firmware- und Codec-Upgrades auch für den in Deutschland verwendeten Standard HEVC geeignet.
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Heute ist das digital-terrestrische Antennenfernsehen DVB-T2 HD offiziell gestartet, und sorgt in einigen Umstiegsregionen für Überraschungen. Auch wir erlebten heute eine solche, als wir den Suchlauf unseres drei Jahre alten Fernsehgerätes von LG durchführten. Das Gerät war von Haus aus nicht für den in Deutschland verwendeten Codierungsstandard HEVC/H.265 geeignet, sondern nur für die Vorgängerversion H.264, der unter anderem in Österreich im Einsatz ist.

Firmware-Upgrades bei "älteren" TV-Modellen

freenetTV Connect auf einem LG-Fernseher der Baureihe 2014freenetTV Connect auf einem LG-Fernseher der Baureihe 2014 Den Codec hat LG im vergangenen Jahr mit einem Firmwareupgrade aufgespielt. HEVC wurde laut Auskunft des Herstellers über ein Softwareupdate mit dem Betriebssystem WebOS freigeschaltet und steht allen Geräten des südkoreanischen Herstellers mit WebOS-Betriebssystem zur Verfügung, die ab April 2014 in den Markt gebracht wurden - also noch zu einer Zeit als von HEVC in Deutschland noch gar keine Rede war.

Solche Firmwareupgrades sind auch bei vielen anderen Herstellern durchgeführt worden. Auch wenn die ursprüngliche Beschreibung des Fernsehgerätes nicht auf die Verfügbarkeit von HEVC/H.265 hindeutet, ist es möglicherweise inzwischen doch für DVB-T2 HD in Deutschland geeignet.

Überraschend funktioniert auch das neue webbasierte Angebot freenet TV Connect mit dem vergleichsweise "alten" Fernsehgerät von LG einwandfrei, die Streams der zusätzlichen linearen Kanäle aus dem Internet laufen ruckelfrei, nachdem wir den HbbTV-fähigen LG-Fernseher mit dem Internet verbunden haben. freenet TV teilte noch vor einiger Zeit mit, dass zunächst nur eine Set-Top-Box von Samsung das kostenlose, internetbasierte DVB-T2-Zusatzangebot darstellen könne.

Altes DVB-T in einigen Umstiegs-Regionen noch per Overspill

Eine weitere Überraschung ist, dass wir hier im westlichen Rhein-Main-Gebiet die öffentlich-rechtlichen Programme neben der HD- auch weiter in einer SD-Variante und damit über das alte DVB-T empfangen können. Hierfür ist ein technischer Overspill verantwortlich: Im westlichen Rhein-Main-Gebiet können selbst mit Zimmerantenne wie in unserem Fall Fernsehsignale vom gut 40 km entfernten Sendestandort Donnersberg im Pfälzer Wald mit ausreichender Feldstärke empfangen werden. Dieser soll erst 2018 von DVB-T auf DVB-T2 umgestellt werden. Auch in anderen Umstiegsregionen könnten vor allem mit Dachantenne noch Signale von entfernten Sendeanlagen im alten DVB-T-Modus empfangen werden.

Wer nicht bereits eine Set-Top-Box besorgt hat, sollte also in jedem Fall heute sein Gerät zunächst nach Firmware-Upgrades überprüfen (falls diese nicht automatisch aufgespielt werden), anschließend einen Suchlauf am Gerät durchführen und schauen, was danach zu empfangen ist. Vielleicht erlebt der eine oder andere hier ebenfalls eine positive eine Überraschung.

Auch einige ältere Sticks per Upgrade fit für DVB-T2 HD

Auch einen älteren USB-TV-Stick Marke Andoer konnten wir für DVB-T2 HD fit machen. Zunächst brachte der Suchlauf das Ergebnis "No HEVC Compatible Video Decoder Found". Nachdem wir die Software (Treiber und Player) deinstalliert hatten und ein kostenloses Codec-Paket (K-Lite Mega Codec Pack 13.0.0). heruntergeladen haben, das unter anderem den Codec H.265 enthält, konnten wir nach Neuinstallation der Treiber- und der Player-Software alle unverschlüsselten Sender über DVB-T2 HD empfangen.

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