DVB-T2-Multiplex

DVB-T2: Media Broadcast verrät Details

DVB-T2 soll das digital-terrestrische Fernsehen in Deutschland stärken. Ein Teil der Programme wird aber verschlüsselt und kostenpflichtig sein. In einem Interview hat der Netzbetreiber Media Broadcast nun weitere Details zu Zeitplan, Angebot und Preisstruktur bekannt gegeben.

Media Broadcast verrät Details zu DVB-T2 Media Broadcast verrät Details zu DVB-T2
Bild: Media Broadcast
Der Netzbetreiber Media Broadcast hat in einem Interview weitere Details seines geplanten DVB-T2-Multiplexes bekannt gegeben. Wie Holger Meinzer, Chief Commercial Officer B2B des Plattformbetreibers in einem Interview mit der Programmzeitschrift "TV Digital" verrät, werde es mit rund 50 TV-Sendern beim Nachfolger des digital-terrestrischen Antennenfernsehens (DVB-T) in Deutschland etwa doppelt so viele Sender wie bisher geben. "Das Senderangebot wird bundesweit weitgehend einheitlich sein und um Regionalsender ergänzt", so Meinzer. Die DVB-T2-Plattform werde dabei nicht nur in den Regionen verfügbar sein, in denen schon jetzt Privatsender per DVB-T ausgestrahlt werden, sondern auch in weiteren Gebieten. Welche das voraussichtlich sind, haben wir bei teltarif.de bereits in einer früheren Meldung verraten.

HD und SD, verschlüsselt und unverschlüsselt

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Bild: Media Broadcast
Auf der neuen Plattform werde es einen Mix aus hochauflösenden HD-Programmen und solchen in Standard-Qualität (SD), aus frei empfangbaren und kostenpflichtigen Sendern geben. Der monatliche Bezugspreis für verschlüsselte Programme werde laut Meinzer "im einstelligen Euro-Bereich liegen". Für die Bezahlung würde der Plattformbetreiber "verschiedene Optionen anbieten". Zum unverbindlichen Kennenlernen soll es eine kostenlose Gratisphase geben - auch nach dem ohnehin kostenfreien "Soft Launch" ab Frühjahr 2016. Wer sich geeignete Empfangsgeräte frühzeitig zulegt, profitiere daher am längsten von der Gratisphase.

Gratis-Soft Launch in Ballungsgebieten

Der Soft Launch soll im Frühjahr 2016 in Ballungszentren mit den ersten Sendern erfolgen, darunter öffentlich-rechtliche und private HD-Programme. Die Spiele der Fußball-EM 2016 in Frankreich können die Fans somit schon live in HD-Qualität unterwegs genießen. Der reguläre Betrieb starte im ersten Quartal 2017 - zunächst in weiteren Ballungsgebieten, dann sukzessive in weiteren Regionen. Bis Mitte 2019 soll der Umstieg auf DVB-T2 bundesweit flächendeckend abgeschlossen sein.

Die Plattform sei als "integral hybrides Angebot" ausgelegt, das klassisches Antennenfernsehen mit Internet-Inhalten verbinde. Auf diesem Weg könnten sich die Zuschauer zum Beispiel zusätzliche Senderpakete, Fremdsprachen- und Nischen­programme oder Online-Videotheken auf den TV-Bildschirm holen, so Meinzer. Mit den entsprechenden Anbietern befände sich Media Broadcast in "guten Gesprächen". Die Multithek, die der Netzbetreiber schon jetzt als internetbasiertes DVB-T-Portal betreibt, werde als Teil des DVB-T2-Angebots noch ausgebaut.

TLC in weiteren Regionen über DVB-T

Unterdessen hat das Unternehmen Discovery Networks Deutschland die digital-terrestrische Verbreitung seines Frauensenders TLC im alten DVB-T-Standard ausgebaut. Nachdem der Sender in Berlin/Brandenburg und München bereits über DVB-T zu empfangen war, kamen am 17. April auch Nürnberg und Stuttgart hinzu. In Nürnberg wird TLC auf Kanal 60 und in Stuttgart auf Kanal 25 verbreitet.

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