Erst Dual, nun 3-fach

Nach Dual-SIM kommt 3-fach-SIM-Handy

Weiterhin können aber nur zwei SIM-Karten gleichzeitig funken
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Zur Messe ITU-Telecom-World Ende 2006 wurden Handys, die gleichzeitig zwei SIM-Karten nutzen können, erstmals gezeigt. Findige Hersteller aus China präsentierten dort das erste Dual-SIM-Handy auf Basis von Windows Mobile. Auf der gestern in Hannover zu Ende gegangenen CeBIT zeigte der kanadische MVNO (mobile virtual network operator - diese nutzen das Netz bestehender Netzbetreiber, bauen die sonstige Infrastruktur aber selbst auf), EcoCarrier, nun ein Handy zum Betrieb von drei SIM-Karten mit dem Namen EcoGSM.

Weiterhin nur zwei SIM-Karten gleichzeitig

Dual-SIM-Handys schafften zuletzt den Durchbruch vor allem aus zwei Gründen: Anders als bei den vorher genutzten Dual-SIM-Adaptern, die häufig eine "Bastellösung" mit Zuschneiden der SIM-Karte sind, kann man dort zwei SIM-Karten in vollwertige SIM-Karten-Steckplätze einlegen. Das Handy verfügt über zwei komplette Sende- und Empfangseinrichtungen, so dass beide SIM-Karten gleichzeitig genutzt werden können. So ist man beispielsweise auch dann auf der zweiten SIM-Karte erreichbar, wenn auf der ersten SIM-Karte gesprochen wird.

EcoGSM Wer nun hofft, das gleiche Prinzip würde analog auch beim 3fach-SIM-Telefon von EcoCarrier funktionieren, wird enttäuscht sein: Hier sind zwar drei Steckplätze für SIM-Karten (neben einem Steckplatz für eine microSD-Speicherkarte) vorhanden, das Telefon verfügt aber weiter nur über zwei Sende- und Empfangseinrichtungen, so dass nur zwei SIM-Karten parallel betrieben werden können. Im Handy-Menü hat man so also die Auswahl zwischen SIM1+SIM3, SIM2+SIM3 oder SIM1+SIM2.

Darüberhinaus ähnelt das EcoGSM den anderen Dual-SIM-Handys chinesischer Produktion, speziell wenn man einen Blick auf Touchscreen und Tastatur wirft, wird dies schnell deutlich. Die Anordnung der Tasten in einer 4x3-Matrix, also mit Stern, 0, Raute als rechte Spalte und nicht untere Zeile, fällt deutlich aus dem üblichen Handy-Layout heraus. Das Triband-Handy unterstützt zudem Bluetooth und soll nach Herstellerangaben bis zu neun Stunden Gesprächszeit mit einer Akkuladung schaffen. Die weiteren Ausstattungsmerkmale liegen am unteren Standard aktueller Telefone, ausgefeilte Multimedia-Eigenschaften darf man von dem EcoGSM-Telefon nicht erwarten.

EcoCarrier bietet auch Roaming-SIM-Karten an

EcoGSM Das Geschäft mit dem 3-fach-SIM-Telefon ist für EcoCarrier nicht das Hauptgeschäftsfeld, vielmehr bietet das Unternehmen eine Vielzahl von netzungebundenen Telefonie-Produkten an, vorwiegend im Bereich internationaler Festnetz- und Mobilfunkgespräche. So offeriert EcoCarrier unter dem gleichen Markennamen wie das Telefon auch eine Roaming-SIM-Karte, die im Standard über eine Telefonnummer im US-amerikanischen oder kanadischen Festnetz erreichbar ist. Der Angerufene zahlt bei dieser Lösung zwar auch Gebühren für eingehende Telefonate, diese liegen aber in 130 Ländern weltweit bei maximal 45 US-Cent, also leicht über dem Niveau, das durch die aktuelle EU-Regulierungsoffensive für die EU-Mitgliedsstaaten für alle EU-SIM-Karten gefordert und eingeführt wurde. Die US-Nummer ist im Vergleich zu Roaming-SIM-Karten von United Mobile oder GlobalSIM für den Anrufer leichter und günstiger erreichbar. Auch für abgehende Telefonate bietet EcoGSM nach eigenen Angaben im Vergleich zum klassichen Roaming deutlich günstigere Tarife an.

Kernelement des EcoGSM-Handys mit drei Steckplätzen für SIM-Karten ist eine spezielle Software, die eine im Handy eingelegte EcoGSM-SIM-Karte so steuert, das in Abhängigkeit vom eingebuchten Mobilfunknetz und den gewählten Rufnummern immer günstig telefoniert werden kann. Diese Steuer-Software wurde im Auftrag von EcoCarrier in China im Handy integriert.

Vertreter des kanadischen Unternehmens gaben an, dass EcoCarrier das EcoGSM-Telefon auch ohne SIM-Karte oder andere Telekommunikationsdienste von EcoCarrier verkauft. Der Preis soll bei 150 US-Dollar, also etwa 120 Euro, liegen, EcoGSM soll sofort verfügbar sein. Details zu Bezugsquellen wurden allerdings nicht genannt.

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