Preisvergleich

Breitband mit Doppel-Flatrate im Preisvergleich

So viel zahlen Nutzer in der Großstadt, das bleibt Nutzern auf dem Land
Von Björn Brodersen

In halbstädtischen und mehr noch in ländlichen Gebieten sieht die Lage je nach Region sehr unterschiedlich aus. Hier dürfte vielerorts DSL die attraktivste, manchmal sogar die einzige brauchbare und gleichzeitig bezahlbare Breitband-Zugangsvariante sein. Die am weitesten verbreitete Anbieter-Technologie-Kombination "DSL der Deutschen Telekom (T-DSL)" kommt zwar laut Breitbandatlas des BMWi auf eine Abdeckung von 98,99 Prozent der deutschen Haushalte, damit bleiben aber immer noch rund 230 Gemeinden mit 410 000 Haushalten ohne DSL-Anschlussmöglichkeit - je nach Quelle liegt diese Zahl der Breitband-freien Kommunen auch noch deutlich höher. Themenfoto mobiles Surfen Mobiles Surfen per UMTS
Foto: Deutsche Telekom

Das Land Schleswig-Holstein gehört beispielsweise zu denjenigen Bundesländern mit einer vergleichsweise noch guten Verfügbarkeit von knapp 78 Prozent der Haushalte mit 1 MBit/s schnellen DSL-Anschlüssen und 59 Prozent der Haushalte mit Kabel-Internet-Anschlüssen. Direkt hinterm Deich, in dem etwas mehr als 300 Einwohner zählenden und sehr langgezogenen Beispielort Hedwigenkoog im Landkreis Dithmarschen, gibt es allerdings keine nennenswerte DSL-Versorgung. Kabel-Internet steht hier gar nicht zur Verfügung.

Die Haushalte in Hedwigenkoog, die eine herkömmliche DSL-6000-Leitung gebucht haben, lassen sich an einer Hand abzählen, andere Haushalte nutzen das sogenannte "DSL light" der Deutschen Telekom mit 384 kBit/s, und die näher zum Meer gelegenen Häuser befinden ganz außerhalb des DSL-Anschlussgebiets. Alternativ stehen den Bewohnern von Hedwigenkoog zurzeit nur Breitband-Anschlüsse der Sat-Internet-Anbieter oder aber Mobilinternet-Zugänge der Mobilfunkbetreiber T-Mobile und Vodafone mit - zumindest außerhalb von Gebäuden - EDGE-Übertragungsraten zur Auswahl.

Die Breitband-Angebote mit Doppel-Flatrate in Hedwigenkoog

  Max. Bandbreite Monatsfixkosten Einrichtungsentgelt Hardwarekosten
Satellit  
StarDSL 2 MBit/s 79,90 99,95 467,95
Schott 3,6 MBit/s 47,85 Einmalzahlung: 198,00
Finanzierung: 229,00
Einmalzahlung: 328,90
Finanzierung: 0,00
Verfügbarkeitsabfragen für Schüttenhorn, Angaben ohne Gewähr. Stand: 18. November 2009, Preise in Euro, bei Preisaktionen ggf. rechnerische Monatspreise über die Dauer von zwei Jahren bei Online-Buchung. Hardwarekosten inklusive Versand. In jedem angeführten Anschlusspaket können weitere verbrauchsabhängige Entgelte anfallen.

So bleibt einzig Internet via Satellit als Ausweg in Orten wie Hedwigenkoog - mit entsprechend hohen Kosten: Für ein Doppel-Flatrate-Paket fallen schnell 50 Euro an monatlichen Grundkosten an, Einsteiger zahlen zudem häufig mehrere hundert Euro für den Kauf der Hardware - Satelliten-Schüssel, Modem und VoIP-Adapter - und die Anschluss-Bereitstellung. Manche Sat-Anbieter ermöglichen ihren Kunden auch einen Finanzierungskauf der notwendigen Geräte. Die Telefonate erfolgen über den integrierten VoIP-Anschluss. Weitere Einschränkung: Die Flatrates basieren meist auf einer "Fair-Use-Policy": Ab einem bestimmten Datenvolumenverbrauch wird wie in den Daten-Flatrates der Mobilfunker die Übertragungsrate für die restlichen Tage im Monat gedrosselt. Zusätzliche Kosten für das weitere Surfen fallen allerdings nicht an.

Größere Auswahl, höhere Bandbreiten, niedrigere Kosten in der Stadt

Wer in der Stadt wohnt, hat in der Regel mehr Auswahl unter verschiedenen Zugangs-Technologien und Anbietern, kann höhere Bandbreiten nutzen und zahlt weniger für den Breitband-Zugang als ein Landbewohner oder ein Bewohner eines OPAL-Gebiets. Hohe Bandbreiten von 16 MBit/s oder mehr im Downstream eignen sich beispielsweise für Haushalte, in denen mehrere Personen gleichzeitig im Internet surfen, größere Datenmengen downloaden und auch gleichzeitig auch über das Internet (NGN, VoIP) telefonieren, oder für Nutzer, die hochauflösende TV- und Video-Inhalte über das Internet empfangen wollen.

Dieser Überblick zeigt an drei Beispielen, mit welchen Doppel-Flat-Angeboten aus der Hand eines Anbieters Einsteiger unter ähnlichen Voraussetzungen rechnen können. Welche Zugangstechnologien an Ihrem Wohnort verfügbar sind, erfahren Sie über die Verfügbarkeitsabfragen auf den Websites der Breitband-Anbieter - manchmal schon mit Richtwerten zu den zu erwartenden Bandbreiten. Günstige Doppel-Flatrate-Angebote für Ihre Wohnadresse liefert Ihnen eine Abfrage unseres Doppel-Flatrate-Tarifrechners. Bei der Tarifauswahl sollten Sie auch zusätzlich anfallende Verbrauchsentgelte und Mindestvertragslaufzeiten berücksichtigen.

Kurze Anmerkung zum Schluss: Wir haben uns bei diesem Vergleich auf die jeweils günstigsten Zugangsangebote aus unserer Datenbank mit möglichst hoher Bandbreite konzentriert. Je nach Wohnadresse eines Nutzers können andere Breitband-Angebote eher in Frage kommen.

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