Überlegung
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16, 50, 100 MBit/s: Welchen Internet-Anschluss brauche ich?

Streaming, Cloud und Updates: Wir zeigen, welche Anschlussgeschwindigkeit für welchen Nutzungstyp sinnvoll ist. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die möglichen Anwendungen, sondern auch, wer den Anschluss nutzen könnte.
Von Thorsten Neuhetzki / Marc Hankmann
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Nutzertyp 4: Der "Internet-Einwohner"

Es gibt Nutzer, denen sagt man nach, sie leben im Internet. Sie sind nicht nur stets per Internet erreichbar, hängen jede freie Minute am Smart­phone oder Tablet, sie haben auch alle Daten ins Internet abge­legt. Dank der Cloud können sie jeder­zeit und von überall an ihre Fotos und Videos. Oftmals verfügen sie auch über eine di­gitale Iden­tität in verschie­denen sozialen Netz­werken und besitzen keinen klas­si­schen Fern­seh­zu­gang per Kabel, Satellit oder Antenne mehr. Für sie wird es manchmal selbst mit einer 50-MBit/s-Leitung eng. Leben mehrere solcher Nutzer in einer Woh­nung zusammen, sollte eine 100-MBit/s-Leitung das Minimum sein. Ob es am Ende aber ein Anschluss jenseits von 200 MBit/s oder sogar mit 1 GBit/s sein muss, muss jeder Nutzer für sich selbst entscheiden. Auch wenn der Daten­ver­brauch immer mehr zunimmt, dürfte die Ultra-High­speed-Leitung für die aller­meisten Privat­nutzer noch viel zu schnell und somit auch zu teuer sein.

Ob der Anschluss per Kabel oder VDSL bzw. Glas­faser geschaltet werden sollte, richtet sich vor allem am Bedarf des Upstreams. Wer oft und große Daten in die Cloud hoch­lädt, sollte sich bevor­zugt über VDSL oder Glas­faser anbinden lassen, denn hier sind die Upstream­raten höher als beim Kabel­an­schluss. Zudem bieten ech­te Glas­fa­ser­lei­tungen bis in die Wohnung (FFTH) als einzige Anschluss­form eine ga­rantierte Daten­rate zwischen der zentralen Anschluss­stelle des Anbie­ters und dem Kunden. Bei allen anderen Anschluss­formen teilen sich die Kunden die Gesamtkapa­zität entweder mit anderen Kunden oder bekommen aus tech­ni­schen Gründen mögli­cherweise weniger MBit/s im Down­stream, als sie gebucht haben. Bei Glasfaserleitun­gen kann es nur zu Engpässen kommen, wenn die Vermitt­lungs­stelle zu schlecht ange­bunden ist.

Sonder­fall IPTV

Der Internet-Einwohner
5/5 – Grafik: Fotolia , Montage: teltarif.de
  • Welche Anschlussgeschwindigkeit ist die richtige?
  • Der Gelegenheitsnutzer
  • Der Streaming-Nutzer
  • Die Familie
  • Der Internet-Einwohner
Auch lineares Fern­sehen kann per Internet-Leitung ins Haus kommen. IPTV-Dienste gibt es im Wesent­li­chen von der Telekom (Magen­taTV), 1&1 (IP-TV) und Voda­fone (GigaTV). Die IPTV-Versor­gung stellt eine Alter­na­tive zu Kabel oder Satellit da. Der Nach­teil: Die für das Fern­seh­pro­gramm verwen­dete Band­breite geht von der zur Verfü­gung gestellten Daten­rate ab. Ein HD-Programm über einen 16-MBit/s-An­schluss zu schauen, führt also dazu, dass gerade einmal die Hälfte der Daten­rate des Anschlusses noch zum Surfen zur Verfü­gung steht. Wer sich für IPTV entscheidet, sollte also zwin­gend zumin­dest einen schnellen VDSL-Anschluss buchen.

Über unseren Breit­band-Internet-Tarif­ver­gleich können Sie heraus­finden, welche Anbieter in Ihrem Ort grund­sätz­lich verfügbar sind. Dazu können Sie ihre Orts­vor­wahl eingeben und über einen Schie­be­regler den gewünschten mini­malen Down­stream an­geben. Ob der Anbieter in Ihrer Wohnung wirk­lich verfügbar ist und wie schnell der Anschluss am Ende wirk­lich ist, kann Ihnen jedoch nur der Anbieter direkt sagen.

Wie sich die Internet-Anschluss­arten unter­scheiden und wo die Vor- und Nach­teile liegen, zeigen wir Ihnen in einem weiteren Ratgeber.

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