App-Test

drupe: Besser Telefonieren mit dem Smartphone

drupe verspricht, das Telefonieren mit dem Smartphone zu revolutionieren - die Floating-App wartet geduldig am Display-Rand, bis sie gebraucht wird. Unser App-Test zeigt, ob die Anwendung hält, was sie verspricht.
Von Hans-Georg Kluge
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Auf Android sind Floating-Apps der letzte Schrei. Diese zeigen Teile ihrer Be­nutzer­ober­fläche auch über anderen aktiven Apps an und gewähren so Zugang zu wichtigen Funktionen. Prominentes Beispiel ist die Chat-Oberfläche des Facebook Messenger, die ganz ähnlich realisiert ist.

drupe will nach diesem Konzept die Telefonie-Welt von Android revolutionieren. Ob das klappt, haben wir mehrere Wochen getestet.

drupe: Floating-App zum Telefonieren

drupe: Favorisierte Kontaktedrupe: Favorisierte Kontakte drupe stellt dauerhaft drei Kreise am rechten oder linken Rand des Displays dar. Der Nutzer öffnet drupe, indem er an der Stelle der drei Punkte in die Mitte des Displays wischt. Damit ist es aus jeder beliebigen App möglich, auf die Telefon-Funktion zuzugreifen. Ein Umweg zum Beispiel in den App Drawer ist so nicht mehr nötig, um einen Anruf zu starten - das kann Zeit sparen und Nerven schonen.

Nach dem Start legt sich die App vollständig über die zuvor geöffnete. Schon an dieser Stelle fallen gegenüber klassischen Telefon-Apps einige Unterschiede auf. An der linken Seite sind bunte Icons angebracht, die auf die Telefon-App, WhatsApp, Google Maps oder den Facebook Messenger deuten. An der rechten Seite sind hingegen Kontakte aufgeführt - beim ersten Start sortiert nach den letzten Anrufen.

Um einen Kontakt anzurufen, konnten wir das Bildchen eines Kontakts auf das Telefon-Symbol auf der gegenüber liegenden Seite ziehen. Dann startete bereits die originale Telefon-App unseres Smart­phones und wählte die Nummer. Ähnlich bei anderen Apps: Zogen wir einen Kontakt auf das WhatsApp-Kürzel, landeten wir direkt im entsprechenden Chat. Im Daumen-Modus reicht es, das Kontakt-Bildchen in die Richtung der gewünschten Funktion zu ziehen - eine grafische Animation zeigt an, welche App aufgerufen würde, ließe der Nutzer nun los. Auch der Zugriff auf mehrere Rufnummern ist möglich: Hielten wir ein Kontakt-Bild mehrere Sekunden über das Telefon-Symbol, so erschien die Auswahl der zu wählenden Rufnummer.

drupe: Daumen-Modus für kurze Swipe-Wege.drupe: Daumen-Modus für kurze Swipe-Wege. Praktisch ist die zweite Haupt-Ansicht von drupe: Hier stellt die App kürzlich kontaktierte Personen dar. Dabei berücksichtigt sie nicht nur Telefon-Anrufe, sondern auch alle anderen unterstützten Apps - zwischen zwei SMS-Unterhaltungen findet sich vielleicht eine Facebook-Messenger-Gruppe, ein Anruf oder auch eine WhatsApp-Nachricht. Das hat echten Mehrwert für Nutzer, die viel mit den von drupe unterstützten Apps arbeiten.

In der Haupt-Ansicht der App steht eine Suche bereit, mit der Kontakte durchsucht werden können - auch eine direkte Eingabe einer Rufnummer ist möglich.

drupe verfügt über einen Lockscreen-Modus. Der ist aber mit Vorsicht zu genießen, da letztlich sämtliche Kontaktdaten über drupe erreichbar sind. Vor dem Zugriff auf andere Apps ist aber der Lock-Code des Handys fällig. drupe hat außerdem Gruppen implementiert, die sich genau wie einzelne Kontakte auf ein App-Symbol ziehen lassen. Dies soll sogar App-übergreifend möglich sein - einzelne Nachrichten verschickt die App allerdings nur über eine einzige App. Eine Mischung aus WhatsApp, SMS und E-Mail war in unserem Test nicht möglich. Immerhin steht eine drupe-Gruppe in anderen Apps zur Verfügung.

drupe: Verfügbare Apps einstellen

drupe: Haupt-Screen der Floating-Appdrupe: Haupt-Screen der Floating-App In den Einstellungen lässt sich die genaue Auswahl der verfügbaren Apps einstellen. Die Auswahl deckt wichtige, aber bei weitem nicht alle Anwendungen ab. WhatsApp, Facebook Messenger und Hangouts sind in puncto Messaging dabei. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, den Kalender aufzurufen oder nach der Adresse des Kontakts zu suchen. Alternative Messenger wie Viber, Threema oder textsecure fehlen.

drupe ist kostenlos im Google Play Store zu beziehen. Um zu funktionieren, benötigt drupe Zugriff auf das Adressbuch - logisch. Laut Datenschutzbedingungen werden jedoch keine dort gespeicherten Daten an drupe gesendet.

Fazit: Vom Smart­phone nicht mehr wegzudenken

drupe hält in einigen Punkten, was es verspricht, denn die Telefon-Funktion ist bei manchen Smart­phones schwer aufzurufen - längst vorbei sind die Zeiten, als Handys bzw. Smart­phone eine explizite Hörer-Taste hatten. drupe bringt sie zurück - zumindest ein bisschen. Allerdings gibt es auch Platz für Verbesserungen: Weitere unterstützte Apps und wirklich App-übergreifende Gruppen wären wünschenswert.

Persönlicher Kommentar von Hans-Georg Kluge
Hans-Georg Kluge drupe wird auf meinem privaten Smart­phone installiert bleiben. Im Verlauf der vergangenen Wochen kamen mehrfach neue Funktionen hinzu und die Entwickler haben Fehler behoben. Das Handling der App ist zunächst etwas ge­wöhnungs­bedürftig, nach ein paar Versuchen wollte ich drupe aber nicht mehr missen.
Mit Link Bubble hatten wir bereits eine Floating-App im Test, die als praktischer Browser-Ersatz dient.
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