Drohnen-Gefahr

Vodafone macht mit LTE Jagd auf Drohnen

Mit Drohnen kann man nützliche Dinge erledigen, etwa Blutkonserven transportieren. Über Gefängnissen oder geheimen Teststrecken der Automobil-Industrie sind Drohnen jedoch unerwünscht. Mobilfunk-Technik soll nun für Sicherheit sorgen.
Von dpa /
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Mobilfunktechnik soll verhindern, dass Drohnen Flughäfen zu nahe kommenMobilfunktechnik soll verhindern, dass Drohnen Flughäfen zu nahe kommen Mobilfunk-Unternehmen in Deutschland wollen mit Er­kennungs­systemen für Drohnen für mehr Sicherheit im Flugverkehr sorgen. Vodafone setzt dabei auf den schnellen Mobilfunkstandard LTE. Er sei die Basis für das neue Radio Positioning System (RPS), teilte das Unternehmen heute mit.

Dabei werden die Drohnen mit LTE-Modulen ausgestattet und senden darüber ihre Flugdaten an eine Basisstation. Nähern sich Drohnen einer Sicherheitszone etwa auf einem Flughafen, können die Fluggeräte von Behörden automatisch an einer sicheren Stelle zur Landung gezwungen oder zum Betreiber zurückgelotst werden.

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) entwickelt derzeit offenbar neue europaweite Vorschriften, um den Betrieb von Drohnen zu regulieren. Dabei soll insbesondere der Flugverkehr sicherer gestaltet werden. Das IoT-Drohnen-Erkennungssystem von Vodafone soll laut dem Netzbetreiber die Ziele der EASA unterstützen.

Drohnen auf dem Radar nicht sichtbar

Die Deutsche Telekom betreibt mit der Deutschen Flugsicherung (DFS) ein Forschungsprojekt, um die zunehmende Zahl von Drohnen mit Hilfe von Mobilfunk-Technik unter Kontrolle bekommen. Dabei wurden Mobilfunkmodule in die Fluggeräte eingebaut, die unter anderem GPS-Daten senden sollen. "Drohnen sind auf dem Radar nicht sichtbar und damit ein Alptraum für jede Flugsicherung", erklärte DFS-Chef Klaus-Dieter Scheurle der Deutschen Presse-Agentur. Als "fliegende Mobiltelefone" könnten sie aber jederzeit geortet und überwacht werden.

Im vergangenen Juli stellte die Telekom bereits den "Magenta Schutzschirm" vor. Das System erkennt und warnt vor Drohnen und verwendet dazu Technik von Partnern, etwa Geräte des Drohnen-Abwehrspezialisten Dedrone aus Kassel oder Frequenzscanner der Firma Rhode & Schwarz. Der "Magenta Schutzschild" sei ein Baukasten-System. "Der Kunde entscheidet, ob er auf Radiofrequenz, Video- oder Audio- oder Radar-Erkennung setzt oder eine Kombination." Das System integriere die Sensoren verschiedener Hersteller.

Allein in Deutschland nehme die Zahl der von Piloten gemeldeten Zwischenfälle stetig zu, betonte Vodafone. Viele Drohnen seien inzwischen oft zu klein, um überhaupt vom konventionellen Radar erkannt zu werden. Die LTE-Module sollen dagegen Flugdaten in Echtzeit übermitteln können. Das Konzept sei in Zusammenarbeit mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit EASA erarbeitet worden und soll die Behörde bei der Entwicklung neuer europäischer Vorschriften für den Betrieb von Drohnen unterstützten. Für dieses Jahr plant Vodafone noch weitere Tests in Spanien und Deutschland, ab 2019 solle das Drohnen-Erkennungssystem kommerziell nutzbar sein.

Juristisch ist momentan noch ungeklärt, wie zukünftig mit älteren Drohnen verfahren wird, die noch kein LTE-Modul haben und die daher nicht über die IoT-Systeme der Netzbetreiber gesteuert werden können. Möglich wäre, dass der Staat ab einem bestimmten Datum den Betrieb von Drohnen ohne Mobilfunkanbindung ganz verbietet und mit Strafen ahndet. Die Luftverkehrs-Ordnung wurde mit Wirkung ab Oktober 2017 bereits dahingehend geändert, dass Nutzer einer Drohne ab 2 Kilogramm ihre Eignung durch einen Drohnen-Führerschein nachweisen müssen.

Drohnen werden zwar in Einflugschneisen von Flughäfen gefürchtet und tauchen sogar vor Schlafzimmerfenstern auf. Für Feuerwehren und Rettungsdienste werden sie hingegen immer wichtiger.

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