Standortschließung

Zeitung: Drillisch schließt Ex-Telco-Standort Idstein

Kein Telefon, kein PC: Mitarbeiter werden vor vollendete Tatsachen gestellt
Von Thorsten Neuhetzki
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Der Mobilfunkprovider Drillisch schließt offenbar den Standort Idstein schneller, als es mit Mitarbeitern und Betriebsrat vereinbar ist. Nach einem Bericht des Wiesbadener Kurier wurden diese Woche bereits technische Geräte aus dem Gebäude abtransportiert, in dem früher der 2007 von Drillisch übernommene Anbieter Telco residierte. Nach Angaben des zuständigen Gewerkschaftssekretärs Thomas Müller von verdi Hessen könnten die Mitarbeiter nicht mehr telefonieren und ihre PCs nicht mehr nutzen. Telco in IdsteinTelco-Gebäude in Idstein

Die Schließung von Telco steht bereits seit dem Sommer im Raum. Doch Gewerkschaften und Betriebsrat versuchten eine Einigung mit Drillisch zu finden. Denn der Vorschlag, die Mitarbeiter könnten in der Zentrale in Maintal arbeiten, ist angesichts einer Distanz von 80 km für viele der knapp 70 Angestellten nicht machbar. verdi rief zudem zu Protesten gegen Drillisch auf. Nur kurz drauf reagierte der Mobilfunkanbieter offenbar mit der Systemsperrung. Nach Medienberichten sei diese erfolgt, um "eine mögliche Verletzung des Datenschutzgesetzes auszuschließen".

Dass die Mitarbeiter nun nicht mehr arbeiten könnten scheint nach Berichten der Zeitung für Drillisch auch kein Problem zu sein. Die Einschänkungen seien in Augen Drillischs tragbar, weil der Standort ohnehin geschlossen werde, gibt der Gewerkschafter die Position des Arbeitgebers weiter. Gegen die Schließung des Standortes Idstein soll nun eine einstweilige Verfügung helfen.

Das börsennotierte Unternehmen Drillisch konnte zuletzt gute Bilanzzahlen vorlegen. Die Erlöse legten um neun Prozent auf 177 Millionen Euro zu, der operative Gewinn (EBITDA) stieg fast genauso stark auf 23 Millionen Euro, Die Zahl der Mobilfunkverträge war in den ersten sechs Monaten um 3,1 Prozent auf 2,29 Millionen gestiegen. Der Drillisch-Konzern ist im Endkundenmarkt aktuell vor allem mit Discountermarken wie simply und maxxim tätig und generiert UMTS-Kunden über verschiedenste Vertriebspartnerschaften.

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