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Drillisch übernimmt 199 Partnershops von Telefónica

Nicht nur eigene Läden werden von Telefónica an Drillisch übergeben - auch Partnershops sind dabei. Sie machen sogar den Löwenanteil aus. Auch Mitarbeiter werden von Telefónica zu Drillisch wechseln - und die Shop-Schließungen werden wohl weitergehen.
Von Thorsten Neuhetzki
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Dass Drillisch nicht nur Netzkapazität im großen Stil nutzen wird und ab Sommer Zugriff auf das o2-Netz hat, als wäre das Unternehmen ein echter Netzbetreiber (ohne dass das Sendernetz selbst betrieben wird), ist bekannt und durch die Übernahme von E-Plus durch Telefónica möglich geworden. Bekannt war auch, dass Drillisch etwa 300 Shops aus dem Telefónica-Konzern übernehmen wird und somit erstmals eigene Shops betreibt. Jetzt hat Telefónica weitere Details zu diesem Deal bekannt gegeben. o2 übergibt 301 Shops an Drillischo2 übergibt 301 Shops an Drillisch

Wie schon gemunkelt wurde, befinden sich unter den 301 Standorten, die von Drillisch im Sommer zu yourfone-Shops umgewandelt werden, auch Partnershops. Mit einer Anzahl von "voraussichtlich rund 199 Partnershops", wie es in der Pressemitteilung heißt, sind die Partner sogar der überwiegende Teil. Bei Partnershops handelt es sich um selbstständige Unternehmer, die aber im Auftrag von Telefónica handeln. Die leben jedoch vor allem von den Provisionen, die durch Vertragsabschlüsse gezahlt werden. Dass diese im Prinzip selbstständig arbeitenden Anbieter nun mit übergeben werden sollen, sorgt in der Branche schon seit längerer Zeit für Unruhe - zumal eine Liste der betroffenen Shops bislang nicht öffentlich ist.

300 Shop-Mitarbeiter wechseln zu Drillisch

Die Übergabe an Drillisch soll "ab Jahresmitte" erfolgen und neben den "rund 199 Partnershops" auch 102 eigene Standorte umfassen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Drillisch über seine Tochtergesellschaft yourfone zusammen mit den Standorten rund 300 Mitarbeiter vor Ort übernimmt. Zusätzlich werden noch Mitarbeiter aus dem Innen- und Außendienst zu Drillisch wechseln, um dort den Aufbau der Retail-Organisation voranzutreiben, wie es von Telefónica heißt.

"Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit Drillisch und den Betriebsräten zu einer sehr überzeugenden Lösung gefunden haben", sagt Markus Haas, Chief Operating Officer im Vorstand der Telefónica Deutschland Holding AG. "Damit bieten sich Vorteile für alle Beteiligten. Es ist uns wichtig, die Integration und Transformation von Telefónica Deutschland sozialverträglich zu gestalten. Wir reduzieren Überschneidungen in unserem Filialvertrieb und sichern gemeinsam mit Drillisch gleichzeitig Arbeitsplätze." Drillisch sieht in der Vereinbarung für sich eine gute Gelegenheit, mit Hilfe bewährter Shop-Standorte von Telefónica Deutschland einen eigenen Filialvertrieb zu etablieren und seine Marktposition auszubauen.

Wohl weitere 300 Shops auf der Kippe

Der Shop-Abbau bei Telefónica wird jedoch noch weiter gehen. Nach dem Erwerb von E-Plus verfügt Telefónica über rund 1 750 eigene Shops und Partnershops. Die Analyse der Flächenpräsenz habe gezeigt, dass ein Teil der Standorte in unmittelbarer Nähe zueinander liegt und somit "im Service keinen Mehrwert für die Telefónica-Kunden bietet", wie es heißt.

Telefónica Deutschland werde deshalb in den nächsten fünf Jahren wie bereits angekündigt die Zahl der Shops um insgesamt ein Drittel reduzieren. Damit dürften noch einmal etwa 300 Shops wegfallen, denen dann vermutlich die Schließung droht. Kurios: Als die Übernahme von E-Plus schon längst in trockenen Tüchern war, haben in Einkaufszentren wie etwa der Mall of Berlin im vergangenen Herbst noch Shops von o2 und Base (E-Plus) eröffnet - unmittelbar nebeneinander. Drillisch wiederum hat sich neben den Telefónica-Standorten auch die Shops von The Phone House gesichert.

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