Nur EDGE

o2-Probleme: Nach Nummernportierung nur noch EDGE (Update)

Wer in den vergangenen Tagen seine Handy-Nummer zu Drillisch portiert hat, kann gegebenenfalls nicht mehr über UMTS/HSPA oder LTE im o2-Netz surfen. Laut Drillisch liegt ein Problem im o2-Netz vor. Beide Unternehmen arbeiten an einer Lösung.
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o2-Probleme: Nach Nummernportierung nur noch EDGE oder kein Netzo2-Probleme: Nach Nummernportierung nur noch EDGE oder kein Netz Im o2-Netz treten bei einzelnen Nutzern momentan Probleme nach Rufnummernportierungen auf. Betroffen sind offenbar Kunden von Drillisch im o2-Nez, die von einem anderen Provider zu Drillisch gewechselt sind. Die Kunden haben in der Regel bei WinSIM oder einer anderen Drillisch-Marke einen neuen Vertrag abgeschlossen und ihre Nummer vom bisherigen Anbieter mitgebracht.

Veröffentlicht wurde das Problem von Drillisch-Kunden erstmals im Forum Telefon-Treff. Da hier aber das Problem nicht gelöst werden konnte und die Kundenbetreuung von Drillisch nach Berichten von Betroffenen auch keine endgültigen Lösungen anbieten konnte, wandten sich die Drillisch-Kunden an teltarif.de

Nach Portierung nur noch EDGE-Empfang

An die Redaktion von teltarif.de haben mittlerweile rund 15 Drillisch-Kunden geschrieben, bei denen die Problematik auftritt. Die Anwender haben Verträge bei WinSIM und maXXim. Bei allen Betroffenen wurde die Rufnummer vom alten Provider rund um den 27. Mai zu Drillisch portiert, die eigentliche Rufnummernportierung hat offenbar auch reibungslos geklappt.

Allerdings haben die Kunden seither keinen Zugriff mehr auf das mobile Internet per UMTS/HSPA und LTE. Alle uns vorliegenden Berichte besagen übereinstimmend, dass mit der betreffenden SIM-Karte entweder die Nutzung des mobilen Internets gar nicht mehr möglich ist oder nur noch per EDGE. Auch das Ausweichen auf National Roaming bringt keine Lösung, da die Kunden auch im E-Plus-Netz nur EDGE nutzen können. Bei einzelnen Kunden befindet sich das Handy dauerhaft auf Netzsuche und bucht sich nur noch sporadisch ins GSM-Netz ein. Ist das Telefon ins GSM-Netz eingewählt, gibt es bei der Telefonie offenbar keine Probleme.

Die ersten Reaktionen der Drillisch-Kundenbetreuung scheinen etwas hilflos gewesen zu sein. Den Kunden wurden nochmals die genauen APN-Daten übermittelt, die allerdings richtig ins Smartphone eingegeben waren. Einige Kunden hatten auch ein zweites Handy mit Original-o2-Karte neben dem Gerät mit Drillisch-SIM liegen, und die o2-SIM war regulär ins LTE-Netz eingebucht. Ein Kunde wurde von der Kundenbetreuung mit Standard-Textblöcken, in denen die Funktionsweise elektromagnetischer Wellen rudimentär erläutert wird, abgespeist.

Ein Nutzer hat die Drillisch-SIM daraufhin in weitere Smartphones eingelegt, was keine Änderung brachte. Schließlich fuhr er in seiner Stadt zu anderen Standorten, um auszuschließen, dass es sich um ein Problem in seiner Funkzelle handelt. Doch überall buchte sich die Karte nur ins GSM-Netz ein. Nutzen die Kunden eine MultiSIM-Option, tritt das Problem bei allen Karten auf.

Drillisch: Es liegt ein Netz-Problem vor

teltarif.de wandte sich darauf mit der Bitte um Klärung an Drillisch. Auf die Frage, ob die Sache etwas mit der erfolgreichen WinSIM-Aktion zu tun habe, antwortete Drillisch: "Nein, es besteht kein Zusammenhang zu den WinSIM Aktionen". Wir wollten wissen, wie viele Kunden aktuell von der Portierungs-Problematik betroffen sind. Die Antwort von Drillisch: "Es sind uns aktuell nur sehr wenige Fälle bekannt, bei denen Kunden UMTS- und/oder LTE-Verbindungen nicht nutzen können. Unabhängig davon sind ein- und abgehende Verbindungen nach unserem Kenntnisstand möglich. Eine Analyse zur genauen Anzahl betroffener Kunden läuft noch."

Drillisch hat das Problem offenbar selbst nicht bemerkt und ist erst nach den Rückmeldungen der Kunden darauf aufmerksam geworden: "Aktuell besteht ein Problem beim Netzbetreiber, welches für uns auch erst nach entsprechenden Kundenreklamationen erkennbar war. Wir haben uns daraufhin unverzüglich mit dem Netzbetreiber in Verbindung gesetzt", heißt es in der Stellungnahme.

Auf unsere Frage, wie lange es dauern wird, bis das Problem behoben ist, antwortete Drillisch: "Der Netzbetreiber arbeitet bereits an der Problemlösung. Einen genauen Termin können wir aktuell noch nicht angeben, da wir bisher vom Netzbetreiber keinen Termin genannt bekommen haben. Bei Kunden, die uns bekannt sind [...] erwarten wir jedoch eine Lösung des Problems noch im Laufe des Tages." Hierbei sind die Kunden gemeint, die das Problem entweder selbst an Drillisch gemeldet haben oder über die teltarif.de-Redaktion.

Betroffene können momentan also nichts weiter unternehmen als abzuwarten, bis o2 das Problem löst. Wer das Problem hat, aber sich noch nicht an die Drillisch-Kundenbetreuung gewandt hat, sollte dies mit Bezug auf diese Meldung baldmöglichst nachholen. Ob ein Neustart des Handys notwendig ist, blieb aktuell offen. In den meisten Fällen dürfte es aber ausreichen, das Smartphone im Lauf des Tages oder am Freitag kurz in den Flugmodus zu versetzen und den Flugmodus danach wieder auszuschalten, damit das Handy auf Netzsuche geht.

Bereits vor einem Monat gab es Abstimmungsprobleme zwischen o2 und Drillisch: Die Abrechnung von LTE-Roaming-Verbindungen im Ausland stimmte nicht.

Update 3. Juni: Drillisch arbeitet Problemfälle ab

Mittlerweile arbeitet Drillisch die von teltarif.de übersandten Kunden-Fälle ab, erste Anwender berichten, dass sie wieder über UMTS/HSPA und LTE im o2-Netz surfen können. Mehr dazu haben wir in einer eigenen Meldung zusammengefasst. Dort berichten wir allerdings auch über neu aufgetretene Probleme bei Drillisch und die Überlastung des Kundenservice. Ende des Updates.

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