Drama

Amtlich: Rufnummern, die es gar nicht gibt

Wer öfters ameri­kani­sche Filme und Serien schaut, sieht oft Rufnum­mern, die mit 555 beginnt. Das sind fiktive Rufnum­mern, damit niemand von Neugie­rigen beläs­tigt wird. Gibt es sowas auch bei uns? Ja, natür­lich höchst­amt­lich.

Wenn amerikanische Filmstars eine Rufnummer anwählen, beginnt sie mit 555 und Insider wissen, die Nummer ist rein fiktiv. Und bei uns? Ist auch das amtlich geregelt. Wenn amerikanische Filmstars eine Rufnummer anwählen, beginnt sie mit 555 und Insider wissen, die Nummer ist rein fiktiv. Und bei uns? Ist auch das amtlich geregelt.
Foto: Picture Alliance / dpa
Wer öfters ameri­kani­sche Filme und Serien schaut, sieht oft Rufnum­mern eines Pizza­dienstes oder eines Haupt­dar­stel­lers, die mit 555 beginnt.

Das ist eine lang­jäh­rige Absprache zwischen Film­gesell­schaften und den Tele­fon­gesell­schaften oder Aufsichts­behörden. Solche Rufnum­mern sind nur für drama­tur­gische Zwecke gedacht und exis­tieren in Wahr­heit nicht - mit einer kleinen Ausnahme: Unter der 555-1212 ist die Tele­fon­aus­kunft in den USA zu errei­chen.

In Deutsch­land sind ab und zu auch Rufnum­mern zu sehen. Und man glaubt es kaum, auch solche Nummern sind von der Bundes­netz­agentur regu­liert. In der Mittei­lung Nr. 148/2021 im Amts­blatt 7/2021 auf Seite 489 kann man das alles haar­genau nach­lesen. Das muss ja alles seine Ordnung haben.

Rufnum­mern für Medi­enpro­duk­tionen („Drama Numbers“)

Wenn amerikanische Filmstars eine Rufnummer anwählen, beginnt sie mit 555 und Insider wissen, die Nummer ist rein fiktiv. Und bei uns? Ist auch das amtlich geregelt. Wenn amerikanische Filmstars eine Rufnummer anwählen, beginnt sie mit 555 und Insider wissen, die Nummer ist rein fiktiv. Und bei uns? Ist auch das amtlich geregelt.
Foto: Picture Alliance / dpa
In Filmen, Büchern, Broschüren, Doku­men­tationen, Lehr­mate­ria­lien und anderen Medien werden teil­weise Rufnum­mern gezeigt, abge­druckt oder gespro­chen. Damit niemand beläs­tigt wird, wenn Nutzer der Medien aus Neugier oder anderen Motiven eine solche Rufnummer anrufen, sollten Rufnum­mern verwendet werden, die dauer­haft keinem Teil­nehmer zuge­teilt sind („Film­ruf­num­mern“, „Drama Numbers“).

Fünf Orts­netze mit fiktiven Nummern

Die Bundes­netz­agentur stellt für diesen Zweck in fünf Orts­netz­berei­chen jeweils 1000 Rufnum­mern bereit:

Im Orts­netz­bereich Berlin die Rufnum­mern (0)30 23125 000 bis 999, in Frank­furt/Main (0)69 90009 000 bis 999, in Hamburg die (0)40 66969 000 bis 999 und in Köln (0)221 4710 000 bis 999 oder in München die (0)89 99998 000 bis 999.

12 Nummern oder Bereiche im Mobil­funk

Darüber hinaus haben Mobil­funk­netz­betreiber für den oben genannten Zweck folgende Rufnum­mern bereit­gestellt:

  1. (0)152 28817386 (Voda­fone)
  2. (0)152 28895456 (Voda­fone)
  3. (0)152 54599371 (Voda­fone)
  4. (0)171 39200 00 bis 99 (100 Rufnum­mern) (Telekom, HLR 39 schon immer für "Sonder­zwecke" reser­viert)
  5. (0)172 9925904 (Voda­fone)
  6. (0)172 9968532 (Voda­fone)
  7. (0)172 9973185 (Voda­fone)
  8. (0)172 9973186 (Voda­fone)
  9. (0)172 9980752 (Voda­fone)
  10. (0)174 9091317 (Voda­fone)
  11. (0)174 9464308 (Voda­fone)
  12. (0)176 040690 00 bis 99 (100 Rufnum­mern) (Vorwahl o2-Telefónica)

Die in dieser Mittei­lung genannten Rufnum­mern können geneh­migungs­frei in Medien gezeigt, abge­druckt und gespro­chen verwendet werden.

Wer meldet sich da?

Wir haben einige Nummern mal ange­rufen: Es ertönt ein schnödes "gassen­besetzt" (im Fest­netz) oder bei Mobil­funk­num­mern die Ansage, dass diese Nummer nicht vergeben sei.

Eigent­lich ließen sich damit doch viel schö­nere Dinge reali­sieren: Eine Seri­enhot­line z.B. mit Infos zum Verlauf der Serie oder Bestell­mög­lich­keiten für Merchan­dising oder schlicht ein paar freund­liche Grüße, gespro­chen von dem sympa­thi­schen Film­star?

Dass solche fiktiven Rufnum­mern Sinn machen, zeigt der Fall einer Rent­nerin, die unter fehl­gelei­teten Anrufen zur Impf-Hotline leidet.

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