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DIY-Nettop, die Zweite: Sichten, Planen, Basteln

Von Mario Keller
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Nachdem wir lieferbedingt eine kleine Zwangspause bei unserem Eigenbau-Nettop einlegen mussten, waren nun letzten Freitag fast alle benötigten Komponenten eingetroffen. Was fehlte war das Adapterkabel für unser Slimline DVD-Laufwerk. Da dieses aber für die ersten Schritte nicht unbedingt notwendig ist, wurde der Sonntag genutzt, um die einzelnen Teile zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen.

Platz ist in der kleinsten Kiste

DIY Nettop Bastelprojekt Intel Atom Nvidia Ion Leider haben wir keinen edlen Spender für das eigentlich als Gehäuse geplante C64-Floppylaufwerk gefunden. Die Preise bei Ebay waren uns für diesen Spass auch zu hoch, zumal unklar war, ob das Board da überhaupt hinein passt. Als Ersatz dient uns nun eine schicke Kiste in schrankwandtauglicher Holzoptik aus dem Baumarkt mit dem Biber. Betrachten wir es als kleinen Beitrag zur Green-IT durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe. Die Kiste hat ein Innenmaß von 18 mal 28 Zentimeter und inklusive Deckel eine Höhe von rund 12 Zentimeter. Genug Platz also, um ein 17 mal 17 Zentimeter großes Mini ITX Board zu verbauen.

Wie Tetris nur ohne Musik

Da wir zusätzlich zu den schon beschriebenen Komponenten auch noch einen x-in-one Card-Reader mit USB und eSATA und das Netzteil in der Kiste verbauen wollten, war ein wenig puzzeln angesagt. Das Spielchen erinnerte irgendwie an Tetris, nur ohne die nervige Musik. :-) Natürlich sollten an den Seiten und der Front möglichst keine unschönen Schrauben oder unnötige Löcher entstehen, daher müssen alle Anschlüsse nach hinten, außer dem Card-Reader der macht auf der Front ja auch Sinn. Als erstes wurden das Netzteil und der Card-Reader eingepasst. Letzterer ist lang genug, das er auch gleich das Netzteil seitlich fixiert. Damit dieses beim Einstecken des Netzsteckers nicht nach hinten rutscht, bekommt es einen passend zugesägten Abstandshalter. Aus zwei ca. 4,5 Zentimeter breiten Holzleisten werden die entsprechenden Querstreben gebaut, die einerseits den Cardreader fixieren und andererseits ab Ablage für das Motherboard dienen. Die Höhe der Streben ist auch gerade gut genug, damit das hintere Loch für die Anschlüsse nicht mit den Scharnieren des Deckels in Konflikt gerät.

Bohrer, Säge, Feile - Des Admins Werkzeuge

DIY Nettop Bastelprojekt Intel Atom Nvidia Ion Eine ungefähre Vorstellung von der Lage der Teile habe ich nun. Es kann an das Aussägen der Löcher gehen. Ist der Bohrer erstmal angesetzt, gibt es kein Halten und auch kein Zurück mehr. Vier Löcher in jeder Ecke des angezeichneten Ausschnitts und diese dann mit der Stichsäge ausgesägt. Das erste Loch bekommt die Front der Kiste für den Card-Reader. Mittels Raspel und Feile werden die Schnitte begradigt und auf die finale Größe gebracht, so das unser Card-Reader straff in die Öffnung passt. Praktischerweise haben wir mehrere Blenden bekommen, sodass ich erstmal üben kann. Nach kurzer Zeit passt dann das 3,5-Zoll-Gehäuse des Readers gut in die Öffnung. Sehr zu meiner Freude stimmt auch der Abstand innen zur Gehäusewand genau mit der Breite des Netzteils überein. Noch fix das Loch für den Stecker in die Rückseite und einen passenden Abstandshalter gesägt und schon sind die ersten beiden Teile verbaut. Als Nächstes brauchen wir die Träger für das Board. Diese dienen an der Front auch gleich als Befestigung für den Card-Reader. Insgesamt säge ich mir 4 Querstreben von 4,5 cm Breite zu. Davon werden 2 mit einem Ausschnitt für den Card-Reader versehen, eine dritte bekommt einen Schlitz für das hintere Blech des Readers. Die vierte Strebe bleibt ganz und wird von hinten durch die Wand der Kiste geschraubt. Nachdem nun die genaue Höhe des Boards feststeht, kommt der spannende Teil. Das Loch für die Blende der Anschlüsse des Boards muss sehr genau ausgesägt werden, da die Blende nicht verschraubt, sondern nur im Rahmen festgeklemmt werden kann. Wird das Loch zu groß, fällt die Blende wieder heraus und ich müsste anfangen mit Kleber zu hantieren. Wichtig ist auch, das etwas Platz zwischen der rechten Seitenwand und dem Board bleibt, denn es müssen auch noch Kabel unter dem Board verlegt werden. Zum Glück gelingt der Schnitt aber sauber und nach vorsichtiger und frickeliger Bearbeitung mit Raspel und Feile passt die Blende perfekt und fest in das ausgesägte Loch. Für zusätzlichen Halt sorgt dann später das fixierte Bord, das von innen gegen die Blende drückt.

Passt, wackelt und hat Luft

DIY Nettop Bastelprojekt Intel Atom Nvidia Ion Froh bin ich nun über die 18cm Tiefe der Kiste, denn das Board muss beim Einsetzen natürlich erstmal an der Blende vorbei, ehe alle hervorstehenden Buchsen und Stecker in die dafür vorgesehenen Löcher passen. Eine kurze Anprobe, das Board passt und liegt stabil. Vor allem geht trotz aufgesetztem Lüfter der Deckel noch zu :-). Eine einzelne Schraube reicht erstmal zum fixieren. Vorher muss aber noch die Festplatte untergebracht werden. Diese soll unter dem Board in einer passenden Nische ihren Platz finden. Damit die Platte einigermaßen schwingungsfrei gelagert ist, bekommt sie ein Bett aus der Schaumauflage, mit der unser Board geliefert wurde. Ob das zu thermischen Probleme führt, müssen wir im Betrieb sehen, dazu später mehr.

Kiste voll - Deckel zu

Jetzt sind alle Komponenten verbaut, die wir haben. Das Verkabeln ist recht schnell gemacht. Da wir später alles nochmal zerlegen, bleiben Kabelbinder erstmal außen vor. Gegebenenfalls werden später noch einige Kabel gekürzt, damit wir mehr Platz bekommen und die Luft besser zirkulieren kann. Zur Zeit ist der CPU-Lüfter der einzige Lüfter im Gehäuse. Außerdem fehlen auch noch Löcher im Gehäuse.

Kurzer Funktions- und Installations-Test

Was natürlich auch noch fehlt ist ein Schalter zum Ein- und Ausschalten, sowie die Power und HDD-LED. Das heben wir uns aber für später auf. Zur Zeit kann ich erstmal damit leben, wie gehabt mit einem Taschenmesser die passenden Kontakt kurzzuschliessen. Im ersten Einschalttest booten wir das schon beschriebene XBMC-Mediacenter von einem USB-Stick, was auch problemlos funktioniert. Nun geht’s an die Erstinstallation. Da wir noch kein DVD-Laufwerk verbaut haben, kommt ersatzweise erstmal ein externes USB-Laufwerk zum Einsatz, um ein Ubuntu 9.10 zu installieren. Nach der Installation funktionieren LAN, WLAN, Bluetooth (wir haben einen kleinen Buetooth-Dongel per USB angeschlossen) und die gekoppelte Buetooth-Tastatur mit integriertem Touchpad problemlos. DIY Nettop Bastelprojekt Intel Atom Nvidia Ion Dem ersten Sufvergnügen auf der Couch steht damit erstmal nichts im Wege. Leider immer noch ohne Ton über HDMI und noch mit 1.280 mal 800 Pixel Auflösung, da noch keine Updates und Nvidia-Treiber installiert sind. Für diesen Sonntag ist es aber erstmal genug, denn auch andere Hausbewohner fordern mittlerweile "administratives Handeln."

Die einzelnen Arbeitsschritte könnt ihr euch in der folgenden Bildergalerie ansehen, die es wie immer auch im Fotostream von mobicroco auf Flickr zu sehen gibt. Viel Spaß!

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