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DIY-Nettop mit FullHD: Auspacken und erste Gehversuche

Von Mario Keller
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Der Postbote ist noch nicht ganz zur Tür heraus, da machen sich schon 20 krabbelige Adminfinger über das Päckchen mit den Nettop-Zutaten her. Es handelt sich dabei um das Motherboard Zotac IONITX-A-E mit dem Intel Atom 330 mit Dual-Core und Hyper-Threading sowie der Grafik-Power von Nividias Ion-Chip - bei Amazon für rund 170 Euro erhältlich - und ein Riegel Arbeitsspeicher von Kingston, der aktuell 43,73 Euro kostet. Es wird gerupft, gezupft, Tütchen aufgerissen und erstmal alles auf dem großen Tisch im Besprechungsraum verteilt. Nachdem genügend Fläche belegt ist, bauen wir die wenigen benötigten Teile für einen ersten Test zusammen. Das sind nur der 2 GB RAM-Riegel, der auf das Board gesteckt wird, das mitgelieferte Netzteil mit einer Steckdose und dem Board verbinden und eine USB-Tastatur und ein Netzwerkkabel anstecken. In unserem Besprechungsraum hängt ein 42 Zoll großer TFT-Fernseher mit einem HDMI-Kabel, das direkt in der Mitte des Tisches endet. Somit ist auch das Display schnell angeschlossen.

Nettop DIY Zotac Intel Atom Nvidia Ion FullHD Selberbauen Fehlt nur noch ein Betriebssystem, damit wir starten können. Hier hilft uns das XBMC Projekt weiter. Da wir diese Software auch später verwenden wollen, bietet sich das Live-Image an. Der Download liefert uns eine ISO-Datei, die wir aber nicht auf CD brennen, sondern mit Hilfe von unetbootin auf einen USB-Stick befördern. Der Kühlkörper des Boards ist recht groß dimensioniert, daher lassen wir den Lüfter erstmal weg. Na dann: Einschalten.

Einschalten ist nicht ganz einfach

Aber das ist leichter gesagt als getan, denn ohne Schalter geht das nicht so direkt. Das Board ist aber immerhin gut beschriftet, so ist die Pfostenstecker-Leiste, die auch die Pins für den Power-Switch enthält, schnell gefunden. Ein beherztes Kurzschließen der Pins mit dem Taschenmesser und der Rechner bootet. ACHTUNG! Wer die falschen Pins verbindet, kann auch schnell was kaputt machen, daher Vorsicht bei solchen Aktionen! Nach wenigen Sekunden präsentiert sich das Boot-Menü und wir starten das Live-System mit der Auswahl "XBMCLive - NVIDIA GPU". Die erste positive Überraschung ist, dass das Media Center auf Anhieb läuft, ohne zusätzliche Konfiguration, unter FullHD-Auflösung mit 1.920 mal 1.080 Pixel. Das Bild am Fernseher ist gestochen scharf. Nach einiger Zeit wird aber der Kühlkörper merklich warm - augenscheinlich wohl auch unserem Redakteur, der den Neuling schon früh den Hitzetod sterben sieht. Daher schließen wir dann doch den CPU-Lüfter an, der dann auch recht schnell den Rechner und das Redakteursgemüt wieder abkühlt. Der Ion-Chipsatz kann von Hause aus H.264 dekodieren, das wollen wir natürlich testen. Also flux den Film Big Buck Bunny als MOV-Datei im H.264 Encoding heruntergeladen, auf den USB-Stick gepackt und abgespielt. Das Ergebnis ist beeindruckend: scharfes Bild in FullHD, keinerlei Ruckeln und die CPU-Last liegt bei knapp 20 Prozent.

Noch bleiben die Lautsprecher stumm

Einziges Manko bis jetzt: wir haben keinen Ton. Auch wenn uns XBMC HDMI als Audio-Out anbietet, kommt davon noch nichts am Fernseher an und wir müssen zur Zeit ohne Sound leben. Das ist natürlich ein unhaltbarer Zustand, aber dieses Problem bekommen wir sicher noch in den Griff. Spätestens wenn wir statt des Live-Systems ein installiertes einsetzen. Das Fine-Tuning und der genaue, endgültige Aufbau des DIY-Nettops wird der nächste Schritt sein.

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