Möglichkeiten

Mobilfunk-Discounter: So unterscheiden sie sich von der Konkurrenz

Mobilfunk-Discounter gibt es viele. Aber was sind die Besonderheiten der einzelnen Tarife? Neben günstigen Minutenpreisen stellen wir Optionen vor, mit denen sich Anbieter von der Konkurrenz abheben möchten.
Von Hans-Georg Kluge

Mobilfunk-Discounter gibt es wie Sand am Meer. Doch der Markt ist kein Einheitsbrei: Viele punkten mit besonderen Optionen oder einzigartigen Zusatz-Angeboten. Unsere Übersicht zeigt beispielhaft, welche Features bei Mobilfunk-Discountern neben günstigen Telefon-Minuten noch zu entdecken sind.

Günstiges Telefonieren: 5-Cent-Tarif bei geringer Telefon-Nutzung

Discounter bieten viele Optionen und Eigenheiten. Discounter bieten viele Tarif-Optionen und Eigenschaften.
Bild: lensonfocus - Fotolia.com, teltarif.de
Der Klassiker ist natürlich das günstige Telefonieren. Erinnern wir uns: Tchibo Mobil und später Aldi Talk waren die ersten Discounter, die das Preisniveau im deutschen Mobilfunk-Markt nachhaltig gedrückt haben. Bei den günstigsten Anbietern gibt es heute die Telefonminute innerhalb Deutschlands inzwischen ab 5 Cent - diesen Preis erzielt Galeria Mobil. Dafür kostet eine SMS 10 Cent. Der Anbieter kämpft aber immer wieder mit technischen und logistischen Problemen.

Dahinter reihen sich Discounter mit Minutenpreisen zwischen 6 Cent und 7,5 Cent ein. Wer im Monat maximal 99 Minuten telefoniert, kommt mit dem 5-Cent-Tarif von Galeria Mobil auf die günstigsten Kosten. 6-Cent-Tarife lohnen sich bei einer Telefonie-Nutzung bis zu 81 Minuten. Ab diesen genannten Werten kommen die günstigsten Tarife mit Minutenpaket ins Spiel, die ab 4,90 Euro beginnen, und schlagen die 5-und-6-Cent-Tarife im Preis-Leistungsverhältnis.

Marktüblich sind aber 9 Cent pro Minute, denn die meisten Discounter setzen auf diesen Minutenpreis. Rechnerisch günstigere Minutenpreise gibt es dann oft nur über Minutenpakete. Allnet-Flats kosten beim Discounter meist 15 Euro und mehr - einige wenige günstigere Angebote außen vor gelassen. Bei - meist kurzfristigen - Aktionen finden Schnäppchenjäger Flatrates in alle Netze schon unter 10 Euro.

Content-Optionen: Musik- und Video-Streaming

Einige Anbieter versuchen, ihren Kunden neben den Mobilfunk-Dienstleistungen weitere Inhalte zu vermitteln. Im Trend liegen Optionen für Multimedia-Dienste, sei es Musik-Streaming, sei es Video-Streaming, sei es der Zugang zu Nachrichten-Webseiten hinter einer Paywall.

Einige E-Plus-Marken legen beispielsweise bei Daten-Optionen mit 2 GB oder mehr Inklusiv-Volumen ein Musik-Streaming-Angebot oben drauf. Das trifft zum Beispiel auf yourfone und Base zu. Und MTV Mobile enthält im Standard-Postpaid-Tarif eine Musik-Streaming-Option. Im Preisvergleich kann diese aber nur bedingt mithalten: Einerseits gibt es MTV Mobile mit Musik-Option bereits ab 19,95 Euro im Monat - das Inklusiv-Volumen beträgt aber für Streaming magere 500 MB. Wer hingegen knapp 25 Euro monatlich auf den Tisch legen möchte, fährt mit yourfone besser, denn zu diesem Preis gibt es dort 2 GB ungedrosseltes Daten­volumen, bei MTV Mobile hingegen nur 1 GB. Im Gegensatz zum Spotify-Angebot bei der Telekom wird der über Musik-Streaming anfallende Datenverkehr voll auf das mobile Datenvolumen angerechnet.

Optionen für Video-Streaming oder andere digitale Inhalte haben im Discounter-Segment noch Seltenheitswert. Watchever kooperiert mit Base - eine Ausweitung auf andere Marken und Anbieter ist möglicherweise nur eine Frage der Zeit. Genauso sieht es beim Bundesliga-Angebot von Bild aus. Klarmobil legt im Vodafone-Netz die Bild+-Fan-Flat auf. Diese enthält ein Daten­volumen von einem Gigabyte. Eine SMS und jede innerdeutsche Gesprächsminute kosten 9 Cent. Die entscheidende Beigabe ist hier das Bild-Digital-Abo. Dieses enthält Video-Streams von Bundesliga-Spielen und Zugriff auf das Paywall-Angebot der Bild. Auch hier gilt: Der Datenverbrauch über die Bild-Apps geht zu Lasten des Inklusiv-Volumens.

simquadrat: Discounter-Angebot mit neuen Features

sipgate betreibt den Mobilfunk-Discounter simquadrat. Das Angebot punktete zunächst mit einer kostenlosen Festnetznummer im Mobilfunk. Später preschte simquadrat mit dem Verzicht auf Roaming-Gebühren voran. Besonders interessant war für viele Kunden die Möglichkeit, das Mobilfunk-Angebot mit Hilfe von VoIP am heimischen Router oder mit passender Software zu nutzen - ein Feature, das inzwischen nur noch für Bestandskunden verfügbar ist.

Tarife: Darum ist Prepaid flexibler

Wer sich für einen Discounter entscheidet, sollte sich zuvor die unter­schied­lichen Tarife des Anbieters ansehen. Prepaid-Nutzer können oft verschiedene Optionen zum Grundtarif buchen. Der Vorteil: Wer absehen kann, dass er in den nächsten Wochen viel telefoniert, bucht einfach eine umfangreichere Option. Wer innerhalb von Deutschland in den Urlaub fährt und verstärkt sein Daten­volumen angreift, kann ein größeres Datenpaket buchen. Bei Laufzeitverträgen, die es auch beim Discounter gibt, ist das oft schwieriger. Selbst wer einen monatlich kündbaren Vertrag unterschreibt, muss oft einen langwierigen Tarifwechsel anstoßen, bevor die benötigten Leistungen gültig sind - der Wechsel in einen anderen Tarif kann oft ein oder zwei Wochen dauern.

Als Zweitkarte oder für Wenignutzer eignet sich eine kostenlose SIM-Karte von netzclub oder die simyo-Freikarte. Beide Tarife sind für das Surfen werbefinanziert und enthalten monatlich 100 MB ungedrosseltes Datenvolumen gratis. Wir haben beide Tarife detailliert verglichen. Gespräche und SMS kosten je Einheit 9 Cent.

Knackpunkt Service: Beim Netzbetreiber oft etwas besser

Viele Kunden scheuen den Gang zum Mobilfunk-Discounter, weil sie schlechteren Service befürchten. Ein Blick in das teltarif.de-Forum zeigt: Unzufriedene Kunden gibt es überall - alle Anbieter bekommen von Zeit zu Zeit ihr Fett weg. Auch Leserzuschriften zu Problemen mit einzelnen Anbietern verteilen sich auf Netzbetreiber und Discounter. Aktuell erleben unsere Leser einige Probleme zum Beispiel bei der Ruf­nummern­por­tierung.

Das bedeutet letztlich: Probleme kann es immer geben. Pauschal lässt sich nicht sagen, dass der Service bei Discountern generell schlecht ist. Allerdings können die Netzbetreiber größere Service-Abteilungen unterhalten. Moderner Support läuft auch über Social-Media-Kanäle, die große Anbieter eher bedienen können.

Auf der zweiten Seite geht es um Stolperfallen beim Discounter. Dort erfahren Sie auch Näheres zur Netzwahl und wir zeigen Ihnen, warum bei Ethno-Discountern Rechnen angesagt ist.

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