Digitalradio

Absolut Radio und Media Broadcast werden DAB+-Plattformbetreiber

Es blieb spannend bis zuletzt: Am Ende haben sich Absolut Radio und die Media Broadcast beim zweiten DAB+-Bundesmux durchgesetzt - auch gegen den eigentlichen Initiator Steffen Göpel.
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Diese Programme könnten bald bundesweit über DAB+ starten.Diese Programme könnten bald bundesweit über DAB+ starten. Es blieb spannend bis zuletzt: Die Antenne Deutschland GmbH & Co. KG wird neuer Plattformanbieter des zweiten bundesweiten DAB+-Multiplexes. Das hat die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten gestern nach intensiver Befassung und Anhörung der drei Bewerber in Berlin beschlossen. Antenne Deutschland heißt das gemeinsame Konsortium der Bewerber Absolut Digital und Media Broadcast, die sich zuvor in Einigungsgesprächen zusammengeschlossen haben. Von den 12 anwesenden Mitgliedern der GVK votierten acht für Antenne Deutschland. Genau diese acht Stimmen waren nötig, um die Lizenz zu vergeben.

Initiator des zweiten Bundesmuxes geht leer aus

Überraschend überstimmte die GVK auch die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Medienanstalten. Diese sprach sich für das Konsortium um die DABP GmbH des Investors Steffen Göpel aus, welches den zweiten Bundesmux überhaupt erst initiiert hatte.

„Mit der Antenne Deutschland GmbH & Co. KG bekommt ein als Programmveranstalter und Netzbetreiber erfahrener Player den Zuschlag, bei dem wir erwarten können, dass es auch zügig losgeht", gibt Winfried Engel, Vorsitzender der GVK, einen Einblick, warum man sich anders als die ZAK entschieden hatte. Offenbar hält man alles andere als einen kurzfristigen Sendestart für die weitere Entwicklung von DAB+ als kontraproduktiv. Antenne Deutschland könnte noch in diesem Jahr loslegen.

"Unsere Zuweisung als Plattformbetreiber des zweiten bundesweiten DAB+-Multiplex mit bis zu 18 neuen nationalen privaten Programmen wird dem terrestrischen Digitalradio einen weiteren wichtigen Impuls geben und für mehr Vielfalt im Sinne der Mediennutzer sorgen“, so Engel weiter. Insgesamt hätten alle drei Bewerber gute Konzepte vorgelegt – das überzeugendste habe schließlich den Zuschlag bekommen. Ein weiterer Bewerber, die Radi/o digital GmbH aus München, war laut Informationen von teltarif.de schon zuvor aus dem Rennen.

Einsprüche möglich

Die Ausschreibung hatte sich ausschließlich an Plattformanbieter für ein bundesweit einheitliches Programmangebot gerichtet. Eine Regionalisierung war nicht vorgesehen, weil dafür ausreichend DAB+-Kapazitäten in den Ländern bereitstehen. Wie üblich bei solchen Entscheidungen können die unterlegenen Mitbewerber gegen die Entscheidung Einspruch einlegen. Das könnte auch einen schnellen Sendestart des zweiten Bundesmux verhindern.

"Der zweite Bundesmux wird das größte Privatradio-Investment der letzten 30 Jahre und verschafft DAB+ einen ungeheuren Schub“, zeigt sich Dr. Willi Steul, Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland und Intendant von Deutschlandradio optimistisch. "Wir freuen uns besonders darüber, dass mit Absolut Digital und Media Broadcast zwei Vereinsmitglieder die begehrte Zuweisung erhalten haben. Beide Unternehmen fördern den digitalen Hörfunk durch umfangreiche Investitionen seit vielen Jahren", so Steul weiter.

Der Verein Digitalradio Deutschland erwartet durch den zweiten Bundesmux auch eine weitere Dynamik auf regionaler Ebene. Das große Interesse an einer Ausschreibung in Sachsen mit 28 Bewerbungen dokumentiere eindrucksvoll, dass DAB+ im Privatradio angekommen sei.

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